Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB plant eine Kapitalerhöhung von rund 500 Millionen Euro und will dem Großaktionär KKR den Teilausstieg ermöglichen. 

Der Mega-Börsengang von SpaceX zeigt, wie groß der Raumfahrt-Hype im Moment ist. Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB will das nutzen und durch die Ausgabe neuer Aktien brutto rund 500 Millionen Euro einsammeln.

Kapitalerhöhung bei OHB: Wo das Geld investiert werden soll

Das Geld soll unter anderem in die weitere Industrialisierung der Produktion, in Trägerraketen und Zukunftsprogramme investiert werden, wie das Unternehmen mitteilte. "Europa investiert in großem Umfang in unabhängige Raumfahrtkapazitäten und wir stehen seit über vier Jahrzehnten im Zentrum dieser Entwicklung", teilte Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs mit. 

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"Die geplante Transaktion wird es uns ermöglichen, unser Wachstum gemeinsam mit bestehenden und neuen Investoren voranzutreiben, die Teil der strategischen Unabhängigkeit Europas im Weltraum sein möchten." 

Verzehnfachter Wert: “Zweiter Börsengang” bei OHB

Formal erhalten zunächst die bestehenden Anteilseigner das Recht, die neuen Aktien zu zeichnen. Die beiden Hauptaktionäre – die Gründerfamilie Fuchs sowie der Finanzinvestor KKR – machen davon jedoch keinen Gebrauch. Die Papiere sollen stattdessen an der Börse angeboten werden, wie auch ein Teil des Aktienpakets von KKR. Die Familie Fuchs signalisierte zugleich, die Kontrolle über die Stimmrechtsmehrheit behalten zu wollen. 

Die Familie Fuchs hält dabei laut Reuters 65 Prozent der Anteile, nur sechs Prozent sind im Streubesitz. Damit entspricht der Aktienverkauf praktisch einem zweiten Börsengang, so die Nachrichtenagentur. KKR war demnach erst vor zwei Jahren bei OHB eingestiegen und hält 29 Prozent der Anteile. In dieser Zeit hat sich der Börsenwert von OHB auf 7,9 Milliarden Euro in etwa verzehnfacht. Der Investor will laut Mitteilung bei der Platzierung weniger als 50 Prozent seiner Anteile verkaufen.

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OHB-Aktie: Kursdelle als Begleiterscheinung

An der Börse sorgte die Nachricht zunächst für Gegenwind: Die OHB-Aktie gab in einer ersten Reaktion rund zehn Prozent nach. Das ist bei Kapitalerhöhungen keine Seltenheit – denn durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien verteilt sich das Eigenkapital des Unternehmens auf eine größere Anzahl von Anteilsscheinen, was den Wert jedes einzelnen Papiers rechnerisch mindert (Verwässerungseffekt). 

Hinzu kommt, dass neue Aktien häufig mit einem Preisabschlag auf den aktuellen Kurs angeboten werden, um Käufer anzuziehen. Angaben zum konkreten Ausgabepreis machte OHB bislang nicht.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Was macht OHB? 

OHB ist einer der führenden europäischen Raumfahrtkonzerne mit Sitz in Bremen. Das Unternehmen entwickelt und baut Satelliten, arbeitet an Trägersystemen und ist an zahlreichen ESA-Programmen beteiligt – darunter das europäische Navigationssystem Galileo. Gegründet wurde OHB 1981, die Gründerfamilie Fuchs hält bis heute die Mehrheit der Stimmrechte.

Was ist eine Kapitalerhöhung und warum sinkt dabei oft der Aktienkurs? 

Bei einer Kapitalerhöhung gibt ein Unternehmen neue Aktien aus, um frisches Kapital zu beschaffen. Da das Eigenkapital nun auf mehr Anteile verteilt wird, sinkt der Wert jeder einzelnen Aktie rechnerisch – Fachleute nennen das Verwässerung. Zusätzlich werden neue Aktien häufig günstiger als der Marktpreis angeboten, was den Kurs weiter unter Druck setzt.

Wer sind OHBs wichtigste Konkurrenten im Weltall-Geschäft? 

Im europäischen Raum zählen vor allem Airbus Defence & Space und Thales Alenia Space (die ihre Aktivitäten auch 2027 bündeln wollen) zu den direkten Wettbewerbern – beide deutlich größer als OHB, aber ebenfalls stark auf staatliche Aufträge angewiesen. Global mischt zunehmend auch der private Sektor mit: Allen voran Elon Musks SpaceX, das mit seiner Falcon-9-Rakete und dem Starlink-Netzwerk die Branche grundlegend verändert hat. 

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