Am Montag hat TSMC starke Juli-Zahlen vorgelegt und damit neue Hoffnung für den KI-Boom geweckt. Doch ausgerechnet bei einer wichtigen Kennzahl zeichnet sich nun eine überraschende Wende ab.

Am Montag veröffentlichte der weltgrößte Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) seinen monatlichen Umsatz für Juli. Die TSMC-Umsätze gelten als wichtiger Frühindikator für den gesamten KI-Sektor und können daher angesichts der aktuell hohen Marktvolatilität ein entscheidender Kurskatalysator sein.

Juli-Umsatz bestätigt optimistische Wachstumsprognose

Für den Juli meldete TSMC einen Umsatz von rund 14,5 Milliarden US-Dollar und damit 5,6 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres kletterte der Umsatz sogar um 44,7 Prozent.

Damit ist der Chipriese auf einem guten Kurs, sein Ziel für das dritte Quartal von 37 Prozent Umsatzwachstum zu erreichen. Auch das Jahresziel für 2026 von mehr als 40 Prozent Umsatzwachstum scheint damit realistisch zu sein.

KI als Haupttreiber des Wachstums

Getragen wird das hohe Umsatzwachstum vor allem von der weiterhin rasant wachsenden Nachfrage nach KI-Chips, die im zweiten Quartal 66 Prozent des Umsatzes ausmachte.

In der Analystenkonferenz im Zuge der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal betonte CEO C.C. Wei, dass die KI-Nachfrage bis mindestens 2029/2030 stark bleiben werde. Er schloss zwar zwischenzeitliche Schwankungen nicht aus, bezeichnete den strukturellen Trend aber als extrem robust.

TSMC hatte noch Anfang 2026 für KI-Beschleuniger eine jährliche Umsatzwachstumsrate im mittleren bis hohen 50-Prozent-Bereich für die nächsten fünf Jahre prognostiziert. Bereits im Juli sagte C.C. Wei, dass die aktuelle Prognose sogar noch höher liege als zu Beginn des Jahres.

Höhepunkt der Gewinnmarge erreicht?

Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete TSMC eine Bruttomarge von 67,7 Prozent und damit den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Auch die Nettomarge markierte mit 55,6 Prozent einen Rekord.

Für das dritte Quartal erwartet der Konzern eine Bruttomarge von 65 bis 67 Prozent und damit einen leicht niedrigeren Wert als im zweiten Quartal. Grund dafür ist jedoch nicht eine nachlassende Nachfrage, sondern unter anderem die aggressive Umstellung der Produktion auf die fortschrittlichste 2nm-Technologie. Zudem belasten die neuen Fabriken außerhalb Taiwans die Bruttomarge um zwei bis drei Prozentpunkte.

Fazit: Wachstum weiterhin intakt

Die Juli-Umsätze zeigen, dass die Nachfrage nach KI weiterhin ungebrochen stark wächst. Die guten Wachstumszahlen sind damit nicht nur für TSMC, sondern für die gesamte Halbleiter- und KI-Industrie eine gute Nachricht.

Auch mittelfristig bleibt die Story intakt, wie das Management im Analystencall zu den Zahlen für das zweite Quartal signalisierte.

Übrigens: TSMC ist auch im Chip Power Index von BÖRSE ONLINE enthalten. Mit diesem Index können Sie sich auf einen Schlag die Aktien von 14 spannenden Wachstumsunternehmen der Halbleiterbranche ins Depot holen. Die Anteile der 14 Indexmitglieder sind gleichgewichtet und werden halbjährlich auf ihre ursprüngliche Gewichtung zurückgesetzt. Dadurch vermeiden Sie Klumpenrisiken.

Zum Chip Power Index

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen:

Wie hoch war der TSMC-Umsatz im Juli 2026?

TSMC erzielte im Juli einen Umsatz von rund 14,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 5,6 Prozent zum Vormonat und 44,7 Prozent zum Vorjahr.

Warum erwartet TSMC im dritten Quartal eine niedrigere Bruttomarge?

TSMC rechnet für das dritte Quartal mit einer Bruttomarge von 65 bis 67 Prozent. Belastend wirken vor allem die Umstellung auf die neue 2nm-Technologie sowie die höheren Kosten der Fabriken außerhalb Taiwans.

Wie stark soll das KI-Geschäft von TSMC langfristig wachsen?

TSMC prognostizierte Anfang 2026 für KI-Beschleuniger ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren bis hohen 50-Prozent-Bereich über die kommenden fünf Jahre. Im Juli deutete das Management sogar eine noch höhere Wachstumsrate an.