Trotz der kräftigen Goldrally der vergangenen Jahre hält der australische Rohstoffinvestor Charlie Aitken das Edelmetall weiterhin für unterbewertet. Eine Modellrechnung führt sogar zu einem Goldpreis von rund 15.000 Dollar – etwa 240 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Auf der diesjährigen Resources Rising Stars Conference in Australien (9. bis 10. September 2026) zeigte sich Charlie Aitken, Investment Director der Regal Partners Group, ausgesprochen optimistisch für Gold. Im Zentrum seiner Argumentation stehen die stark gestiegene Staatsverschuldung und die anhaltend hohen Haushaltsdefizite. Allein die US-Staatsschulden haben inzwischen die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten.
Aitken bezieht sich dabei auf ein Zitat des früheren US-Bankiers J. P. Morgan: „Gold ist Geld, alles andere ist Kredit“. Während Staatsanleihen letztlich Zahlungsversprechen eines Staates darstellen, ist physisches Gold selbst ein Vermögenswert. Gerade in einer Welt, in der Staaten immer höhere Schulden finanzieren müssen, könnte diese Eigenschaft nach Aitkens Einschätzung wieder stärker ins Gewicht fallen.
Seine Überlegung führt zu einer spektakulären Beispielrechnung. Würden die USA wieder zu einem Goldstandard zurückkehren und müsste Gold entsprechend der inzwischen auf mehr als 40 Billionen Dollar gestiegenen Staatsverschuldung bewertet werden, ergäbe sich nach Aitkens Berechnung ein Goldpreis von ungefähr 15.000 Dollar je Feinunze. Gegenüber einem aktuellen Goldpreis von rund 4.400 Dollar entspräche dies einem theoretischen Aufwärtspotenzial von etwa 240 Prozent. Aitken hält Gold auf dieser Grundlage für unterbewertet.
15.000 Dollar sind keine klassische Goldpreisprognose
Für Anleger ist allerdings eine wichtige Einschränkung entscheidend: Die 15.000 Dollar sind kein klassisches Kursziel für Ende 2026, 2027 oder einen anderen festgelegten Zeitpunkt. Aitkens Rechnung basiert auf einem hypothetischen Goldstandard, dessen Wiedereinführung derzeit nicht absehbar ist. Die Zahl soll vielmehr verdeutlichen, wie stark sich das Verhältnis zwischen der begrenzten Goldmenge und der enorm gewachsenen Verschuldung verändert hat.
Die eigentliche Goldthese ist deshalb weniger spektakulär als die 15.000-Dollar-Marke, aber für langfristig orientierte Anleger relevanter: Wachsen Staatsverschuldung und Defizite weiter, könnte das Vertrauen in klassische Papierwährungen und Staatsanleihen leiden. Gold könnte dann als knappes monetäres Gut und Wertaufbewahrungsmittel stärker gefragt sein.
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Auch Incrementum-Modelle ergeben deutlich höhere Goldpreise
Aitken ist mit solchen Modellrechnungen nicht allein. Auch Ronald-Peter Stöferle und das Team des „In Gold We Trust Reports“ von Incrementum beschäftigen sich mit sogenannten Schattengoldpreisen. Dabei wird berechnet, welcher Goldpreis erforderlich wäre, um bestimmte Teile der Geldmenge durch die Goldreserven der Zentralbank zu decken.
Für die USA wies das Incrementum-Modell bei einer vollständigen Deckung der Geldbasis M0 im Frühjahr sogar einen theoretischen Goldpreis von rund 20.900 Dollar aus. Historisch waren jedoch deutlich niedrigere Deckungsquoten üblich: Eine Golddeckung von 40 Prozent, wie sie der Federal Reserve Act von 1914 vorsah, entspräche demnach etwa 8.350 Dollar, eine Deckung von 25 Prozent rund 5.200 Dollar. Würde die historische Rekord-Golddeckung von 131 Prozent aus dem Jahr 1980 erreicht, läge der rechnerische Goldpreis sogar bei ungefähr 27.000 Dollar.
Fazit: All diese Werte sind natürlich keine konkreten Prognosen. Sie zeigen vielmehr, welche Goldpreise sich unter bestimmten monetären Annahmen rechnerisch ergeben würden. Gemeinsam ist den Modellen jedoch eine zentrale These: Je stärker Schulden und Geldmengen im Verhältnis zum verfügbaren Gold wachsen, desto höher fällt dessen theoretischer monetärer Wert aus.
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