Wirecard-Absturz: Kleinaktionär rechnet mit Deutscher Börse ab
· Börse Online Redaktion
Der Absturz der Wirecard-Aktie nach mehrfach in der "Financial Times" lancierten Betrugsvorwürfen bringt nicht nur Wirecard-Chef Markus Braun zunehmend unter Druck. Immer mehr Wirecard-Kleinaktionäre reagieren zunehmend verärgert auch auf das Verhalten der Deutschen Börse. Der Frankfurter Börsenbetreiber sieht bislang keinen Anlass, bei den teilweise dramatischen Abstürzen der Wirecard-Aktie um bis zu 30 Prozent einzugreifen, die eher an einen Penny-Stock erinnern als an ein DAX-Unternehmen - und ganz sicher kein Aushängeschild für den Finanzplatz Deutschland sind.
"Erneut habe ich als Aktionär von Wirecard viel Geld verloren - nicht aus Pech, Uninformiertheit oder wegen unglücklicher Spekulation, sondern weil vage Gerüchte die Runde machen und zu dieser unsäglichen Aktienkursentwicklung führen. Und Sie als Börsenbetreiber stehen nur da und schauen achselzuckend zu", schreibt ein wütender Anleger in einem Protestbrief an die Deutsche Börse, der dem Finanzportal BOERSE-ONLINE.de vorliegt. "Sie sind Aufseher der deutschen Börsen", schreibt der Aktionär weiter. "Sie haben deshalb auch eine besondere Verantwortung für die deutsche Aktienkultur. Ich kann nicht erkennen, dass Sie dieser Verantwortung gerecht werden."
√ Die Deutsche Börse müsse bei Vorgängen wie bei Wirecard frühzeitig einschreiten und die Aktie vorläufig vom Handel aussetzen. "Es kann nicht sein, dass eine im höchsten deutschen Index notierte Aktie Kapitalisierungsverluste in derartigen Größenordnungen nur aufgrund irgendwelcher Gerüchte erleidet."
Für den Briefeschreiber steht letztlich die Glaubwürdigkeit der deutschen Börsen mit ihrem Gütesiegel DAX auf dem Spiel. "Wenn man schon einem DAX-Wert nicht mehr trauen darf, wem dann?"
Seit Beginn der Berichterstattung in der FT über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten hat das Unternehmen Wirecard fast zehn Milliarden Euro Börsenwert verloren. Die Deutsche Börse hat bislang ein Aussetzen des Kurses bei Wirecard abgelehnt. "Eine Aussetzung kommt nur in Frage, wenn der ordnungsgemäße Börsenhandel gefährdet erscheint", heißt es dazu bei der Deutschen Börse. Dies sei bei Wirecard bislang nicht der Fall gewesen.
Mehr von BÖRSE-ONLINE.de gibt es auf Instagram und Facebook
Buchtipp: Inside Deepmind
Schachwunderkind, genialer Computerspiel- und Softwareentwickler, Mitgründer von DeepMind Technologies, Chemie-Nobelpreisträger: Heute ist Demis Hassabis Chairman seines inzwischen von Google übernommenen Unternehmens und verfolgt das Ziel, durch Allgemeine Künstliche Intelligenz die Geheimnisse der Biologie und der Physik zu entschlüsseln.
Der Bestsellerautor und Journalist Sebastian Mallaby sprach mehr als 30 Stunden mit Hassabis und befragte außerdem dessen Kritiker, Rivalen und Wegbegleiter. Entstanden ist das facettenreiche Porträt einer Firma und ihres Gründers, der jenseits des Silicon Valleys grenzenlose Intelligenz erschaffen will, die unser Verständnis des Universums verändern wird. Ein packender Blick auf ein Rennen um Talente, Rechenleistung und Macht, dessen Ausgang offen ist, und auf eine der faszinierendsten Erfolgsstorys unserer Zeit.
Autoren: Mallaby, Sebastian
Seitenanzahl: 560
Erscheinungstermin: 15.04.2027
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-137-6