SpaceX ist ab dem 7. Juli Mitglied im Nasdaq 100. Allerdings bleibt eine solche Aufnahme nicht ohne Folgen.

Das IPO von SpaceX ist nicht einmal einen Monat her und schon am Dienstag (7.7.) folgt die Aufnahme in den technologielastigen Nasdaq-100-Index. Möglich macht das eine neue Regelung, die im Mai in Kraft trat. Der Punkt für Anleger: Diese Aufnahme sorgt für zusätzlichen Kaufdruck durch ETFs und Indexfonds. Analysten von JP Morgan rechnen mit Zwangskäufen zwischen 4,3 und 27 Milliarden US-Dollar. Darauf reagierte die Aktie am bereits Montag mit Kursgewinnen.

SpaceX am Nasdaq 100: Squeeze sorgt für Kursanstieg

Der Nasdaq 100 ist einer der wichtigsten Indizes in den USA. Aus diesem Grund bilden ihn auch viele ETFs und Indexfonds ab. Seit Mai können die Top-40-Unternehmen im Schnellverfahren in den Index aufrücken – SpaceX brauchte dafür nicht einmal 15 Handelstage. 

Passive Fonds wie ETfs sind dadurch gezwungen, SpaceX-Aktien zu kaufen. Denn sie bilden den Nasdaq-100 möglichst exakt nach. Das erhöht die Nachfrage nach den Aktien, verknappt jedoch das Angebot weiter, weil diese Fonds Buy-and-Holf-Investoren sind, die nicht traden. ETFs und Indexfonds können auch nicht einfach nach und nach Anteile nachkaufen, wie sie möchten. 

SpaceX weist eine Marktkapitalisierung von 2,21 Billionen US-Dollar aus. Allerdings sind bislang nur drei bis fünf Prozent der Papiere frei handelbar. Die durch die Indexaufnahme erzeugte, zusätzliche Knappheit hat auch Folgen auf den Kurs der SpaceX-Aktie.

Ihr Kurs stieg am Montag, weil Anleger schon auf die  Indexfonds-Effekte spekulierten, fiel dann aber wieder etwas zurück und schloss knapp über 160 US-Dollar. Richtig interessant wird es am Dienstag, wenn die Kauforders der Indexfonds hinzukommen.

Auch interessant: Wenn Ihnen SpaceX zu heikel ist, können Sie im "Künstliche Intelligenz"-Index Top-Werte aus einem anderen Hype-Sektor entdecken.  

SpaceX (WKN: A42D4F)

Historie zeigt: Indexaufnahme kann zur Anlegerfalle werden

Trotz der jüngsten Kursentwicklung ist es offen, ob die Indexaufnahme von SpaceX tatsächlich ein nachhaltiger Kurstreiber sein kann. Historisch gesehen zeigte die Aufnahme in den Nasdaq 100 oft einen entgegengesetzten Effekt. Unternehmen, die zuvor im Aufwärtstrend lagen, stürzten ab. Ein Beispiel dafür lieferte Palantir Technologies. Der KI-Konzern wurde im Dezember 2024 in den Nasdaq 100 aufgenommen, schon im Vorfeld stiegen die Kurse stark an. ein. Bereits im Frühjahr 2025 sackte die Aktie dann jedoch deutlich ab. Sie erholte sich auch wieder - bis sich zum Jahreswechsel 2025/2026 ein ähnliches Chartmuster zeigte. Mittlerweile notieren die Papiere deutlich unter dem Vorjahresniveau. 

Solche Beobachtungen zeigen, dass Anleger nicht nur auf das kurzfritige Momentum achten sollten. Ein einmaliger Kaufdruck durch die Indexaufnahme bestätigt keinen langfristigen Trend. Entscheidender ist, ob SpaceX bald profitable Quartale vorweisen kann. Es benötigt dauerhaft starke Zahlen, damit SpaceX in seine bereits hohe Bewertung hineinwachsen kann.

Was sollten Anleger jetzt tun?

Trotz der kurzfristigen Kursreaktion und des anhaltenden Hypes, der um die SpaceX-Aktie herrscht, sollten Anleger nicht blind nachkaufen. Wer auf den Indexeffekt setzt, spekuliert auf ein kurzfristiges Momentum, das nicht lange anhalten muss.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, können Sie im E-Paper zu Heft 26/26 von BÖRSE ONLINE das Pro & Contra zur SpaceX-Aktie noch einmal in Ruhe nachlesen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum reagieren ETFs überhaupt auf Indexaufnahmen?

ETFs und Indexfonds müssen einen Index möglichst genau abbilden. Wird ein neues Unternehmen aufgenommen, müssen sie die Aktie direkt nachkaufen, unabhängig davon, ob sie die Aktie für aussichtsreich halten.

Ist ein Kurssprung nach einer Indexaufnahme ein Kaufsignal?

Nicht automatisch. Oft entsteht zunächst nur technischer Kaufdruck, der den Kurs kurzfristig stützen kann. Für einen nachhaltigen Trend sind aber Umsatz, Gewinn und der Ausblick des Unternehmens entscheidender.

Was bringt Anlegern ein Indexeffekt in der Praxis?

Der Indexeffekt kann kurzfristige Kurschancen eröffnen, ist aber selten eine verlässliche Strategie für langfristige Anlagen. Wer investiert, sollte deshalb immer auch Bewertung, Liquidität und Geschäftsentwicklung prüfen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.