Der Ifo-Geschäftsklimaindex steigt im August stärker als erwartet. Das zeigt: Die deutsche Konjunktur ist noch nicht gesund, aber sie kommt wieder in Bewegung.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im August um 2,1 Punkte auf 88,8 Zähler und damit den vierten Monat in Folge. Laut Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Zuversicht unter den Unternehmen zugenommen. Für die Börse ist das noch kein Boom-Signal, aber ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Stimmung weiter aufhellt.
Die Volkswirte von Commerzbank Research sprechen ebenfalls von einer deutlichen Verbesserung. „Das Ifo-Geschäftsklima hat sich im August trotz der wieder gestiegenen Energiepreise deutlich aufgehellt. Dies spricht dafür, dass sich die Konjunktur trotz einiger Belastungsfaktoren in den kommenden Monaten weiter beleben wird“, schrieb Ralph Solveen in seinem Economic Briefing.
Mehr Optimismus
Besonders wichtig ist dabei, dass beide Unterkomponenten des Index gestiegen sind. Die Unternehmen bewerten nicht nur die aktuelle Lage besser, sondern blicken auch optimistischer auf die kommenden Monate. Commerzbank-Volkswirt Solveen zeigt sich überrascht: „Gerade Letzteres ist angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Energiepreise und der Belastung durch die anhaltende Trockenheit eine positive Überraschung.“
Auffällig sei auch die Breite der Verbesserung über alle Branchen. Laut Ifo hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe spürbar verbessert, auch im Dienstleistungssektor ging es aufwärts. Commerzbank Research hebt besonders hervor, dass sich die Industrie die Lage merklich positiver beurteile.
Die Bank sieht darin ein gutes Zeichen für die kommenden Quartale. „Offensichtlich profitiert die deutsche Wirtschaft von einer deutlich stärkeren Nachfrage aus dem Ausland, und der – anscheinend bisher verhaltene – Rückenwind von höheren Staatsausgaben dürfte in den nächsten Quartalen eher zunehmen.“
„Aufwärtsrisiken“ für Wachstumsprognose
Ganz entspannt sei die Lage noch nicht, aber die bessere Stimmung bei den Unternehmen spreche dafür, dass die negativen Auswirkungen der wieder gestiegenen Energiepreise und der extremen Trockenheit die Wirtschaft auch im dritten Quartal weniger belasteten als bisher angenommen. „Auch wenn wir davon ausgehen, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin durch umfangreiche strukturelle Probleme gebremst wird – worauf auch die weiterhin schwachen privaten Investitionen deuten – bestehen für unsere Wachstumsprognose für 2026 von 1 Prozent sicherlich eher Aufwärtsrisiken“, schreibt die Commerzbank.
Enthält Material von dpa-AFX