Der KI-Boom verändert nicht nur die Nachfrage nach Software und Chips, sondern auch den Blick der Anleger auf Unternehmen mit hohen Sachwerten. Die US-Großbank Goldman Sachs sieht in diesen Value-Aktien die nächsten Gewinner.
Während Anleger beim Thema Künstliche Intelligenz vor allem auf Chip- und Softwarekonzerne blicken, setzt Goldman Sachs auf sogenannte HALO-Aktien.
Auf diese Titel setzt Goldman Sachs
Der Begriff steht für „Heavy Assets, Low Obsolescence“ – also Unternehmen mit hohen Sachwerten und einer vergleichsweise geringen Gefahr technologischer Veralterung. Dazu zählen Firmen aus den Bereichen Energie, Infrastruktur, Industrie und Halbleiter.
Im Rahmen des HALO-Ansatzes nennt Goldman für Europa unter anderem BMW, ASML und Rheinmetall als mögliche Gewinner des KI-Booms. Auch Equinor wird in diesem Zusammenhang als Beispiel für ein Unternehmen mit langlebigen Sachwerten angeführt. Goldman Sachs nennt zudem unter anderem STMicroelectronics sowie die Telekommunikationskonzerne Orange, Vodafone und Telefónica als mögliche Profiteure.
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Auch andere Analysten sehen gute Voraussetzungen
Auch Morningstar sieht in Europa gute Voraussetzungen für den HALO-Trend. Laut Siddhi Purohit, Portfoliomanagerin bei RBC BlueBay Asset Management, entfallen rund 38 Prozent des europäischen Aktienmarkts auf Unternehmen mit einem hohen Sachwertanteil. In den USA liegt dieser Anteil bei lediglich 18 Prozent. Zum Vergleich: Dienstleistungsorientierte Unternehmen machen in Europa rund 47 Prozent und in den USA etwa 67 Prozent des jeweiligen Marktes aus.
Ritholtz-Chef Josh Brown sieht gerade in Unternehmen mit hohen Sachwerten einen entscheidenden Vorteil: Sie seien „nicht nur nicht durch KI zu verdrängen, sondern profitierten sogar vom Ausbau“ der entsprechenden Infrastruktur. Als Beispiel für ein besonders starkes HALO-Unternehmen nennt Morningstar den Halbleiterausrüster ASML. Der Konzern stellt Maschinen her, die für die Produktion moderner Chips benötigt werden. Damit profitiert ASML indirekt vom Ausbau der KI-Infrastruktur, obwohl das Unternehmen selbst kein klassischer Software- oder KI-Konzern ist.
Darum profitieren HALO-Aktien von KI-Boom
Goldman Sachs erwartet, dass kapitalintensive Unternehmen in der anstehenden Berichtssaison dank des KI-bedingten Ausbaus von Rechenzentren, Stromnetzen und anderer Infrastruktur solide Gewinne erzielen und kapitalärmere Wettbewerber übertreffen. Seit Anfang 2025 lagen sie in Europa rund 35 Prozentpunkte vorn, in den Schwellenländern seit Ende 2025 sogar 108 Prozentpunkte.
Das sollten Anleger jetzt tun
HALO-Aktien bieten Anlegern eine alternative Möglichkeit, vom KI-Boom zu profitieren. Interessant sind vor allem kapitalintensive Unternehmen aus den Sektoren Energie, Infrastruktur, Industrie und Halbleiter mit hohen Sachwerten und stabilen Wettbewerbsvorteilen. Der Ansatz ersetzt jedoch keine Einzelanalyse.
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Häufig gestellte Fragen
Was sind HALO-Aktien und warum gelten sie als KI-Profiteure?
HALO-Aktien gehören zu Unternehmen mit hohen Sachwerten und langlebigen Produktionsanlagen. Sie können vom KI-Boom profitieren, weil Rechenzentren, Stromnetze, Chipfabriken und Telekommunikationsnetze hohe Investitionen in physische Infrastruktur erfordern.
Ist die ASML-Aktie eine klassische KI-Aktie?
ASML ist kein klassischer Software- oder KI-Konzern, sondern ein Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion. Der Konzern kann dennoch vom KI-Trend profitieren, weil für leistungsfähige KI-Anwendungen immer mehr moderne Halbleiter benötigt werden.
Sind Value-Aktien 2026 eine Alternative zu US-Tech-Aktien?
Value-Aktien können ein Portfolio ergänzen, wenn Anleger ihre Abhängigkeit von hoch bewerteten Technologiewerten reduzieren möchten. Ob eine Aktie attraktiv ist, hängt jedoch weiterhin von Bewertung, Gewinnentwicklung, Verschuldung, Wettbewerbsvorteilen und den Erwartungen des Marktes ab.