So startet der DAX in die neue Woche. Außerdem im Fokus: Fraport, SK Hynix, Iran, Ölpreise, TSMC, Empery, Bitcoin, BASF und Apple.

Weitere Angriffswellen der USA auf den Iran und deutlich steigende Ölpreise haben Asiens Aktienmärkten den Wochenstart verhagelt. In diesem Umfeld lässt wohl auch der Dax am Montag Federn. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex knapp zwei Stunden vor dem Xetra-Start knapp 1,1 Prozent tiefer auf 24.802 Punkte. Damit würde der Dax wieder deutlich unter seine 21-Tage-Linie fallen und auch etwas unter das Vorwochentief von 24.830 Punkten rutschen.

Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut für mehrere Stunden, nachdem die USA das Land bereits am Wochenende angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten.

"Die Ölpreise steigen und die Aktienkurse fallen, nachdem die Anleger einmal mehr über die Verwerfungslinie der Straße von Hormus gestolpert sind", sagte Marktbeobachter Stephen Innes. "Der Iran sagt, sie ist geschlossen. Die USA sagen, der Schiffsverkehr fließt. Beide Aussagen sind technisch vertretbar. Ein labiles Gleichgewicht, das für Unbehagen sorgt."

Am auffälligsten sind die Verluste wieder einmal im südkoreanischen Kospi, der um acht Prozent auf das Niveau von Anfang Mai absackte. Er war mit einer fulminanten Rekordjagd bis Mitte Juni zum Sinnbild der KI-Rally geworden. Seither verlor er aber wieder etwas mehr als ein Viertel. Trotz des Einbruchs seit dem Rekordhoch liegt der Kospi im laufenden Jahr noch 63 Prozent im Plus.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten aus Deutschland

Fraport senkt Passagierziele für Frankfurt - Finanzausblick steht

Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet nach einem schwachen Monat Juni für dieses Jahr nicht mehr mit einem spürbaren Anstieg der Passagierzahlen am Heimatflughafen Frankfurt. So geht Fraport-Chef Stefan Schulte nur noch von einem Abschneiden auf dem Vorjahresniveau von 63,2 Millionen Passagieren aus, bisher standen 65 bis 66 Millionen Fluggäste im Plan. Im Juni ging das Passagieraufkommen im Jahresvergleich um 1,7 Prozent auf rund 5,7 Millionen zurück, wie der MDax-Konzern am Montag mitteilte. Vor allem der Nahostkrieg belastete die Zahlen, aus und in die Staaten des Nahen Ostens lag das Minus im Monat bei mehr als einem Viertel. Den Finanzausblick aufs Jahr bestätigte das Management.

Fraport-Chef Schulte sprach von zahlreichen Sonderfaktoren, unter anderem von Streiks bei der Lufthansa und den Krieg im Iran. Dieser habe sich nicht nur direkt auf die Nachfrage nach Flügen in und aus dem Nahen Osten niedergeschlagen. "Die damit verbundenen Befürchtungen einer Kerosin-Mangellage und massive Ölpreissteigerungen haben zu einer spürbaren Buchungszurückhaltung geführt und gleichzeitig zu einem teils deutlich reduzierten Angebot der Airlines", sagte er laut Mitteilung.

Fraport kam in den ersten sechs Monaten auf 28,9 Millionen Fluggäste am Flughafen Frankfurt. Das sind 0,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Regionen Afrika und Fernost konnten die Schwäche im Nahen Osten mit deutlichen Zuwächsen nicht wettmachen.

Frankfurt steht für rund ein Drittel der Passagiere des Fraport-Konzerns, der rund um die Welt weitere Flughäfen betreibt. Weitere wichtige Standorte sind Lima in Peru, Fortaleza und Porto Allegre in Brasilien sowie Thessaloniki in Griechenland. In Griechenland betreibt Fraport auch viele Regionalflughäfen.

Internationale Nachrichten

Ölpreise ziehen deutlich an - weitere US-Angriffswelle am Golf

Die Ölpreise haben am Montag nach einer weiteren Angriffswelle des US-Militärs deutlich zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September legte im frühen Handel zuletzt um 4,46 Prozent auf 79,40 Dollar zu. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten.

Die Angriffswelle sei vorbei und habe Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf der Online-Plattform X mit. Die Straße von Hormus habe essenzielle Bedeutung für den weltweiten Handel und werde nicht vom Iran kontrolliert, betonte Centcom. Die US-Streitkräfte stünden bereit, um die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen - auch gegen "die ungerechtfertigte Aggression des Irans, seine Schikane, Drohungen und willkürlichen Verlautbarungen".

Der Iran hatte am Sonntag erklärt, die Meerenge werde "bis auf Weiteres" geschlossen, während die Streitkräfte der Islamischen Republik Drohnen- und Raketenangriffe auf Verbündete der USA im Nahen Osten flogen, darunter Jordanien und Katar. Zudem meldete Kuwait, dass eine Offshore-Bohrplattform getroffen und beschädigt worden sei.

Die jüngsten Entwicklungen seien zwar eskalierend, blieben aber "deutlich unterhalb eines offenen Kriegszustands", sagte Saul Kavonic, Senior-Energieanalyst bei MST Marquee, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Ölpreise dürften so lange weiter leicht steigen, wie die Angriffe andauern und die Passage durch die Straße von Hormus dadurch beeinträchtigt wird.

In den ersten Wochen und Monaten des Konflikts war der Ölpreis deutlich gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent hatte zeitweise etwas mehr als 126 Dollar gekostet.

