Am Dienstag stürzt die Aktie dieses MDAX-Konzerns ab, nachdem die BaFin bei dem Unternehmen eingegriffen hat. Im Fokus steht ein möglicherweise fehlerhafter Halbjahresabschluss. Das müssen Anleger wissen.
Die Aktien des MDAX-Konzerns Jungheinrich fallen am Dienstag um fünf Prozent, und das kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich steckt dahinter eine Maßnahme der BaFin, die einen Halbjahresabschluss des Unternehmens genauer unter die Lupe nimmt.
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MDAX-Aktie stürzt nach BaFin-Eingriff ab
So hat die Finanzaufsichtsbehörde eine Prüfung des Halbjahresabschlusses des Gabelstaplerherstellers eingeleitet. Es lägen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass die Jungheinrich Aktiengesellschaft gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat, teilte die Behörde am Dienstag mit. Daher werden den Angaben zufolge der veröffentlichte verkürzte Abschluss zum 30. Juni 2025 und der zugehörige Zwischenlagebericht für das erste Halbjahr 2025 geprüft.
Wie es weiter hieß, prüft die Behörde die Bewertung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung des Russland-Geschäfts des Konzerns. Diese sei möglicherweise fehlerhaft gewesen. In einer ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Mitteilung von Jungheinrich hieß es dazu: Die Veräußerungsabsicht könnte zu einem Wertminderungsbedarf geführt haben. Ohne diesen zu berücksichtigen, könnten vor allem Mietgeräte und Vorräte zu hoch bewertet worden sein.
Bei der Prüfung der Behörde gehe es ausschließlich darum, wann Jungheinrich die Wertminderung hätte erfassen müssen, betonte das Unternehmen. Der Konzern habe die Wertminderung im Juli 2025 vollständig erfasst. Umsatz und Ergebnis im Konzernabschluss der Geschäftsjahre 2025 und 2026 seien von der Prüfung nicht betroffen. Die ehemalige russische Tochtergesellschaft sei seit Februar 2026 vollständig entkonsolidiert.
Die Prüfung wurde den Angaben der BaFin zufolge bereits am 13. Juli eingeleitet. Jungheinrich steht nach eigenen Angaben im Austausch mit der Behörde und begleitet die Prüfung "konstruktiv" mit.
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Was sollten Anleger jetzt tun?
Damit geht die BaFin also nach Dermapharm, Zalando und Nagarro gegen das nächste Unternehmen vor und macht Druck. Für Aktionäre definitiv ein Unsicherheitsfaktor und Warnsignal, zumal sich die Papiere von Jungheitnich nach einem langen Abverkauf gerade erst in einer Bodenbildung stabilisiert haben.
Wie es jetzt weitergeht, ist vor allem von den Ergebnissen der Prüfung sowie einer möglichen Strafe abhängig. Anleger sollten zunächst vorsichtig agieren.
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Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum fallen die Aktien von Jungheinrich?
Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat eine Prüfung des Halbjahresabschlusses des Gabelstaplerherstellers Jungheinrich eingeleitet. Es lägen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass die Jungheinrich Aktiengesellschaft gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat, teilte die Behörde am Dienstag mit. Daher werden den Angaben zufolge der veröffentlichte verkürzte Abschluss zum 30. Juni 2025 und der zugehörige Zwischenlagebericht für das erste Halbjahr 2025 geprüft. Am Dienstag sackte der Kurs vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund fünf Prozent ab.
Welche Unternehmen stehen im Fokus der BaFin?
In den vergangenen Monaten hat die BaFin wegen möglicher Bilanzierungsfehler eine Reihe von Unternehmen unter die Lupe genommen. So untersucht die Behörde derzeit den Jahresabschluss 2025 des Arzneimittelherstellers Dermapharm. Derweil hat sie jüngst Fehler in Jahresabschlüssen des IT-Dienstleisters Nagarro, der Beteiligungsgesellschaft Mutares sowie des Online-Händlers Zalando gefunden.
Wer ist die BaFin?
Die BaFin steht für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie ist die deutsche Finanzaufsichtsbehörde und untersteht der Aufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Die BaFin funktioniert als zentrale Hüterin des deutschen Finanzsystems. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Stabilität, Funktionsfähigkeit und Integrität des gesamten Finanzsektors in Deutschland sicherzustellen.
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