BERLIN (dpa-AFX) - Pro-Palästina-Aktivisten haben Zufahrtsstraßen zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) blockiert. "Bitte rechnen Sie bei der Anreise mit erhöhten Wartezeiten und Verzögerungen", teilten die Veranstalter mit. Die Zufahrt über die LPG-Straße sei blockiert, sagte ein Polizeisprecher kurz vor 11 Uhr, die Zufahrtsstraße Wiesenweg inzwischen wieder halbseitig geöffnet. Die ILA-Veranstalter empfahlen Besuchern, ab der S-Bahn-Haltestelle Waßmannsdorf zum Gelände zu laufen.

Im Wiesenweg hatten sich vier Männer und Frauen auf der Straße festgeklebt, auf der LPG-Straße drei Personen, sagt der Polizeisprecher. Die Aktivisten seien kooperativ. Im Wiesenweg seien inzwischen alle Personen befreit worden, in der LPG-Straße klebten einige noch fest.

Aktivisten kommen in Polizeigewahrsam

Zur Verhinderung weiterer Straftaten kommen die Aktivistinnen und Aktivisten laut Polizei bis um 18 Uhr in Polizeigewahrsam. Sie bekommen Hausverbot. Ihnen werde der Verstoß gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

Eine Gruppe namens "Peacefully against Genocide" (deutsch: friedlich gegen den Völkermord) reklamierte die Aktion für sich. Im Zentrum der Kritik stehen den Angaben nach Auftritte von Rüstungskonzernen bei der Ausstellung. In der Vergangenheit bekannte sich die Gruppe zu mehreren Protestaktionen: Demnach kletterten Aktivisten der Gruppe etwa aufs Brandenburger Tor oder beschmierten das Kanzleramt.

Die diesjährige ILA am Rande des Hautstadtflughafens BER ist heute eröffnet worden - als Gast wird unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Auf der Messe sind rund 750 Aussteller aus 37 Ländern vertreten. Bis Freitag ist die Messe nur für Fachpublikum geöffnet, am Samstag und Sonntag können dann alle Interessierten auf das Ausstellungsgelände kommen - sofern sie sich frühzeitig um Tickets gekümmert haben./trh/DP/stw

Quelle: dpa-Afx