Der Wedbush-Analyst Dan Ives fällt regelmäßig durch extrem hohe Kursziele und seinen überbordenden Optimismus auf. Jetzt tritt er überraschend ab – oder doch nicht?
Es gibt Analysten, die ihre Branche nüchtern, aus der Distanz covern und eher vorsichtige Kursziele und Empfehlungen setzen. Dann gibt es die, die sich von der Euphorie in einem Sektor mitreißen lassen und eher die positiven als die negativen Kurstreiber für ihr Aktienuniversum sehen.
Und es gibt Dan Ives.
Der Analyst von Wedbush Securities ist der Paradiesvogel seiner Zunft: Ives tritt vorzugsweise in knallbunten Hawaiihemden oder im pinkfarbenen Sakko auf. Und die Kursziele, die Ives in seinen zahlreichen TV-Interviews nennt, lassen den Rest der Analystenzunft regelmäßig ratlos zurück: Der Mann denkt groß – zu groß?
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Jedes Kursziel getoppt
Tesla, Apple, Nvidia, Palantir – Ives covert quasi jede Aktie, die in den vergangenen Jahren „hot“ war. Dass auch Microsoft oder Amazon zu seinem Universum gehören, geht da schon fast ein wenig unter.
Auffällig ist, dass der Analyst regelmäßig fast jedes Kursziel seiner Kollegen noch einmal toppt. Und seine Aussagen bewegen den Markt: „Wir glauben, dass Tesla im Jahr 2026 eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar erreichen kann, im Bull Case sogar drei Billionen Dollar“, sagte Ives am 15. Dezember 2025. Kurz darauf schoss die Tesla-Aktie auf 488 Dollar, ihr bisheriger Höchststand. Das entsprach einem Börsenwert von rund 1,85 Billionen Dollar.
Sein Kursziel für Nvidia hob Ives nach der Entwicklerkonferenz GTC im März einfach mal auf 300 Dollar an. Damals notierte Nvidia knapp über 180 Dollar. Zweifel, dass der KI-Platzhirsch mal Konkurrenz bekommen könnte? Iwo! Ives sieht Nvidia „an der Spitze der KI-Nachfragekurve für 2026 und darüber hinaus“. Die Konsenserwartungen hält er für viel zu konservativ.
Hat der „Super-Bulle“ Ives eigentlich jemals eine Aktie zum Verkauf empfohlen? Wir können uns nicht daran erinnern.
Eine Börsenwelt ohne Ives ist möglich – aber sinnlos
Umso überraschender kam am Mittwoch die Nachricht: Dan Ivs tritt ab. Der Star-Analyst verlässt Wedbush und damit auch den KI-Fonds, den er zuletzt für das Wertpapierhaus managte.
Die Frage ist: Warum? Und: Warum jetzt? Geht Ives, weil er ahnt, dass die Stimmung an den Märkten bald kippen könnte? Es wäre ein schlauer Schachzug, nicht mehr an Bord zu sein, wenn er Rede und Antwort für seine stratosphärischen Kursziele stehen müsste.
Kapitalbeschaffer für die KI-Branche?
Ives stellt es anders dar. Tatsächlich hat er schon einen Plan: „Es waren acht phänomenale Jahre bei Wedbush“, sagte Ives in einem Interview mit CNBC. „Aber wenn ich auf die nächste Chance blicke, dann ist es die Gründung einer modernen Handelsbank mit großartigen Partnern, langfristigem Kapital und etwas, von dem ich glaube, dass es die Sichtweise der Wall Street auf Investmentbanken verändern wird.“
Auch Research soll diese neue „All-in-One-Handelsbank“ bereitstellen.
Klingt wie eine Investmentbank, könnte aber auch ein Fonds sein – ein Private-Debt-Fonds womöglich? Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn sich am Ende die KI-Branche, die dringend frisches Kapital für ihre weiteren Expansionspläne benötigt, am Ende das Geld dafür bei Ives‘ neuem Institut leiht – und der Mann mit den bunten Hawaiihemden dadurch seine Prognosen überhaupt erst möglich macht.
Ives erklärte, er wolle selbst weiterhin Technologieaktien im Rahmen seiner Research-Tätigkeit „begleiten“. Es ist also nicht zu erwarten, dass wir bald nichts mehr von Dan Ives hören – eher im Gegenteil.
Ives' neues Kursziel für SpaceX
Am Dienstag äußerte sich Ives – noch in alter Funktion bei Wedbush – erstmals zu SpaceX. Die Empfehlung lautet – wie könnte es anders sein – „Outperform“. Das Kursziel von 190 US-Dollar ist für seine Verhältnisse überraschend konservativ. Aber man muss sich ja noch Luft nach oben lassen.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Tesla, Apple.
Viele der Aktien im Kosmos von Dan Ives stammen aus der KI-Branche. Statt jede einzeln zu kaugen. könen Sie mit einem Zertifikat auf den "Künstliche Intelligenz-Index" von BÖRSE ONLINE gleich 17 Treiber des KI-Booms gleichzeitig einsammeln.
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Häufige Fragen zum Thema
Wer ist Dan Ives?
Dan Ives, gilt als einer der profiliertesten Technologieanalysten der Wall Street. Er fällt seit Jahren als großer Optimist auf und setzt bei Tesla oder Nvidia häufig Kursziele, die weit über den Konsensschätzungen liegen.
Welche Aktien beobachtet Dan Ives?
Die zehn wichtigsten Aktien aus Ives' derzeitigem Research-Kosmos sind Tesla, Apple, Microsoft, Nvidia, Alphabet / Google. Amazon, Palantir, CrowdStrike, Palo Alto Networks und Oracle.
Was macht Dan Ives nach seiner Zeit bei Wedbush?
Der Star-Analyst will eine „All-in-One-Handelsbank“ gründen, die Research, Beratung, Kapitalbeschaffung und Investitionen unter einem Dach vereint.
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