Der Umbau vom Hersteller von Speicherhardware zum Anbieter kompletter Datenmanagement-Lösungen verleiht der Aktie dieses Tech-Spezialisten enormen Rückenwind. Mit einer neu vorgestellten Speicherarchitektur für KI-Rechenzentren dürfte das Potenzial der Titel aber noch nichts ausgereizt sein.
Je stärker Unternehmen Cloud-Anwendungen und Künstliche Intelligenz nutzen, desto wichtiger wird es, Daten sicher und flexibel managen zu können. Für diese Aufgabe hat sich NetApp in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. In gerade einmal einem Jahrzehnt hat sich der amerikanische Konzern vom traditionellen Speicherhardware-Hersteller zum softwaregetriebenen Datenmanagement-Spezialisten für Cloud-Umgebungen entwickelt.
Auf seiner Hausmesse INSIGHT in der vergangenen Woche hat NetApp eine neue Speicherarchitektur für KI-Rechenzentren vorgestellt – und damit die Erwartung verstärkt, künftig noch stärker vom KI-Infrastrukturausbau zu profitieren. Die neue Architektur Novus soll insbesondere große GPU-Umgebungen mit Daten versorgen. Nach Unternehmensangaben ist sie auf mehr als 100 Terabyte pro Sekunde Durchsatz ausgelegt. Der wirtschaftliche Hintergrund: Teure KI-Chips bringen wenig, wenn der Datenspeicher sie nicht schnell genug mit Trainingsdaten versorgt. NetApp positioniert sich damit stärker als Infrastrukturzulieferer für große KI-Rechenzentren und sogenannte Neoclouds.
Neue Partnerschaften
NetApp nutzte seine Hausmesse außerdem, um gemeinsam mit Oracle einen vollständig verwalteten Speicherdienst anzukündigen, der NetApps Speicherbetriebssystem ONTAP direkt in die Oracle Cloud Infrastructure integriert. Mit Supermicro sollen künftig gemeinsam validierte KI-Infrastruktursysteme entstehen. Hinzu kommt eine vertiefte Zusammenarbeit mit SAP.
Auf Analystenseite kamen die Neuankündigungen gut an. Analyst Erik Woodring sieht NetApp zunehmend als umfassenden Anbieter für KI-Dateninfrastruktur statt nur als klassischen Speicherspezialisten. Novus erschließe deutlich größere Einsatzmöglichkeiten. Bank of America geht davon aus, dass die neuen KI-Produkte den adressierbaren Markt erweitern und erhöhte im Umfeld der Konferenz das Kursziel von 200 auf 220 Dollar.
Aktie im Höhenflug
Auch die Börse honorierte die Neuvorstellungen, die unterstreichen, dass NetApp es ernst meint mit seiner Transformation. Die NetApp-Aktie, die nach dem Mitte August einen Rücksetzer gemacht hatte, schaffte nach den Ankündigungen einen Ausbruch erneuten Ausbruch. Das von BÖRSE ONLINE in einer ausführlichen Analyse zur NetApp-Aktie in Ausgabe 39 ausgegebene Kursziel wurde dabei innerhalb eines Monats erreicht.
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Häufig gestellte Fragen
Warum profitiert NetApp so stark vom KI-Boom?
Teure KI-Grafikprozessoren bringen wenig, wenn Daten nicht blitzschnell nachgeliefert werden. Mit der neuen Speicherarchitektur Novus und über 100 Terabyte Durchsatz pro Sekunde liefert NetApp das unverzichtbare Fundament für moderne KI-Rechenzentren und Neoclouds.
Wie reagieren Analysten auf die jüngsten Ankündigungen?
Äußerst optimistisch. Viele Analysten sehen NetApp nicht mehr als reinen Hardware-Hersteller, sondern als zentralen KI-Infrastruktur-Player. Unter anderem hob die Bank of America ihr Kursziel nach den jüngsten Produktvorstellungen und angekündigten Partnerschaften mit Branchengrößen wie Oracle und Supermicro von 200 auf 220 US-Dollar an.
Sollten Anleger jetzt noch einsteigen?
Die Aktie hat nach einer kurzen Konsolidierung ein frisches Kaufsignal generiert und das jüngste BÖRSE ONLINE-Kursziel zügig erreicht. Dank starker Allianzen und florierender Cloud-Erlöse bietet der Titel mittel- bis langfristig weiteres Aufwärtspotenzial für risikofreudige Tech-Anleger.