MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Triebwerksbauer MTU
Die MTU-Aktie stieg im Dax
Dabei hatte der Vorstand mit der Anhebung seiner Erwartungen an den Umsatz und den Barmittelzufluss positive Impulse gesetzt. Das Geschäft von MTU sei von der Entwicklung der Weltwirtschaft weitgehend unbeeinflusst, sagte Bussmann. Selbst die stark gestiegenen Kerosinpreise, die den Fluggesellschaften schwer zu schaffen machen, änderten nichts an der starken Nachfrage nach neuen Triebwerken und dem Wartungsbedarf.
So würden die Flugzeuge mit sparsameren Triebwerken, an denen MTU beteiligt ist, wegen des teuren Treibstoffs stärker genutzt, erklärte Bussmann in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. MTU werde daher als Teil der Lösung wahrgenommen und nicht als Teil des Problems.
Der Münchner MTU-Konzern entwickelt und liefert in unterschiedlichen Bündnissen mit anderen Triebwerksbauern wichtige Teile für Passagier- und Frachtflugzeuge der großen Hersteller Airbus
Der meistgefragte Antrieb ist der sogenannte Getriebefan (GTF) des US-Herstellers Pratt & Whitney
Da Flugzeugteile in US-Dollar gehandelt werden und der Dollar gegenüber dem Euro seit dem Sommer an Wert gewonnen hat, rechnet die MTU-Spitze für 2026 jetzt mit einem Erlös von 9,5 bis 9,7 Milliarden Euro. Bisher hatte die untere Zielmarke bei 9,2 Milliarden gelegen. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll jedoch weiterhin 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro erreichen. Dies schließt eine Stagnation im Vergleich zum Vorjahr nicht aus.
Dafür sollen jetzt 55 bis 60 Prozent des bereinigten Gewinns als freie Finanzmittel übrig bleiben. Damit hob Finanzchefin Katja Garcia Vila ihr Ziel für diese sogenannte Cash-Conversion-Rate zum zweiten Mal in diesem Jahr an.
Im dritten Quartal entwickelten sich die MTU-Zahlen durchwachsen: So stieg der Umsatz im Jahresvergleich um fast 14 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn stieg um drei Prozent auf 349 Millionen Euro. Hier hatten sich Experten mehr ausgerechnet.
Unter dem Strich sank der Quartalsgewinn um neun Prozent auf 227 Millionen Euro. Finanzchefin Garcia Vila erklärte den Rückgang mit der Neubewertung von Verbindlichkeiten infolge des veränderten Wechselkurses zwischen Dollar und Euro./stw/men/mis
Quelle: dpa-Afx