Die Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit könnte vielleicht nur noch eine Formalität sein, denn bei dem DAX-Konzern gibt es Bewegung in Richtung der Italiener. Was Anleger wissen müssen.
Die Commerzbank-Aktie kann am Freitag leicht gewinnen, denn der DAX-Konzern bewegt sich überraschend auf die UniCredit zu, gegen die sie seit langem einen Abwehrkampf führt, um nicht übernommen zu werden.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen
Commerzbank geht auf UniCredit zu
Denn der Aufsichtsratschef des Frankfurter Geldhauses forderte die Italiener zu Gesprächen mit dem Management der Commerzbank auf. "Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Commerzbank haben mehrfach betont, dass sie dazu bereit sind", sagte Jens Weidmann dem "Handelsblatt" am Freitag. Damit scheint die Commerzbank ihren Abwehrkampf aufzugeben, nachdem die Unicredit nach ihrem Übernahmeangebot und weiteren Kaufoptionen auf knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile zusteuert.
"Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar", sagte Weidmann dem "Handelsblatt" weiter. "Jetzt geht es darum, in konstruktiven Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen."
Die italienische Großbank hatte mit einem freiwilligen Übernahmeangebot bis Anfang Juli weitere rund 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere an Land gezogen. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Unicredit schon zuvor hielt, steigt der Anteil damit rechnerisch auf 44,37 Prozent. Zudem haben die Italiener über Kaufoptionen Zugriff auf weitere 3,22 Prozent der Commerzbank-Aktien und könnten so auf 47,59 Prozent aufstocken.
Allerdings muss die Europäische Zentralbank dieser weiteren Aufstockung noch zustimmen. Diese Genehmigungen könnten bereits im vierten Quartal erfolgen, hatte die Unicredit anlässlich ihrer Halbjahreszahlen erst am Vortag mitgeteilt.
Die Italiener wollen dann nach eigenen Angaben versuchen, die Kontrolle über die Commerzbank durchzusetzen und ihre Strategiepläne "kurz danach" zu verwirklichen. Um dies zu erreichen, wollen sie - falls nötig - eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Übernahme scheint nur noch eine Frage der Zeit
Bei der Übernahme der Commerzbank scheinen also langsam Nägel mit Köpfen gemacht zu werden. Fraglich ist aber, wie hoch ein weiteres Übernahmeangebot für bestehende Aktionäre ausfallen wird.
Wenn Sie jetzt auf weitere Übernahmekandidaten setzen möchten, dann lohnt sich ein Blick auf den exklusiven German M&A Index.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum steigt die Aktie der Commerzbank am Freitag?
Die Aktie der Commerzbank steigt, da sich der DAX-Konzern im Übernahmekampf auf die UniCredit zubewegt.
Was sagt BÖRSE ONLINE zur Aktie der Commerzbank?
BÖRSE ONLINE rät bei den Aktien der Commerzbank zum Kauf.
Was plant die UniCredit bei der Commerzbank?
Die Italiener wollen nach eigenen Angaben versuchen, die Kontrolle über die Commerzbank durchzusetzen und ihre Strategiepläne kurz nach einer EZB-Genehmigung zu verwirklichen. Um dies zu erreichen, wollen sie - falls nötig - eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.