Hedgefonds laufen dem Markt im Sommer 2026 hinterher. Ein aktueller Vergleich von Goldman Sachs zeigt, wie teuer falsches Timing werden kann – und warum ausgerechnet der langweilige Ansatz plötzlich besser aussieht.

Diese Woche hat den aktiven Fondsmanagern ein weiteres Mal wehgetan, vor allem, enn sie bei Hedgefonds arbeiten. Goldman Sachs meldet für Juli die schlechteste Unterperformance der populärsten Long-Positionen in den Fonds seit mehr als 20 Jahren. Vergleichsmaßstab ist der S&P 500. Während der Index lief, mussten die Hedgefonds ausgerechnet ihre heißesten KI-Wetten abräumen.

Damit bestätigt sich eine alte Börsenwahrheit: Wer dauerhaft im Markt bleibt, statt ständig ein- und auszusteigen, fährt in manchen Phasen besser als jene, die ständig die perfekte Rotation suchen. Und so hat der S&P 500 den Hedgefonds in diesem Sommer die Rücklichter gezeigt.

Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen

Der KI-Trade kippt

Goldman Sachs spricht von einer der schärfsten De“-Grossing“-Phasen der vergangenen Dekade. Das bedeutet: Fonds haben ihre Bruttopositionen auf breiter Front zurückgefahren, also Risiko herausgenommen. Auslöser war die Wende bei den KI- und Halbleiteraktien im Juli, die viele Manager zuvor noch als Pflichtposition gesehen hatten.

Und dann wurde es schmerzhaft. Laut Goldman Sachs trimmen Hedgefonds seit Juli ihre Positionen in zahlreichen AI-Titeln, sowie auch in Chipaktien und den meisten Mega-Caps. Was im ersten Halbjahr noch als sicherer Trend galt, wird plötzlich zur Belastung im Portfolio.

Weiterführende Links

Buy and hold schlägt Timing

Das heißt nicht, dass aktives Management keine Daseinsberechtigung hätte. Aber der Juli 2026 zeigte brutal, wie teuer es werden kann, wenn zu viele Profis auf denselben Trade setzen. Sobald der Markt dreht, verkaufen sie alle gleichzeitig – und verstärken den Schaden noch.

Wer einen ETF auf den S&P 500 besitzt, musste dagegen nicht klug sein. Er musste nur Ruhe bewahren. Für Anleger mit langem Horizont ist das der Kern der Buy-and-hold-Idee: Nicht jede Wende mitnehmen wollen, sondern den breiten Markt durchhalten und Sparpläne einfach laufen lassen. In diesem Monat wirkte angesichts der heftigen Berg- und Talfahrt fast schon altmodisch – und war trotzdem erfolgreich.

Goldman betont zwar, dass US-Long/Short-Hedgefonds bis Mitte August trotzdem noch rund zehn Prozent im Plus lagen. Aber die Zahl ändert nichts daran, dass die Fondsmanager deutlich nervöser geworden ist. Ihre Top-Positionen liegen zwar immer noch über dem Langfristdurchschnitt, aber sie notieren eben nicht mehr auf den Hochs. Damit könnte ein Teil der bereits erreichten Jahresperformance futsch sein.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

ETF-Investoren brauchen keine Heldentaten

Der S&P 500 gewinnt das Rennen im Juli nicht, weil er besonders elegant agiert, sondern weil seine breite Struktur solche Trendbrüche absorbiert. Wer ständig taktisch umschichtet, trägt das Timing-Risiko. Wer einfach investiert bleibt, spart sich zumindest diesen Teil.

Und wenn der größte Börsenindex der Welt selbst in einem so einseitigen Marktumfeld besser aussieht als die Profis, dann ist das ein ziemlich deutlicher Hinweis auf die Macht des Dranbleibens. Buy and hold ist nicht glamourös, aber oft robuster als das ständige Hin und Her – solang nicht der komplette Markt kippt.

Top-Anbieter für Ihre persönliche Buy-and-Hold-Strategie

Ausgezeichnete Anbieter von kostenlosen ETF-Sparplänen, die sich für eine „Buy and hold“-Strategie eingen, finden Sie zum Beispiel im Depot-Vergleich von BÖRSE ONLINE.

Häufige Fragen

Was ist die „Buy and hold“-Strategie?

„Buy and Hold“ (übersetzt: kaufen und halten) bezeichnet eine passive Anlagestrategie an der Börse. Anleger kaufen Wertpapiere wie Aktien oder ETFs und behalten diese über einen sehr langen Zeitraum – oft viele Jahre oder Jahrzehnte. Kurzfristige Marktschwankungen werden dabei bewusst ignoriert oder ausgesessen.

Welches Investment kommt einer„Buy and hold“-Strategie am nächsten?

Ein global diversifizierter Aktien-ETF, etwa auf den MSCI World Index oder den FTSE All-World Index kommt einer „Buy and hold“-Strategie am nächsten. Er streut das Risiko über Tausende Unternehmen weltweit, minimiert Klumpenrisiken von Einzelaktien und erfordert durch automatisches Rebalancing oder thesaurierende Erträge jahrelang keinerlei aktive Eingriffe vonseiten der Anleger.

Wo finde ich günstige ETF-Sparpläne für meine „Buy and hold“-Strategie?

Ausgezeichnete Anbieter von kostenlosen ETF-Sparplänen, die sich für eine „Buy and hold“-Strategie eingen, finden Sie zum Beispiel im Depot-Vergleich von BÖRSE ONLINE.