Trotz Irankrieg und steigender Energiepreise sind die deutschen Exporte im April zum dritten Mal in Folge gestiegen. Doch für das zweite Quartal mehren sich die Warnsignale.

Drei Monate in Folge im Plus: Deutschlands Exportwirtschaft zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet. Im April stiegen die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent auf 136,6 Milliarden Euro – trotz der anhaltenden Belastungen durch den Irankrieg. Auch die Importe legten zu, um 1,2 Prozent auf 122,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Deutsche Exporte steigen das dritte Mal in Folge

Getragen wurde das Wachstum demnach vor allem von der Nachfrage aus dem europäischen Binnenmarkt und den USA. Die Exporte in die EU-Staaten stiegen ⁠um ⁠1,0 Prozent auf 79,1 Milliarden Euro. Die meisten Exporte pro Land gingen aber wieder in die USA: Dorthin wurden Waren aus Deutschland im Wert von 11,4 Milliarden Euro ‌geliefert. Das ist ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat.

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Weniger erfreulich entwickelten sich hingegen die Handelsbeziehungen mit China und Großbritannien: Die Ausfuhren nach Peking brachen um 3,5 Prozent ein, jene nach London sogar um 9,5 Prozent.

Deutsche Wirtschaft: Trübe Aussichten für das zweite Quartal

Das Plus könnte aber schnell wieder schrumpfen. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium stellt sich die Industriekonjunktur vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise „recht verhalten" dar. Schwächere Auftragseingänge und zunehmend angespannte Lieferketten dürften die Exportdynamik demnach im zweiten Quartal bremsen.

Auch Umfrageergebnisse der Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) dämpfen die Erwartungen für das nächste Quartal. Die DIHK hat 23.000 Unternehmen befragt und warnt, dass die Konflikte im Nahen Osten erste Anzeichen einer Exporterholung zum Start von 2026 zunichte gemacht haben. 29 Prozent der befragten Industriebetriebe kalkulieren demnach mit sinkenden Ausfuhren.

Zudem warnt die DIHK in einem aktuellen Statement zu den Exportzahlen, dass diese “nur auf dem Papier” zunähmen. “Die kriegsbedingt gestiegenen Öl-, Gas- und Rohstoffkosten blähen die Ex- und Importpreise auf. Real legen die Ausfuhren kaum zu. Auch die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe kommt nicht vom Fleck, sie liegt nun auf dem niedrigsten Stand seit neun Monaten”, so die DIHK.

Weiterführende Links

Deutsche Wirtschaft: Dax verringerte Verlust am Montag

Der deutsche Aktienmarkt hat sich dagegen am Montag nach anfänglich größeren Verlusten etwas stabilisiert. Die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten und die wieder größer werdenden Zinsängste drückten aber auf die Stimmung der Anleger. Der Dax büßte letztlich 0,58 Prozent auf 24.616,22 Punkte ein, zuvor sackte er um bis zu 1,3 Prozent ab.

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Häufige Fragen

Warum sind Deutschlands Exporte trotz Krieg gestiegen?

Die robuste Nachfrage aus der EU und den USA hat den negativen Effekt des Irankriegs im April überkompensiert. Besonders die Lieferungen in die USA legten mit plus 1,8 Prozent überdurchschnittlich zu.

Welche Länder bereiten der deutschen Exportwirtschaft Sorgen?

Vor allem China und Großbritannien: Die Ausfuhren nach China sanken um 3,5 Prozent, nach Großbritannien sogar um 9,5 Prozent – zwei für Deutschland wichtige Absatzmärkte schwächeln damit deutlich.

Wie sind die Aussichten für das zweite Quartal?

Das Wirtschaftsministerium erwartet gedämpfte Zahlen im zweiten Quartal – und fast jeder dritte befragte Industriebetrieb rechnet laut DIHK bereits mit sinkenden Ausfuhren.

Enthält Material von dpa-AFX

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