Die jüngsten 13F-Meldungen zum iShares Silver Trust liefern interessante Einblicke in das Verhalten institutioneller Anleger während der heftigen Silberpreiskorrektur. Besonders auffällig: Während zahlreiche Investoren ausstiegen, bauten einige große Finanzadressen ihre Positionen massiv aus – allen voran Morgan Stanley.
Der iShares Silver Trust (SLV) gilt als weltgrößter Silber-ETF und ermöglicht Anlegern, an der Entwicklung des Silberpreises teilzuhaben. Ein Blick auf die F13-Filings zeigt, wie sich deren Engagement zwischen Ende März und Ende Juni 2026 verändert hat. Die Daten sind allerdings eine Momentaufnahme und sagen nichts darüber aus, wie die betreffenden Positionen heute aussehen.
Das zweite Quartal war für Silber ausgesprochen schwierig. Der Silberpreis verlor rund 22 Prozent. Entsprechend sank auch der gemeldete Marktwert der SLV-Bestände institutioneller Investoren: Dieser reduzierte sich innerhalb von drei Monaten von 9,6 Milliarden auf 7,7 Milliarden Dollar – ein Minus von knapp 20 Prozent. Gleichzeitig fiel die Zahl der gemeldeten Anteilseigner von 1.718 auf 1.524 (minus 11 Prozent).
Umso bemerkenswerter ist eine andere Kennzahl: Die insgesamt gemeldete Zahl der SLV-Anteile stieg trotz des schwierigen Marktumfelds von 141,4 Millionen auf 144,2 Millionen Stück. Das entspricht einem Zuwachs um knapp 2,8 Millionen Anteile beziehungsweise rund zwei Prozent. Vereinfacht ausgedrückt: Zwar waren Ende Juni weniger institutionelle Investoren engagiert, die verbliebenen beziehungsweise neu hinzugekommenen Adressen hielten insgesamt jedoch mehr Anteile.
Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der professionellen Anleger den kräftigen Preisrückgang nicht als Grund zur Flucht betrachtete, sondern offenbar zum Ausbau des Silberengagements nutzte. Wichtig zu wissen: Aus den 13F-Daten lässt sich weder die Motivation eines Investors noch seine gesamte Handels- oder Absicherungsstrategie ablesen.
Morgan Stanley steigt mit 13,5 Millionen Anteilen ein
Besonders ins Auge fällt die Entwicklung bei Morgan Stanley. Während für Ende März in der Vergleichstabelle keine Position ausgewiesen wurde, meldete der Finanzkonzern Ende Juni knapp 13,5 Millionen SLV-Anteile. Damit landete Morgan Stanley auf Anhieb auf Platz eins der aufgeführten institutionellen Investoren – noch vor UBS mit knapp 10,5 Millionen und Bank of America mit rund 9,2 Millionen Anteilen. Unter den 50 größten Positionen findet sich noch ein weiterer Neueinsteiger: Capitolis Liquid Global Markets meldete Ende Juni 666.000 Anteile, nachdem Ende März keine Position ausgewiesen worden war.
Doch nicht nur neue Investoren nutzten das niedrigere Preisniveau. Mehrere bereits engagierte Adressen stockten ihre Positionen ausgesprochen kräftig auf. Cambridge Investment Research Advisors erhöhte den Bestand um 102 Prozent auf rund 1,69 Millionen Anteile. Schonfeld Strategic Advisors baute seine Position sogar um 181 Prozent auf knapp 1,18 Millionen Stück aus. Marshall Wace erhöhte um 109 Prozent auf rund 825.000 Anteile. Besonders kräftig fiel der prozentuale Zuwachs bei Renaissance Technologies aus: Der Bestand sprang von rund 109.000 auf knapp 538.000 Anteile – ein Plus von 393 Prozent.
Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup kaufen Silber-ETF
Auch bei einigen der bekanntesten Wall-Street-Adressen nahm das Silber-Engagement deutlich zu. Goldman Sachs erhöhte seine Position im zweiten Quartal um 69 Prozent auf 4,13 Millionen Anteile. JPMorgan Chase stockte um gut 53 Prozent auf rund 2,62 Millionen Anteile auf. Citigroup erhöhte ihre Position um 40 Prozent auf knapp 414.000 Stück.
Fazit: Die 13F-Daten liefern zwar kein einheitliches Kaufsignal für Silber. Sie zeigen jedoch, dass einige institutionelle Investoren die heftige Korrektur offenbar zum Einstieg oder zu deutlichen Aufstockungen genutzt haben. Besonders die neue Großposition von Morgan Stanley sowie die kräftigen Zukäufe von Goldman Sachs, JPMorgan und anderen Adressen fallen auf. Zusammen mit der insgesamt gestiegenen Zahl gemeldeter SLV-Anteile spricht dies dafür, dass zumindest ein Teil der professionellen Investoren die langfristigen Perspektiven von Silber trotz der hohen Volatilität weiterhin ausgesprochen positiv beurteilt.
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