Historische Muster sprechen für einen schwachen August. Doch Iran-Krieg, steigende Ölpreise und neue Zinssorgen könnten die Korrektur verschärfen – und viele Anleger kalt erwischen.

In diesem Sommer könnte uns laut einem Artikel von The Motley Fool noch eine größere Korrektur bevorstehen. Der Grund: Mehrere ungünstige Faktoren treffen gleichzeitig zusammen. Neben der saisonal ohnehin schwachen Börsenphase könnten auch die Folgen des Iran-Krieges die Märkte weiter belasten.

Historisch schwacher August in Zwischenwahljahren

In den vergangenen drei Jahrzehnten ist der S&P 500 im August durchschnittlich um 0,5 Prozent gefallen. Noch schwächer entwickelte sich der US-Leitindex lediglich im September, in dem er im Schnitt 0,7 Prozent verlor.

In diesem Jahr könnte die Korrektur laut einem Artikel von The Motley Fool jedoch stärker ausfallen. Denn im November finden in den USA die Zwischenwahlen statt, bei denen das Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu gewählt werden. In den Monaten vor diesen Wahlen entwickelte sich der Aktienmarkt historisch betrachtet häufig unterdurchschnittlich, da die Unsicherheit über die künftigen politischen Mehrheitsverhältnisse die Anleger belastet.

Seit 1950 verzeichnete der S&P 500 in Zwischenwahljahren vom jeweiligen Hoch bis zum Tief einen durchschnittlichen Rückgang von 18 Prozent. Laut Carson Investment Research wurde der Tiefpunkt dieser Korrekturen im Durchschnitt im August erreicht.

Das bisherige Jahreshoch des S&P 500 liegt bei rund 7.620 Punkten. Eine Korrektur um 18 Prozent würde demnach einen Rückgang auf etwa 6.250 Punkte bedeuten.

Wichtig ist jedoch: Dabei handelt es sich lediglich um historische Durchschnittswerte. In einzelnen Zwischenwahljahren fiel die Korrektur deutlich schwächer, in anderen hingegen wesentlich stärker aus.

Folgen des Irankrieges als zusätzlicher Belastungsfaktor

Der Autor des Artikels von The Motley Fool hält es für möglich, dass die Korrektur in diesem Jahr sogar stärker ausfällt als der historische Durchschnitt von 18 Prozent. Als Hauptgrund nennt er Zinserhöhungen infolge des Irankriegs.

Der Preis für ein Barrel Öl der US-Sorte WTI stieg im Juli um rund 25 Prozent, nachdem die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zusammengebrochen war und beide Länder die Kämpfe wieder aufgenommen hatten.

Die Inflation liege bereits seit fünf Jahren über dem Zielwert der US-Notenbank und Störungen des weltweiten Ölhandels haben dieses Problem noch verschärft. Der Markt rechnet deshalb damit, dass die Federal Reserve den Leitzins in diesem Jahr um 0,25 Prozentpunkte anheben könnte, um die Preisstabilität wiederherzustellen.

Steigende Zinsen gelten grundsätzlich als Belastung für Aktien. Einerseits erhöhen sie die Finanzierungskosten der Unternehmen, andererseits werden vergleichsweise sichere Anleihen wieder attraktiver. Dadurch sinkt häufig die Bereitschaft der Anleger, hohe Bewertungen für Aktien zu bezahlen.

Dividenden als Stabilitätsanker

Gerade langfristig orientierte Anleger sollten sich von solchen Statistiken jedoch nicht verunsichern lassen und die alte Börsenweisheit „Time in the market beats timing the market“ im Hinterkopf behalten.

Dividendenwerte können dabei eine interessante Alternative sein, um den Fokus von kurzfristigen Kursschwankungen auf die langfristige Wertentwicklung und regelmäßige Ausschüttungen zu verlagern. Mit dem Globale Dividenden Stars Index von BÖRSE ONLINE können sich Anleger die weltweit besten Dividendenwerte gebündelt über nur ein Zertifikat ins Depot holen.

Fazit: Statistik und Zinsrisiken sprechen für einen turbulenten Spätsommer

Rein statistisch betrachtet wäre es nicht ungewöhnlich, wenn der S&P 500 im weiteren Verlauf des Sommers noch einmal korrigiert. Neben der saisonal schwachen Entwicklung in den Monaten vor den Zwischenwahlen könnten auch die negativen Folgen einer möglichen Zinserhöhung zusätzlichen Druck auf den Aktienmarkt ausüben.

Historische Durchschnittswerte lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf das aktuelle Jahr übertragen. Sie zeigen lediglich, dass Anleger in den kommenden Wochen mit stärkeren Schwankungen rechnen sollten.

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Häufig gestellte Fragen:

Warum könnte der S&P 500 im August fallen?

Der August ist historisch ein schwacher Börsenmonat. In Zwischenwahljahren erreichten Korrekturen zudem häufig im August ihren Tiefpunkt.

Wie stark könnte die Korrektur beim S&P 500 ausfallen?

Seit 1950 verlor der S&P 500 in Zwischenwahljahren vom Hoch bis zum Tief durchschnittlich 18 Prozent. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen historischen Mittelwert.

Warum belastet der Iran-Krieg den Aktienmarkt?

Steigende Ölpreise könnten die Inflation verschärfen und die US-Notenbank zu Zinserhöhungen bewegen. Höhere Zinsen machen Anleihen attraktiver und können die Aktienbewertungen belasten.

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