Meta zahlt 16,7 Miliarden Dollar "freiwllig" - um einer geforderten Billionenstrafe zu entgehen. Warum das der Aktie womöglich trotzdem nicht hift.

In einem Prozess um Social-Media-Sucht von Kindern hat der Facebook-Mutterkonzern Meta einer Vergleichszahlung von insgesamt knapp 16,7 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Darauf einigte sich Meta mit den klagenden US-Bundesstaaten, wie aus einem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht. Die Summe teilt sich auf die überwiegende Mehrheit der US-Bundesstaaten, mehrere US-Territorien und den Hauptstadtbezirk District of Columbia auf. Die Parteien haben vereinbart, die Klage nach der Einigung ohne weitere gerichtliche Auseinandersetzung beizulegen. Damit entgeht Meta einer deutlich höheren Strafe, möglicherweise in Billionenhöhe.

Kinder bewusst zur Dauernutzung verleitet?

Mehrere US-Bundesstaaten hatten dem Unternehmen vorgeworfen, Kinder bewusst zu einer ausufernden Nutzung von Facebook und Instagram verleitet zu haben. Zugleich habe Meta Risiken vor Eltern und der Öffentlichkeit verborgen. Der Konzern wies damals wie auch jetzt bei der Einigung die Vorwürfe zurück.

Der Prozess vor Geschworenen im kalifornischen Oakland begann vergangene Woche Dienstag mit den Eröffnungsplädoyers. Die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten strebten Geldstrafen sowie Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells an.

Meta (WKN: A1JWVX)

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Serie von Rückschlägen vor Gericht

Meta gab vor einigen Monaten in einem Gerichtsdokument an, die von den Bundesstaaten geforderten Strafen könnten sich auf 1,4 Billionen Dollar (aktuell 1,2 Billionen Euro) belaufen und damit die Existenz des Unternehmens bedrohen. Anwälten der Klägerseite zufolge könnte es eher um einen Betrag von etwa 200 Milliarden Dollar gehen. Meta nannte die Vorwürfe unbegründet und die finanziellen Forderungen unangemessen.

Meta hatte zuletzt mehrere empfindliche Niederlagen vor US-Gerichten einstecken müssen. So soll der Konzern nach einer Gerichtsentscheidung im Bundesstaat New Mexico mehr als eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an Kinder zahlen, die durch Nutzung sozialer Medien Schaden genommen haben. Zudem müssen in dem Bundesstaat zusätzliche Einschränkungen für Nutzer im Alter unter 18 Jahren eingeführt werden: Unter anderem sollen sie bei Facebook und Instagram maximal 90 Stunden pro Monat verbringen können. Meta will in Berufung gehen.

Deshalb bleibt die Börse skeptisch

Die Meta-Aktie reagierte zunächst mit einem Kurssprung auf die Meldung, fiel danach aber sofort wieder. Der Grund dürfte darin liegen, dass Meta mit dem Vergleich zwar eine der prominentesten Klagen abräumt – aber nicht die letzte.

Im März verloren Meta und die Google-Videoplattform YouTube einen potenziell wegweisenden Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten. Auch dieses Urteil wollen die Unternehmen kippen. Gelingt das nicht, drohen Meta weitere Strafzahlungen. Dann wäre der aktuelle Vergleich womöglich nur die Untergrenze.

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