Donald Trump will Chinas Einfluss auf kritische Rohstoffe zurückdrängen. Welche Aktien vom Aufbau westlicher Lieferketten profitieren könnten.
Die USA wollen Chinas Dominanz bei Seltenen Erden einschränken. Die amerikanische Industrie und Rüstungswirtschaft sind auf diese Materialien angewiesen: Sie stecken nicht nur in Elektroautos und Halbleitern, sondern auch in Präzisionswaffen, Sensoren und leistungsfähigen Computersystemen.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.
Trump investiert Milliarden in den Ausbau bei Seltenen Erden
US-Präsident Donald Trump investiert nun Milliarden von US-Dollar in den Aufbau amerikanischer und verbündeter Lieferketten für kritische Mineralien. Behörden sollen nicht allein die Forschung fördern, sondern den Aufbau der gesamten Wertschöpfungskette unterstützen: vom Abbau über Trennung und Raffination bis hin zu Magneten und Recycling. Das US-Energieministerium stellte bereits im August 2025 Fördermöglichkeiten von insgesamt knapp einer Milliarde Dollar in Aussicht; 2026 folgten weitere Programme für Verarbeitung, Materialeffizienz und alternative Rohstoffquellen.
Hinzu kommt eine weitere Form der Unterstützung: Der Staat tritt zunehmend auch als Geldgeber und Abnehmer auf. Das zeigt der Deal mit MP Materials. Das US-Verteidigungsministerium vereinbarte 2025 eine Kapitalbeteiligung und flankierte sie mit einer langfristigen Abnahme sowie einer Preisuntergrenze für Neodym-Praseodym-Oxid. Solche Instrumente können Projekte gegen das Risiko absichern, dass ein Anbieter außerhalb Chinas zwar investiert, später aber mit deutlich günstigeren Importen konkurrieren muss.
Für Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette von Seltenen Erden heißt das. Staatliche Finanzierung, garantierte Nachfrage und Mindestpreise verbessern die Planbarkeit und könnten privates Kapital in Minen, Raffinerien und Magnetfabriken ziehen. Davon können auch die Aktien besagter Unternehmen profitieren.
Sie wollen mehr zum Thema erfahren? Dann lesen Sie unseren Report: Weißes Gold: Der geheime Krieg um Seltene Erden
Investitionen in Seltene Erden: Aktien für die Watchlist
Hier ist eine kleine Übersicht von Unternehmen, die Anleger jetzt beobachten sollten. Wichtig: Die Risiken und Geschäftsmodelle unterscheiden sich teilweise deutlich.
MP Materials – der direkteste US-Börsenhebel auf Seltene Erden: Das Unternehmen baut die Kette vom Bergbau bis zu Magneten aus und profitiert von der staatlichen Partnerschaft. Dem stehen hohe Erwartungen sowie Bau- und Hochlaufrisiken gegenüber.
Lynas Rare Earths – der australische Produzent bietet eine Alternative zu chinesischen Lieferquellen und könnte von einer stärker verzahnten Versorgung mit den USA und anderen Partnerstaaten profitieren. Zu beobachten sind Ausbaukosten, operative Risiken der Verarbeitung und volatile Preise.
Energy Fuels: Neben dem Uran-Geschäft arbeitet das Unternehmen am Ausbau seiner Verarbeitung Seltener Erden in den USA. Das macht die Aktie zu einem möglichen Profiteur der Raffinerie-Offensive, aber auch zu einer Wette auf technische Umsetzung und zusätzliche Investitionen.
Albemarle: Der etablierte Lithiumproduzent ist kein reiner Seltene-Erden-Wert. Er passt als breiterer Batterie-Rohstofftitel ins Thema, falls die US-Politik auch Lithium und weitere Batteriematerialien stärker absichert. Der Lithiumpreiszyklus bleibt ein wesentlicher Kurstreiber.
Anleger sollten dabei aber nicht nur die politische Unterstützung, sondern auch den industriellen Fortschritt genau beobachten. Der Aufbau und die Unterstützung der Lieferketten bietet eine langfristige Chance, ist aber mit erheblichen Projekt- und Rohstoffrisiken verbunden.
Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Sie ihr Geld am besten anlegen können, dann kann sich ein Probeabo von BÖRSE ONLINE für Sie lohnen.
Häufige Fragen
Warum wollen die USA ihre Lieferketten für Seltene Erden ausbauen?
Die USA wollen ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen verringern. Seltene Erden und andere kritische Mineralien werden unter anderem in Elektroautos, Halbleitern und Rüstungsgütern verwendet.
Welche Aktien könnten vom Ausbau westlicher Lieferketten profitieren?
Als mögliche Beobachtungskandidaten gelten unter anderem MP Materials, Lynas Rare Earths, Energy Fuels und Albemarle. Ihre Geschäftsmodelle und Risiken unterscheiden sich deutlich.
Welche Risiken gibt es bei Aktien aus dem Bereich kritische Mineralien?
Zu den Risiken zählen volatile Rohstoffpreise, hohe Investitionskosten, Verzögerungen beim Bau und Hochlauf von Anlagen sowie die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung.