Der Star-Analyst Dan Ives von Wedbush Securities sieht den Nasdaq Composite in einem Jahr bei 30.000 Punkten. Die KI-Rally habe die Skepsis der Anleger verdrängt, sagt er – der wahre Boom stehe noch bevor.

Dan Ives, Managing Director bei Wedbush Securities, gehört zu den schillerndsten Vertretern seiner Zunft. Der Tesla- und Nvidia-Bulle fällt regelmäßig nicht nur mit bunt gemusterten Hawaii-Hemden und pinken Sakkos auf, sondern auch mit seinen Kurszielen.

Am Montag haute Ives wieder einen raus. In der CNBC-Sendung „Squawk Box Europe“stellte er die Prognose auf, dass der Nasdaq Composite in den kommenden zwölf Monaten auf 30.000 Punkte steigen werde. Vergangenen Freitag hatte der Index bei 26.247 Punkten geschlossen. Damit ist der Nasdaq seit Jahresbeginn um rund 13 Prozent gestiegen.

Ives begründet seinen Optimismus mit den jüngsten Quartalsergebnissen der Tech-Konzerne, die nach seiner Einschätzung die KI-Investitionsthese eindrucksvoll bestätigt haben. „Diese Zahlen haben die bullische KI-These validiert“, sagte Ives. „Angebot und Nachfrage bei Chips stehen zehn zu eins. Wir befinden uns noch in der Frühphase der KI-Revolution. Die Kritiker werden kritisieren („the haters will hate“) – das ist klar.“

So lage hält der Speicher-Superzyklus noch

Ives sieht die KI-Rally als Megatrend, der noch mindestens zwei Jahre andauern werde. Besonders hob er den sogenannten Speicher-Superzyklus hervor: die beispiellose Nachfrage nach Speicherchips, die durch den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur ausgelöst wird. Unternehmen wie SK Hynix sieht Ives dabei in einer besonders starken Position. Gleichzeitig warnt er vor einem zu engen Fokus: „Man muss die Hyperscaler spielen – natürlich Chips, aber dann auch Software, Cybersicherheit, Infrastruktur und Energie. Man kann nicht nur ein Teilsegment besitzen, man muss die abgeleiteten Investments spielen.“

Der PHLX Semiconductor Sector Index, der die 30 größten in den USA gehandelten Chip-Unternehmen umfasst, hatte allein im April um 38 Prozent zugelegt; Intel, Nvidia, Apple und Alphabet verzeichneten allesamt zweistellige Kursgewinne.

Infront Nasdaq 100 (WKN: A0AE1X)

Blase oder Kaufgelegenheit?

Der steile Anstieg ruft aber auch Mahner auf den Plan. So hat Michael Burry, bekannt geworden durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise, sich öffentlich gegen den Sektor gestellt: Er wettet auf sinkende Kurse im Halbleitersektor. Am Freitag warnte Burry, die Fixierung des Marktes auf KI erinnere ihn an die Endphase der Dot-Com-Blase Ende der 1990er-Jahre. „Aktien steigen nicht wegen Jobdaten oder Konsumstimmung“, schrieb Burry in einem Beitrag auf Substack. „Sie steigen einfach, weil sie gestiegen sind.“ Auch Paul Tudor Jones, Gründer von Tudor Investment, sieht die KI-getriebene Hausse laut CNBC zwar als intakt an, warnt aber vor möglichen „atemberaubenden“ Bewertungskorrekturen.

Analyst Ives lässt solche Kritik kalt: Die Zahlen der Tech-Konzerne sprächen für sich. Wer den KI-Boom als Blase abtue, werde die Rally aus der Seitenlinie beobachten müssen.

Mit Material von cnbc.com

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