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Überblick: Was Experten zur Goldpreisentwicklung sagen

Überblick: Was Experten zur Goldpreisentwicklung sagen
02.08.2014 17:00:00

Argentinien ist de facto pleite, im Nahen Osten eskaliert der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern und die Ukraine-Krise spitzt sich ebenfalls weiter zu. Gehört Gold ins Portfolio? Wie könnte die Goldpreisentwicklung aussehen? Welche passenden Investments könnten sich lohnen? BÖRSE ONLINE hat fünf Experten gefragt. Hier die Interviews. Von A. Höss und P. Gewalt




Bert Flossbach

Der Vermögensverwalter und Manager des FvS Multiple Opportunities rechnet mit steigenden Goldpreisen zum Jahresende

"Sicherheitsgold gehört ins Portfolio"

Herr Flossbach, gehört Gold in das Portfolio eines Anlegers?

Gold dient in einem Portfolio als Versicherung gegen bekannte und unbekannte Risiken. Unserer Meinung nach sollte es deshalb elementarer Bestandteil eines diversifizierten Vermögens sein. Die Währung der letzten Instanz gewinnt an Bedeutung, wenn die Menschen das Vertrauen in die Papiergeldwährungen wie Dollar, Euro oder Yen verlieren. Je schneller die Zentralbankgeldmengen wachsen, desto eher wird das der Fall sein. Deshalb raten wir dazu, zehn Prozent des liquiden Vermögens in Sicherheitsgold zu investieren.


Bert Flossbach, Fondmanager der Flossbach von Storch AG

Sicherheitsgold? Die Wertentwicklung ist bei Gold zweitrangig?

Zumindest sollte man bei Sicherheitsgold nicht ständig auf die Wertentwicklung schauen. Darüber hinaus ist es aber natürlich legitim, Gold aus taktischen Erwägungen zu kaufen. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von Spekulationsoder Performancegold.

Wie sieht es in Ihrem Fonds aus? Haben Sie dort Sicherheits- oder Spekulationsgold?

Der Goldanteil ist 2013 gesunken, weil wir trotz Mittelzuflüssen nicht zugekauft hatten. Ende 2013 haben wir jedoch begonnen, den Anteil wieder leicht auf rund zehn Prozent aufzustocken. Wir haben also eher Sicherheitsgold - das aber 2014 positiv zur Performance beitragen sollte.

Der Goldpreis wird steigen?

In den kommenden Monaten könnten die Abflüsse bei Goldfonds ihre finale Phase erreichen - und den Preis nochmal drücken. Das Rückschlagpotenzial ist wegen der Nachfrage in den Schwellenländern jedoch begrenzt. Ende 2014 dürfte der Goldpreis deutlich höher notieren als heute. Steigt der Preis, kommen die Spekulanten wieder, die meist in Gold-ETFs investieren. Höchstpreise sind aber erst zu erwarten, wenn Investoren Gold wieder als Währung der letzten Instanz sehen.

Auf Seite 2: Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank

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Bildquelle: Shannon Stapleton/Reuters, Thomas Rabsch, Deka Bank, Günther Peroutka, M & W Privat, Julia Schwager/Commerzbank AG

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