SK Hynix gelingt starkes Börsendebüt in den USA

Der mit Spannung erwartete Börsenstart von SK Hynix an der US-Technologiebörse Nasdaq ist glänzend gelungen. Die Papiere des Speicherchip-Giganten aus Südkorea gingen am Freitag mit einem ersten Kurs von 170 US-Dollar in den Handel. Das waren rund 14 Prozent mehr als der Ausgabepreis von 149 Dollar je Aktie. Zur Schlussglocke betrug der Aufschlag auf den Emissionspreis 13 Prozent auf 168,33 Dollar.

Es dauerte nach Handelsbeginn zwei Stunden, bis der erste Kurs ermittelt werden konnte. Das Branchenschwergewicht gab nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC knapp 178 Millionen sogenannte Hinterlegungsscheine (American Depositary Receipt, ADR) aus. Hierbei handelt es sich um von US-Banken ausgegebene Papiere, die den Handel mit ausländischen Aktien in US-Dollar ermöglichen. Die 26,5 Milliarden Dollar schwere Platzierung war Berichten zufolge um ein Vielfaches überzeichnet.

Der Schritt der Südkoreaner gilt als Lackmustest für die Bereitschaft von Investoren, weiterhin auf die Wachstumschancen rund um Künstliche Intelligenz zu setzen. "Der Börsengang des Chip-Herstellers SK Hynix bestärkt die Zuversicht, dass der Investmentzyklus im Segment Künstliche Intelligenz intakt ist", hatte Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank im Vorfeld des Ereignisses geschrieben.

Investoren hatten diese Wachstumschancen in Relation zu hohen Bewertungen zuletzt vermehrt infrage gestellt. Die Kurse der Halbleiterhersteller und ihrer Ausrüster und Zulieferer waren stark unter Druck geraten. Davon waren auch die Papiere von SK Hynix nicht verschont geblieben: Ende Juni hatten sie mit knapp drei Millionen koreanischen Won ein Rekordhoch erreicht. Anschließend büßten sie gut ein Viertel ein.

Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg nannte den Gang an die US-Börse des Speicherchip-Riesen denn auch "ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor". Die jüngste Korrektur zeige, wie nervös der Markt geworden sei. Operativ profitiere SK Hynix wie kaum ein anderer Konzern vom Bedarf an Hochleistungsspeichern für KI-Rechenzentren. Die sogenannten HBM-Chips seien Schlüsselkomponente für Beschleuniger von Nvidia und anderen Anbietern.

TSMC baut Advanced-Packaging-Kapazitäten in Taiwan massiv aus

TSMC hat in der zweiten Phase des Chiayi Science Parks in Südtaiwan den Spatenstich für drei weitere fortschrittliche Packaging-Anlagen vollzogen, die gemeinsam mit zwei bereits in Betrieb gegangenen Werken einen KI- und Halbleiter-Industriekorridor bilden sollen. Bei voller Auslastung aller vier Anlagen wird ein jährlicher Produktionswert von umgerechnet rund 9,35 Milliarden Dollar und die Schaffung von mehr als 9.000 Arbeitsplätzen erwartet. TSMC veröffentlicht am Mittwoch seine Quartalsumsätze und am Donnerstag die vollständigen Quartalsergebnisse.

Empery Digital verkauft fast die Hälfte seiner Bitcoin-Reserve

Das an der Nasdaq gelistete Unternehmen Empery Digital hat seit Anfang Mai rund 1.400 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von etwa 62.200 Dollar veräußert und damit einen Bruttoerlös von rund 87 Millionen Dollar erzielt. Der Erlös fließt zu einem Großteil in den geplanten Einstieg in ein Rechenzentrums-Unternehmen, während 10 Millionen Dollar zur Schuldentilgung verwendet wurden. Empery hält damit noch rund 1.514 Bitcoin sowie rund 73,9 Millionen Dollar an liquiden Mitteln, steht aber weiterhin Verbindlichkeiten von 45 Millionen Dollar gegenüber.

BASF plant Börsengang der Agrarsparte mit Bewertung von bis zu 30 Milliarden Euro

BASF will seine Saatgut- und Pflanzenschutzsparte voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 an der Frankfurter Börse notieren, zunächst mit einem Minderheitsanteil, und rechnet laut Handelsblatt mit einer Bewertung von 20 bis 30 Milliarden Euro – mehr als die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns, obwohl die Sparte nur rund ein Sechstel des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Die begleitenden Investmentbanken sollen bis zum Herbst ausgewählt werden, wobei der genaue Zeitplan von der Kapitalmarktentwicklung abhängt. BASF bestätigte, bereits mehrere Finanzinstitute angesprochen zu haben.

Apple verklagt OpenAI wegen mutmaßlichen Geheimnisdiebstahls durch Ex-Mitarbeiter

Apple hat OpenAI und zwei frühere Führungskräfte verklagt, darunter Tang Tan – ehemals langjähriger Apple-Designer und heute Hardware-Chef bei OpenAI –, dem vorgeworfen wird, vertrauliches Know-how für die Entwicklung eines neuen KI-Hardware-Projekts genutzt zu haben. Laut Klageschrift soll Tan Apple-Mitarbeiter aufgefordert haben, bei Bewerbungsgesprächen bei OpenAI interne Bauteile mitzubringen, während ein weiterer Ex-Manager nach seinem Wechsel noch auf Apple-Firmendaten zugegriffen haben soll. Zusätzliche Brisanz erhält der Fall dadurch, dass OpenAI 2025 das von Tan und Apple-Designlegende Jony Ive mitgegründete Unternehmen io Products für rund 6,5 Milliarden Dollar übernommen hat – obwohl Apple und OpenAI gleichzeitig als KI-Partner bei iPhone-Funktionen kooperieren.

Enthält Material von dpa-AFX

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