Der Fonds investiert in Aktien und Anleihen. Wie hoch die Anlageklassen gewichtet werden, hängt von der Weltwirtschaft und der Geldpolitik ab 

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 14. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 43/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Der bereits im Jahr 1989 aufgelegte Carmignac Patrimoine zählt zu den Klassikern der europäischen Investmentbranche. Klassiker bedeutet aber nicht, dass der Mischfonds des französischen Vermögensverwalters Vergleichs­index und Konkurrenz stets hinter sich gelassen hat. In der Finanzkrise überzeugte er durch seine Widerstandsfähigkeit gegen den Abwärtstrend. Danach folgten auch Jahre mit schwächeren Ergebnissen. Im Jahr 2023 übernahm ein neues Managementteam die Steuerung. Die Folge: In drei Jahren legte der Fonds 35 Prozent zu.

Analyse von oben nach unten 

Mit dem Carmignac Patrimoine partizipieren Anleger an einem aus Aktien und Anleihen bestehenden Portfolio. Zur Abfederung von externen Schocks kann der Fonds auch in Gold investieren. Die Quoten der jeweiligen Anlageklassen resultieren aus der Top-down-Analyse weltwirtschaftlicher Entwicklungen und der Geldpolitik der Notenbanken. Aktuell hat der Fonds über 44 Prozent der Mittel in 64 Aktien investiert. „Das makroökonomische Umfeld legt das Risikobudget fest“, erklärt Jacques Hirsch. Der Manager und seine drei Kollegen suchen dann nach den Investments, die dem Lagebild entsprechend den besten Chance-Risiko-Mix bilden.

„Im Bereich KI rechnen wir weiterhin mit hoher Volatilität“, sagt Hirsch. Chancen sieht das Managementteam dagegen bei Unternehmen aus der Halbleiterbranche, die über Wettbewerbsvorteile in der Fertigung verfügen. Auch die Gewichtung von Cashflow-starken Unternehmen aus der Finanz- und Gesundheitsbranche haben die Manager zuletzt erhöht. Taiwan Semiconductor, Berkshire Hathaway und Mastercard sind prominent positioniert.

Bei der Festlegung des Anleiheanteils gehen die Fondslenker mit der gleichen Disziplin wie im Aktienbereich vor. „Wir entscheiden, an welcher Stelle der Zinskurve wir engagiert sein wollen und welche Bereiche des Kreditmarkts eine ausreichende Vergütung für die eingegangenen Risiken bieten“, erläutert Hirsch. Hoch gewichtet sind Staatsanleihen Italiens und der USA. Im Portfolio finden sich zudem Papiere aus den Schwellenländern und Unternehmensanleihen. Insgesamt umfasst das Anleiheportfolio 114 Emittenten. Der durchschnittliche Kupon beträgt 3,60 Prozent.

Die jüngsten Renditeanstiege bei Anleihen haben der Wertentwicklung nicht geschadet. Zum einen zahlen sich Short-Positionen insbesondere bei lang laufenden US-Staatsanleihen aus. Short-Position heißt: Der Fonds kann auch von fallenden Anleihekursen profitieren. Zudem hält der Fonds inflationsgeschützte Anleihen. Diese haben sich bislang besser entwickelt als herkömmliche Papiere. 

Fazit

Die kluge Kombination aus Aktien und Anleihen machen den Fonds zu einem attraktiven Baustein im Depot.

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