Einen Tag nach Nvidia meldete der Partner Marvell Technolgy am Abend Quartalszahlen. Das Unternehmen ist eine der heißesten KI-Chipaktien des Jahres - doch für eine Fortsetzung der Rally genügte das Ergebnis wohl nicht.

Marvell Technology hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Analystenerwartungen übertroffen - aber zum Teil nur knapp.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 2,739 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem ersten Quartal (2,418 Milliarden US-Dollar) entspricht das einem Plus von rund 13 Prozent. Erwartet worden waren 2,71 Milliarden US-Dollar – Marvell lag damit 29 Millionen US-Dollar oder gut ein Prozent darüber.

Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,94 US-Dollar. Damit übertraf der Konzern die Konsens-Prognose von 0,87 US-Dollar um sieben Cent beziehungsweise rund acht Prozent. Im Vorquartal waren 0,80 US-Dollar erzielt worden.

Besonders stark entwickelte sich das Rechenzentrumsgeschäft mit einem Umsatzplus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Für das dritte Quartal prognostiziert Marvell einen Umsatz von 3,15 Milliarden US-Dollar und 1,10 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie. Der Ausblick signalisiert – wie schon tags zuvor bei Nvidia –  eine robuste KI-Nachfrage und eine weitere Beschleunigung des Wachstums. Beide Zahlen liegen ebenfalls knapp über den Erwartungen der Analysten. Diese beliefen sich bisher auf 3,03 Milliarden Dollar und 1,03 Dollar je Aktie.

So reagiert der Kurs

Der Börse reichen die Ergebnisse ertsmal nicht. Die Marvell-Aktie fiel nachbörslich zunächst um 2,7 Prozent auf 235 US-Dollar (Stand 26.8., 22:30 Uhr MESZ). Insbesondere die Tatsache, dass der Umsatz im 2. Quartal nur ganz knapp über den Erwratungen liegt, war dafür der Auslöser.

Später drehte die Stimung jedoch und der Kurs bewegte sich sogar knapp in den grünen Bereich - bevor er wieder fiel. 

Der optimistische Ausblick von Marvell auf das 3. Quartal spielt für die Börsianer nur eine untergeordnete Rolle, obwohl auch er leicht über den Erwartungen lag.

Marvell Technology war lange Zeit nur Insidern bekannt. Doch dann beteiligte sich im Frühjahr 2026 Nvidia mit zwei Milliarden Dollar an dem Unternehmen. Mittlerweile ist auch Alphabet bei Marvell eingestiegen - und will dort Chips kaufen, die mit Nvidias GPUs konkurrieren könnten.  Daraufhin schoss der Marvell-Aktienkurs nochmals in die Höhe.

Seit Jahresanfang hat die Aktie nun schon fast 184 Prozent zugelegt - mehr als Intel.

Das hatten die Analysten für das 2. Quartal 2026 erwartet:

Umsatz: 

erwartet 2,71 Milliarden US-Dollar 

gemeldet: 2,73 Milliarden Dollar (+ 1 Prozent)


Gewinn je Aktie: 

erwartet: 0,87 US-Dollar

gemeldet: 0.94 US-Dollar (+ 8 Prozent)

Weiterführende Links

Marvell Technology Group (WKN: A3CNLD)

Welche Art von Chips baut Marvell Technology?

Marvell Technology baut keine klassischen PC-Prozessoren, sondern Infrastruktur-Chips für Rechenzentren. Dazu zählen Ethernet-Switches, Netzwerk- und Speichercontroller, PCIe-/CXL-Komponenten, optische Signalprozessoren sowie kundenspezifische ASICs und KI-Beschleuniger. Diese Chips verbinden Tausende Prozessoren, verschieben Daten schnell und energieeffizient und helfen dadurch Cloudanbietern, eigene KI-Systeme zu entwickeln.

Nvidia investierte 2026 zwei Milliarden Dollar, um Marvells Custom-Chips enger mit der eigenen Plattform zu verzahnen, insbesondere NVLink Fusion, CPUs, Netzwerkkarten und Interconnects. Die Idee ist, dass Nvidia so auch dann an KI-Infrastruktur verdienen kann, wenn Kunden teilweise eigene Beschleuniger einsetzen. Außerdem verfügt Marvell über eine Photonik-Technologie, die als nächste Generation der Datenübertragung gilt. Dabei werden Rechenimpulse nicht mehr über Kupferdrähte, sondern per Glasfaser übertragen.

Die Alphabet-Tochter Google will mit Marvell maßgeschneiderte KI-Chips für sein TPU-Ökosystem entwickeln, sich damit in der Lieferkette unabhängiger von Broadcom machen.

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