Indonesien ist Marktführer auf dem Nickelmarkt. Das Land will seine Dominanz bei der Preis­bildung durchsetzen. Durch den gefallenen Preis erhöht sich der Druck.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 22. Juli in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 31/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Auf die erneute Verschärfung im USA-Iran-Konflikt reagierten die Industriemetallmärkte mit einer breiten Preisschwäche. Eine Ausnahme: Nickel hält sich bislang stabil um das Niveau von 16.500 Dollar je Tonne, der Abwärtstrend scheint gestoppt zu sein. Seit dem Jahreshoch, damals wurden Notierungen über 19.000 Dollar für eine Tonne erreicht, gab die Nickelnotiz rund 20 Prozent nach. Hintergrund war vor allem die Erwartung, dass Indonesien die Förderquoten der heimischen Produzenten anhebt. 

Der Inselstaat steht für zwei Drittel des weltweiten Nickelangebots. 2020 verhängte die Regierung ein Exportverbot für Rohnickelerz, um so den Aufbau heimischer Produktion zu fördern. Im März senkte Indonesien seine Nickelproduktionsziele für das laufende Jahr drastisch und weitete staatliche Beschränkungen aus, um die Kontrolle über das globale Angebot zu maximieren. Der Schuss ging nach hinten los. 

Die Regierung bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen der künstlichen Verknappung, der den heimischen Schmelzen schadet und einem Eindämmen der in den letzten Jahren massiven Produktionsausweitungen, die wiederum zu dem Preisverfall am Nickelmarkt beigetragen haben. Insofern könnte der Preis noch eine Weile deutlichen Schwankungen ausgesetzt sein, bis die Regierung die notwendigen Stellschrauben anzieht, die dann wohl zu höheren Nickelpreisen führen sollten. 

Derweil gibt es eine aktuelle Einschätzung der International Nickel Study Group (INSG) für das Jahr 2026. Die Experten gehen von einem Angebotsdefizit von 32.000 Tonnen aus. Die revidierte Prognose ist maßgeblich auf die niedrigen Förderquoten in Indonesien zurückzuführen. Sollte es so kommen, wäre es das erste Nickeldefizit seit 2021. Die aktualisierte Prognose stellt auf jeden Fall eine drastische Abkehr von der früheren Prognose eines Überschusses von 261.000 Tonnen dar und steht in starkem Kontrast zu einem gut versorgten Markt im Jahr 2025, der ein leichtes Überangebot verzeichnete.

Anleger können über ETCs an einem steigenden Nickelpreis mitverdienen. In der Tabelle sind zwei Produkte aufgeführt. Der WisdomTree-Nickel-ETC bildet die Wertentwicklung des Bloomberg Nickel Subindex ab. Nickel notiert in US-Dollar. Wer das Währungsrisiko ausschalten will, greift zur währungsgesicherten Variante (WKN: A1PCFU). Der Nickel-ETC von BNP Paribas bildet die Wertentwicklung der Nickel-Futures an der Londoner Börse ab. Auch dazu gibt es eine Variante mit Währungssicherung (WKN: PZ9REN).

Fazit

Der Markt für Nickel geht laut Expertenschätzungen 2026 in ein Defizit. Indonesien, das Land mit der höchsten Produktion, will steigende Preise durchsetzen. Über ETCs partizipieren Anleger. 

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