Der DAX steigt am Donnerstag. Das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: BMW, Symrise, Munich Re, Aixtron, BBVA, L'Oreal, Starbucks und Bitcoin.

Auch nach Inflationsdaten aus Deutschland hat sich der hiesige Aktienmarkt am Donnerstag gut behauptet. Der Dax gewann am Nachmittag 0,2 Prozent auf 25.515 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen notierte leicht im Plus bei 32.051 Zählern. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es zuletzt um 1,0 Prozent nach oben.

Angesichts der Sorgen über KI-Kosten und der neuen gegenseitigen Angriffe im US-Iran-Konflikt sei die Stimmung auf dem Parkett verhalten, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Selbst die ausgebliebene Zinsanhebung durch die US-Notenbank könne nicht für neue Euphorie sorgen, weil man davon ausgehe, dass das Stillhalten nur vorläufig sei.

Nach dem Auslaufen des Tankrabatts sind die deutschen Verbraucherpreise im Juli um 2,8 Prozent sprunghaft gestiegen. Dass die Inflationsrate zugelegt habe, müsse angesichts des Ölpreisanstiegs nicht verwundern, erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Beim Blick auf die Kerninflation - also die Teuerung ohne Nahrungsmittel und Energie - gebe es hingegen eine kleine Überraschung. Denn hier sei der Wert von 2,5 auf 2,4 Prozent gesunken, so Gitzel.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins wie erwartet ein weiteres Mal unverändert gelassen. Geopolitisch bleibt die Lage im Iran angespannt. Als Antwort auf Irans Angriff gegen die US-Truppen im Nahen Osten griff das US-Militär in der Nacht wieder Ziele in der Islamischen Republik an.

Im Fokus stehen die Aktien von Adidas mit einem Kurseinbruch von mehr als 18 Prozent angesichts einer enttäuschenden Ergebnisentwicklung des Sportartikelherstellers im zweiten Quartal. Analyst James Grzinic von Jefferies sprach von einer unerwartet deutlichen Steigerung der operativen Kosten. Die starke Wachstumsdynamik im zweiten Quartal rücke daher in den Hintergrund.

Nach einem trägen Jahresstart konnte Symrise im zweiten Quartal aus eigener Kraft wieder wachsen. Die Jahresziele bestätigte der Hersteller von Duftstoffen und Aromen. Die Aktien gewannen an der Dax-Spitze 4,8 Prozent.

Der Münchner Triebwerksbauer MTU legte dank eines brummenden Wartungsgeschäfts im zweiten Quartal stärker zu als gedacht. Vorstandschef Johannes Bussmann hob seine Prognose für den freien Barmittelzufluss etwas an. Die MTU-Papiere zeigten sich zuletzt kaum verändert.

Anzeichen einer Geschäftsbelebung bescherten der Siltronic-Aktie mit plus 11 Prozent kräftigen Rückenwind. Die Indikation einer Erholung im Geschäft mit 200-Millimeter-Wafern sei positiv und sollte den zuletzt gefallenen Aktienkurs stützen, schrieb Analyst Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies.

Knorr-Bremse erhöhte nach einem robusten ersten Halbjahr den Ausblick für das laufende Jahr. Die Papiere verloren dennoch 5,8 Prozent. Die neuen Ziele bis 2030 böten kaum Impulse, hieß es von der DZ Bank.

Die Anteile des Staplerherstellers und Lagerhaus-Spezialisten Kion sanken nach der Zahlenvorlage um 6,6 Prozent. Für Nemetschek ging es nach den Quartalszahlen um 9,4 Prozent bergab, womit die Papiere des Bausoftwareherstellers ihrem zuletzt starken Lauf Tribut zollten

DAX (WKN: 846900)

Aktien USA

Starke Geschäftsjahreszahlen von Microsoft sorgen am Donnerstag vor allem an der Nasdaq-Börse für eine kräftige Erholung. Der technologielastige Leitindex Nasdaq 100 sprang im frühen Handel um fast drei Prozent auf 27.977 Punkte nach oben. Er könnte so eine sechstägige Verlustserie beenden. Enttäuschung bei Meta tat dem keinen Abbruch. Nach Börsenschluss stehen mit Apple und Amazon schon die nächsten Hochkaräter mit ihren Zahlenveröffentlichungen an.

