Der Preis für das Industriemetall hat sich in den vergangenen drei Jahren stark verteuert. Der globale Markt rutscht in ein Angebotsdefizit. Das schiebt den Preis weiter
Während Gold täglich die Schlagzeilen beherrscht und auch das Industriemetall Kupfer im Rampenlicht steht, hat ein anderes Metall im Verborgenen eine spektakuläre Preisrally hingelegt: Zink. Weitgehend unbemerkt von der breiten Anlegerschaft verzeichnet das für den Korrosionsschutz unverzichtbare Industriemetall seit Monaten einen kontinuierlichen Anstieg. Im Juni erreichte die Notierung an der London Metal Exchange (LME) mit rund 3.574 US-Dollar pro Tonne einen Vierjahreshöchststand und pendelt aktuell stabil um die Marke von 3.560 Dollar.
Auslöser der jüngsten Entwicklung ist eine Serie unerwarteter Produktionsausfälle auf der Angebotsseite. Eine Explosion in der Kazzinc-Anlage von Glencore in Kasachstan sowie Brandschäden in der Cajamarquilla-Hütte von Betreiber Nexa in Peru bremsten die Förderung und Produktion von Zink drastisch aus. Zudem belasten anhaltende seismische Störungen den Betrieb der schwedischen Garpenberg-Mine der Firma Boliden. Zusammen fördern und verhütten diese drei Länder jährlich knapp zwei Millionen Tonnen Zink. Der Anteil am Weltmarkt summiert sich auf rund 17 Prozent.
Das Metall wird in vielen strukturellen Trends wie dem globalen Netzausbau und der Rüstungsindustrie gebraucht. Dazu kommt ein steigender Bedarf an zinkbasierten Batteriesystemen. Da der globale Zinkmarkt vergleichsweise klein ist, schlagen sich diese Ausfälle im Angebot nieder. Die Rohstoffanalysten von JP Morgan taxieren den Rückgang des Minenangebots auf fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend haben die Analysten die Jahresprognose der weltweiten Produktion für raffiniertes Zink um 300.000 Tonnen nach unten korrigiert. Der Branchenverband der Industrie, die International Lead and Zinc Study Group, prognostiziert für das Gesamtjahr sogar ein handfestes Marktdefizit von rund 19.000 Tonnen. Die physische Knappheit spiegelt sich in den Lagerhäusern. Die LME-Zinkbestände, die im Vorjahr noch komfortable Puffer aufwiesen, sind massiv abgeschmolzen und bewegen sich um eine kritische Marke von etwa 119.000 Tonnen. Da kaum Reserven vorhanden sind, um kurzfristige Lieferengpässe auszugleichen, reagiert der Preis hochempfindlich auf jede Störung.
Fazit
Unter fundamentalen Aspekten spricht vieles für eine Fortsetzung der Preisrally. In der Tabelle stellt die Redaktion zwei ETCs vor, die die Entwicklung der Zinkfutures an der Börse eins zu eins abbilden. Den ETC von Wisdomtree gibt es auch in einer währungsgesicherten Version (A1PCF0). Der Zink-ETC von BNP Paribas ist rolloptimiert, dafür ist er bei den laufenden Kosten höher.