VW plant weitere Einsparungen und will den Absatz an Stadtgeländewagen steigern, mit denen sich mehr verdienen lässt. Bei der mittelfristigen Wachstumsprognose dämpft Volkswagen allerdings die Erwartungen.

Bis 2020 soll der Betriebsgewinn vor Sondereffekten im Vergleich zu 2016 (14,6 Milliarden Euro) um 25 Prozent zulegen, wie aus den Unterlagen für eine Telefonkonferenz mit Finanzvorstand Frank Witter und Konzernchef Herbert Diess hervorging. Bisher war der Konzern von einem Zuwachs um mehr als 30 Prozent ausgegangen. Die Prognose für den mittelfristigen Umsatzanstieg senkte Volkswagen für diesen Zeitraum auf 20 Prozent von zuvor mehr als 25 Prozent im Vergleich zu 2016 (217,3 Milliarden Euro). Die VW-Aktien verloren daraufhin mehr als drei Prozent an Wert, obwohl Analysten eine Senkung der mittelfristigen Ziele erwartet hatten.

Dennoch bleibt das Management zuversichtlich, dass Volkswagen den Wechsel in die E-Mobilität ohne Blessuren überstehen kann. Der Konzern erweise sich in einem zunehmend schwierigeren konjunkturellen Umfeld als "unverändert sehr robust", sagte Witter. Allerdings sei eine konsequente Kostendisziplin nötig, um die Ziele nachhaltig zu erreichen. Der mittelfristigen Planung zufolge soll die operative Rendite vor Sondereinflüssen im laufenden und im kommenden Jahr zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Für 2025 prognostiziert der Konzern eine Ebit-Marge unverändert zwischen sieben und acht Prozent.

ID.3 IST 40 PROZENT BILLIGER ZU BAUEN ALS E-GOLF

Dazu ist Volkswagen in der Lage, weil der Bau von Batterie-Autos dank des Elektrobaukasten-Systems MEB deutlich billiger ist als der herkömmlicher Wagen. Konzernchef Diess erläuterte, der neue ID.3 werde 40 Prozent billiger zu bauen sein als die Elektroversion des VW Golf. Volkswagen will binnen zehn Jahren bis zu 75 reine E-Autos an den Start bringen und plant zudem etwa 60 Hybridfahrzeuge, die einen herkömmlichen Verbrenner mit einem Batterieantrieb kombinieren.

Der Aufsichtsrat hatte am Freitag für die kommenden fünf Jahre Investitionen von knapp 60 Milliarden Euro in klimaschonende Antriebe und die Digitalisierung beschlossen. Das sind nach Unternehmensangaben etwas mehr als 40 Prozent der Gesamtinvestitionen, die damit für den Zeitraum 2020 bis 2024 rechnerisch bei 150 Milliarden Euro liegen. Rund 33 Milliarden Euro sind alleine für die Elektromobilität vorgesehen.

rtr