Die Infineon-Aktie erlebt seit Tagen ihren ersten Rückschlag. Nach einer starken Rallye erfolgte am Dienstagmittag der erste Rücksetzer für das Halbleiterunternehmen. Eine Analystenentscheidung könnte als Damoklesschwert über der Aktie hängen. Darauf sollten Anleger jetzt besonders achten.

Der KI- und Halbleiter-Boom sorgt immer wieder für große Augen bei den Anlegern. Auch die Infineon-Aktie zählt zu den großen Gewinnern des Trends, muss sich allerdings am heutigen Dienstag mit einem kleinen Rücksetzer auseinandersetzen. Auch der europäische Tech-Sektor verlor 1,2 Prozent im marktbreiten Stoxx Europe 600-Index, obwohl dieser am Pfingstmontag den höchsten Wert seit der Jahrtausendwende verzeichnete.

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Infineon mit Verlust - dennoch kein Grund zur Sorge

Infineon belegte am Mittag einen der hinteren DAX-Plätze mit einem Minus von 1,6 Prozent. Doch Anleger sollten jetzt nicht gleich in Panik verfallen, denn der Kurs hat sich bereits weitestgehend erholt und notiert derzeit bei 76,17 Euro, was einem Verlust von 0,73 Prozent entspricht. Ein Grund für diese leichte Kursschwankung könnte unter anderem die Entscheidung von Abed Jared, Analyst bei MWB Research, sein. Dieser hob das Kursziel zwar von 58 auf 60 Euro an, änderte jedoch auch die Empfehlung von "Hold" auf "Sell". Der Experte fand positive Worte für die Verbesserung der Fundamentaldaten, wies allerdings darauf hin, dass die Aktien das positive Umfeld bereits einpreisten und die Risiken inzwischen die Chancen überwögen.

Dadurch löste der Analyst vermutlich einen steigenden Verkauf des Papiers bei einigen panischen Investoren aus. Dennoch müssen sich Anleger jetzt keine Sorgen machen - bisher zeigt sich eine Kursstabilisierung . Gegen den Negativtrend des Tech-Sektors konnte sich bisher die Aktie von STMicroelectronics behaupten. Im bisherigen Jahresverlauf überstieg das Plus die 160-Prozent-Grenze bereits und aktuell notiert das Papier bei 59,01 Euro mit einem bisherigen Tagesplus von 1,41 Prozent. Nach einer Investorenveranstaltung schraubte die Oddo BHF ihr Kursziel von 58 Euro auf 70 Euro nach oben, was für den Aufwind der Aktie spricht. Das Unternehmensprofil verbessere sich in Richtung Rechenzentren und Satelliten, so die Aussage des Analysten Stephane Houri, der die Bewertung ebenfalls auf "Outperform" beließ. 

Infineon (WKN: 623100)

Sollten Anleger die Kursgewinne mitnehmen und umschichten?

Wie bereits erwähnt, droht bei Infineon kein Crash. Die Warnungen von Jared sind durchaus berechtigt. So spricht der Experte auch davon, dass weiteres Potenzial des Papiers von Aufwärtsrevisionen der Marktschätzungen sowie Bewertungsmultiplikatoren abhänge. Dennoch sollte die Änderung eines ohnehin schon niedrigen Kursziels nicht alle Anleger verschrecken. Im Gegenteil: Infineon ist einer der großen DAX-Gewinner des KI-Trends. Auch die Quartalszahlen belegten diese Entwicklung. Natürlich erreicht die Aktie derzeit einen Widerstand, den es zu überschreiten gilt. Sollte dies geschafft sein, könnte allerdings bereits die nächste Rallye bevorstehen. Bereits im November konnte die 200-Tage-Linie dauerhaft überschritten werden und die Kursentwicklung erlebt derzeit nur einen Rücksetzer.

Entscheiden sich mehr Analysten für eine Neubewertung, dann könnte eine Gewinnmitnahme durchaus Sinn machen, doch auch die nächsten Quartalszahlen stehen bevor und auch hier könnte Infineon wieder für positive Resonanz sorgen. Zusätzlich ist MWB Research für vorsichtigere Prognosen bekannt. Wer dennoch profitieren möchte, sollte seinen Blick auch auf den Kurs von STMicro werfen, dessen Aktie sich weiterhin im Aufwärtstrend befindet. 

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FAQs

Warum gerät die Infineon-Aktie jetzt unter Druck?

Weil nach der starken Rallye der erste Rücksetzer einsetzt und eine Analystenentscheidung zusätzlichen Verkaufsdruck auslöst.

Wie bewertet MWB Research die Aktie inzwischen?

Mit "Sell" und einem angehobenen Kursziel von 60 Euro.

Warum bleibt Infineon trotz des Rücksetzers interessant?

Weil der Konzern weiterhin zu den großen Gewinnern des KI- und Halbleitertrends zählt.

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