Schnäppchenjäger übernahmen an der Nasdaq das Ruder, doch außerhalb des Tech-Sektors war der Rückenwind geringer. Auch in Deutschland zogen die Aktien von Infineon und Siemens Energy deutlich an. Der Dow Jones Industrial hatte zuletzt mit einigen Gewinntagen aber auch eine viel bessere Phase hinter sich als der Nasdaq 100. Er stieg nun um 0,6 Prozent auf 51.911 Zähler. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,2 Prozent auf 7.403 Punkte nach oben.

Im Fokus stand auch die Nachlese des jüngsten Zinsentscheids. Nach der fünften Zinspause in Folge sind Experten längst nicht mehr so überzeugt wie zuvor, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bei der kommenden Sitzung wirklich erhöhen wird. Die Entwicklungen in Nahost werden auch weiter kritisch beäugt, auch wenn sie aktuell kaum bewegen, da neuerliche US-Angriffe gegen den Iran von US-Präsident Donald Trump bereits angekündigt waren.

Nachrichten Deutschland

Symrise wächst wieder aus eigener Kraft - Jahresziele bestätigt

Nach einem trägen Jahresstart ist der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise im zweiten Quartal aus eigener Kraft wieder gewachsen. Damit ergibt sich für das erste Halbjahr im Jahresvergleich ein organisches Umsatzplus, also ohne Wechselkurs- und Portfolioeffekte, von zwei Prozent auf rund 2,54 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Vor allem wegen Belastungen durch Wechselkurseffekte ergibt sich nominal ein Minus von 0,6 Prozent.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten blieben vom Umsatz 21,8 Prozent hängen. Absolut bedeutet das einen Rückgang des operativen Gewinns um knapp 2 Prozent auf 553 Millionen Euro. Der Rückgang lag an Kosten im Zusammenhang mit dem Transformationsprogramm des Unternehmens sowie an den geopolitischen Spannungen in Nahost. Dennoch übertraf Symrise die mittlere Analystenschätzung etwas. Unter dem Strich verdienten die Niedersachsen mit 265 Millionen Euro einen Tick weniger als vor einem Jahr. Die Jahresziele bestätigte Symrise-Chef Jean-Yves Parisot.

Geringe Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

Die Welt ist im ersten Halbjahr im Vergleich zu früheren Jahren von den ganz großen Naturkatastrophen weitgehend verschont geblieben. Stürme, Erdbeben, Überschwemmungen und andere Ereignisse richteten nach Angaben der Versicherungsbranche im ersten Halbjahr geringere Schäden an als in den vergangenen Jahren. Doch das ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re wie bereits 2025 hauptsächlich Zufall, keine Entwarnung vor den Folgen steigender Temperaturen auf dem Planeten.

Der Münchner Dax-Konzern bezifferte die von Anfang Januar bis Ende Juni verursachten weltweiten Gesamtschäden auf etwa 112 Milliarden Dollar (97,8 Mrd Euro), davon nur 44 Milliarden Dollar versichert. Das lag deutlich unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre von 66 Milliarden Dollar versicherter Schäden. Die jüngsten Taifune in Ostasien und die Waldbrände im Süden Europas fallen allerdings nicht mehr in das erste Halbjahr und tauchen daher in der Schadenbilanz noch nicht auf.

BMW-Ergebnis bricht mit China-Schwäche ein

Der Autobauer BMW bekommt die Krise im wichtigen Absatzmarkt China weiter deutlich zu spüren. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal im Jahresvergleich um knapp 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Die Ergebnisse kamen dabei noch deutlicher unter Druck: Die für den Kapitalmarkt wichtige Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte sackte von 5,4 auf 2,3 Prozent ab. Analysten hatten sogar noch einen etwas deutlicheren Rückgang einkalkuliert.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um 39 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro, unter dem Strich rutschte der Überschuss um mehr als ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro ab. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic behielt die im Juni wegen der China-Probleme gesenkte Konzernprognose bei.

Zudem bestätigte der Manager die Einigung mit Arbeitnehmervertretern auf ein Personalabbauprogramm, allerdings noch ohne Details zu nennen. Die Rahmenbedingungen für BMW würden sich in den kommenden Jahren verschärfen, sagte Nedeljkovic laut Mitteilung. Der Konzern will dpa-Informationen zufolge rund 8.000 Stellen streichen, um Kosten zu sparen. Der Personalabbau soll unter anderem auch über ein Abfindungsprogramm erfolgen, wie es vom Unternehmen weiter hieß.

