In diesem Jahr hat Greg Abel, der Nachfolger von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway, bereits 23 Milliarden US-Dollar in einen einzigen Tech-Wert investiert. Hat er damit den Heiligen Gral der KI-Aktien entdeckt?

Anfang Juni handelte Greg Abel eine Privatplatzierung über zehn Milliarden US-Dollar bei einem der größten KI-Profiteure aus. Solche Zukäufe erinnern stark an die Apple-Position, die Warren Buffett einst aufbaute.

Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt die BÖRSE ONLINE-App herunterladen ( iOS / Android) und unter "Einstellungen" die Benachrichtigungen aktivieren.

Berkshire Hathaway setzt auf KI-Giganten

Noch unter der Leitung von Warren Buffett baute Berkshire Hathaway im dritten Quartal eine kleine Beteiligung an Alphabet auf. Nachdem Greg Abel die Zügel übernommen hatte, stockte Berkshire Hathaway im ersten Quartal 2026 um fast 40 Millionen Alphabet-Aktien im Gegenwert von rund 13 Milliarden US-Dollar auf. Im Juni folgte ein weiterer Kauf. Damit stieg das bisherige Investment auf rund 23 Milliarden US-Dollar.

Anlass sind die jüngsten Zukäufe und die Einschätzung, dass Alphabet trotz seiner Größe weiter deutlich wachsen kann. Besonders das Werbegeschäft und die Cloud-Sparte gelten als stabile Ertragsquellen. Die Alphabet-Aktie steht seit Mitte Mai unter Druck. Abgänge bekannter KI-Experten und der Wettbewerbsdruck belasteten die Aktie. Dennoch erinnert die aktuelle Alphabet-Position an Buffetts Wette auf Apple.

Passend dazu: Sie möchten sowohl in Apple als auch Alphabet investieren? Dann werfen Sie am besten einen Blick in den "Tech-Giganten"-Index von BÖRSE ONLINE.

Alphabet (A) (WKN: A14Y6F)

Ist Alphabet das nächste Apple?

Auf die Frage, ob Berkshire Hathaway in Unternehmen wie Apple oder Google investieren würde, sagte Warren Buffett 2012 noch: "Es würde mich überhaupt nicht überraschen, wenn sie 10 Jahre von jetzt an deutlich mehr wert wären, aber ich würde keines von beiden kaufen wollen". Im Jahr 2016 begann die Börsenlegende jedoch mit dem Kauf der Apple-Aktien. Bis 2018 wuchs die Investition auf insgesamt 36 Milliarden US-Dollar an. Bis 2023 erreichte die Position einen Wert von 177 Milliarden US-Dollar. Vor seinem Ausscheiden bei Berkshire Hathaway veräußerte der Star-Investor 75 Prozent seiner Beteiligung. Die verbleibenden Aktien sind noch immer mehr als 70 Milliarden US-Dollar wert.

Auch Greg Abel schaut über den Tellerrand hinaus und sieht in Alphabet eine Chance. Damit folgt der CEO dem aktuellen KI-Trend. Zudem passt die Strategie, große, konzentrierte Einsätze in starke Cashflow-Maschinen zu tätigen, zu Berkshire.

Was bedeutet das für Anleger?

Wenn ein Unternehmen wie Berkshire Hathaway im großen Stil investiert, ist das ein klares Vertrauenssignal. Bei Alphabet finanziert der freie Cashflow aus dem Werbegeschäft das Wachstum der Cloud-Sparte. Zum Ende des ersten Quartals hatte das Unternehmen einen vertraglich gesicherten Auftragsbestand im Cloud-Segment von 460 Milliarden US-Dollar, nach 230 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Dennoch sollten Anleger Alphabet weiterhin an Bewertung, Wachstum und Wettbewerbslage messen und nicht blind einem Großinvestor nachjagen.

Wer auf der Suche nach weiteren Investment-Ideen ist, kann vier Ausgaben des BÖRSE ONLINE-Magazins mit dem Probeabonnement günstiger erhalten.

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Warum investieren Großinvestoren so stark in Tech-Aktien?

Großinvestoren suchen oft Unternehmen mit stabilen Cashflows, hoher Marktstellung und langfristigem Wachstum. Gerade Tech-Konzerne mit Cloud-, Werbe- oder KI-Geschäft erfüllen diese Kriterien häufig.

Ist Alphabet trotz Konkurrenz noch ein Qualitätswert?

Alphabet bleibt ein qualitativ starkes Unternehmen, weil die Plattformen reichweitenstark sind und das Werbegeschäft weiter viel Geld verdient. Gleichzeitig muss der Konzern seine Cloud-Sparte und KI-Position gegen starke Wettbewerber verteidigen.

Sollte man Berkshire-Käufen blind folgen?

Nein, denn ein Großinvestor kauft oft mit einem anderen Zeithorizont und anderen Risiken als Privatanleger. Sinnvoller ist es, die Aktie selbst nach Bewertung, Wachstum, Wettbewerb und Bilanzqualität zu prüfen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.

Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.