Die Analysten der US-Investmentplattform Seeking Alpha haben eine börsennotierte Goldmine auf Platz eins ihrer Favoritenliste gesetzt – und die Gründe dafür sind durchaus nachvollziehbar.
Der Goldmarkt schreibt gerade Geschichte: Die Europäische Zentralbank hat bestätigt, dass Gold erstmals die US-Staatsanleihen als weltgrößte Reserveanlage nach Marktanteil abgelöst hat. Hinter dieser Entwicklung stehen massive Goldkäufe der Zentralbanken, geopolitische Unsicherheiten und eine wachsende Nachfrage nach sachwertgesicherten Anlagen. Der Goldpreis kletterte 2026 in der Spitze auf Rekordniveaus über 5.500 Dollar. Dies beflügelt das Interesse an Goldminenaktien – doch nicht jede Mine ist zum aktuellen Kurs ein attraktives Investment. Genau hier setzt das Bewertungssystem von Seeking Alpha an.
So bewertet Seeking Alpha Aktien: Von A+ bis F
Seeking Alpha ist eine beliebte Analyseplattformen in den USA. Das Quant-System bewertet Aktien nach fünf Kriterien: Bewertung, Wachstum, Profitabilität, Momentum und Gewinnrevisionen. Die Bewertungsnote (Valuation Grade) zeigt an, wie teuer oder günstig eine Aktie im Verhältnis zu Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz und Buchwert ist. Die Skala reicht von A+ (sehr günstig bewertet) bis F (deutlich überbewertet). Ein A oder B signalisiert Aufholpotenzial, während D oder F auf eine bereits ambitionierte Bewertung hindeuten.
AngloGold Ashanti: Platz eins im Bewertungsranking
Unter den großen börsennotierten Goldproduzenten belegt AngloGold Ashanti den Spitzenplatz im Seeking Alpha-Valuation-Ranking mit der Note A-. Das bedeutet: Trotz der breiten Kursrallye im Goldsektor gilt die Aktie im Verhältnis zu ihren Fundamentaldaten noch als relativ günstig. Zum Vergleich: Branchengigant Newmont erhält nur ein neutrales C+, während Coeur Mining mit F am unteren Ende rangiert. AngloGold Ashanti ist einer der größten Goldproduzenten der Welt mit Minen in Afrika, Australien und Amerika und hat sich zuletzt von einem schuldenbelasteten Konzern zu einem finanziell solide aufgestellten Unternehmen gewandelt.
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Rekordgewinne plus ungewöhnlich hohe Dividende
Im ersten Quartal 2026 erzielte AngloGold Ashanti einen Umsatz von rund 3,15 Milliarden Dollar, ein Plus von fast 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg auf 1,28 Milliarden Dollar, was einer Nettomarge von knapp 41 Prozent entspricht. Der freie Cashflow erreichte mit 1,2 Milliarden Dollar einen neuen Rekordwert. Das Management schüttete eine Quartalsdividende von 1,16 Dollar je Aktie aus, ebenfalls ein neuer Höchststand. Ergänzend wurde ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu zwei Milliarden Dollar angekündigt. Die Nettocash-Position liegt inzwischen bei soliden 868 Millionen Dollar.
Das Arthur-Projekt in Nevada: Wachstum zu günstigen Kosten
Für langfristig denkende Anleger eröffnet das Arthur-Goldprojekt im US-Bundesstaat Nevada zusätzliche Fantasie. Laut abgeschlossener Vormachbarkeitsstudie wurden dort 4,9 Millionen Unzen Gold als wahrscheinliche Reserve ausgewiesen, mit einer geplanten Jahresproduktion von rund 500.000 Unzen über neun Jahre. Die geschätzten All-in Sustaining Costs (AISC) liegen bei nur etwa 954 Dollar je Unze – weit unter dem globalen Branchendurchschnitt von über 1.600 Dollar. Zum Vergleich lagen die konzernweiten AISC 2025 noch bei rund 1.640 Dollar. Nevada gilt zudem als eine der bergbaufreundlichsten Jurisdiktionen der Welt, was Genehmigungsrisiken begrenzt.
Fazit: AngloGold Ashanti kombiniert eine im Branchenvergleich günstige Bewertung mit starken Gewinnen, rekordverdächtigem freien Cashflow, einer überdurchschnittlichen Dividende und einem langfristigen Wachstumsprojekt mit attraktiver Kostenstruktur. Wichtig zu wissen: Mit einer historischen 250-Tage-Volatilität von 60 Prozent gilt die Aktie als hochvolatil.
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