Aixtron auf Erholungskurs - Händler: Auftragseingang überzeugt

Für Aktien von Aixtron zeichnet sich am Donnerstag nach Quartalszahlen ein Erholungsversuch ab. Auf der Handelsplattform Tradegate gewannen die Anteilsscheine des Chipindustrieausrüsters im Vergleich zum Xetra-Schluss 3,4 Prozent auf 34,49 Euro.

Ein Händler sprach in einer ersten Reaktion von einem starken Auftragseingang im zweiten Quartal. Zudem untermauere der Umsatzausblick für das dritte Quartal die Geschäftsbelebung.

Nach einem rasanten, vom KI-Boom getriebenen Kursanstieg bis auf fast 63 Euro Mitte Juni ging es bis zum Vortag fast ebenso schnell bergab, und zwar um insgesamt fast 50 Prozent. Hintergrund sind Gewinnmitnahmen durch Anleger bei stark gelaufenen Aktien mit KI-Bezug. So liegt das Aixtron-Papier 2026 trotz des jüngsten Rückschlags immer noch fast 93 Prozent im Plus.

Nachrichten International

Höhere Zinsen treiben Gewinn der BBVA nach oben - Aktienrückkauf

Höhere Zinseinnahmen haben der spanischen Großbank BBVA auch im zweiten Quartal einen Gewinnsprung verschafft. Der Überschuss wuchs im Jahresvergleich um elf Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro, wie das im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gelistete Institut am Donnerstag mitteilte. Damit übertraf BBVA die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Jetzt will die Bank ab Anfang August bis zu zwei Milliarden Euro für den Rückkauf weiterer Aktien ausgeben.

Kosmetikkonzern L'Oreal wächst überraschend kräftig

Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal ist dank einer starken Nachfrage nach Haarpflegeprodukten im zweiten Quartal kräftig gewachsen. Konzernweit legte der Umsatz im Jahresvergleich um 8,2 Prozent auf 11,62 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwochabend in Paris mitteilte. Das war etwas mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Bereinigt um Währungseffekte und den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen steigerte L'Oreal den Umsatz um 6,3 Prozent. Analysten hatten hier weniger erwartet. Der operative Gewinn legte im gesamten ersten Halbjahr um 6,8 Prozent auf 5,06 Milliarden Euro zu. Die Aktien des Unternehmens legte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um drei Prozent zu.

Starbucks hebt Jahresprognose an – „Back to Starbucks"-Strategie zeigt Wirkung

Starbucks hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar erzielt, den Gewinn je Aktie um 70 Prozent auf 0,85 Dollar gesteigert und die operative Marge um 430 Basispunkte auf 14,4 Prozent ausgeweitet – das vierte Quartal in Folge mit positivem Wachstum bei vergleichbaren Filialen. CEO Brian Niccol hob hervor, dass die Filialsanierungsprogramm-Marke von 1.000 aufgewerteten Standorten in Nordamerika früher als geplant erreicht wurde und bis Jahresende nun mindestens 1.500 Uplifts angestrebt werden. Die Jahresprognose für den Gewinn je Aktie wurde auf 2,55 bis 2,65 Dollar angehoben; das China-Geschäft wird fortan als Gemeinschaftsunternehmen mit 40-Prozent-Beteiligung bilanziert.

Fed lässt Zinsen unverändert – Iran-Eskalation treibt Ölpreise

Die US-Notenbank hat den Leitzins wie erwartet unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen; im Fokus stehen nun die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh zur künftigen Geldpolitik – mögliche Zinserhöhungssignale würden Risikoanlagen wie Bitcoin belasten, während eine längere Zinspause Rückenwind geben könnte. Parallel dazu verschärfte Präsident Trump den Ton gegenüber dem Iran deutlich, was WTI-Rohöl um 7,6 Prozent und Brent um 5,4 Prozent nach oben trieb und Inflationssorgen anheizte. Bitcoin notiert knapp unter 64.000 Dollar und gibt damit wie andere Kryptowährungen leicht nach, während asiatische Halbleiteraktien infolge wachsender Bedenken über die Verschuldung großer KI-Konzerne besonders stark unter Druck stehen.

Enthält Material von dpa-AFX

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