Nach einigen turbulenten Jahren liefert der Medienriese mit jetzt neuer Führung richtig gute Zahlen und eine Strategie, die Zweifler überzeugt.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 12. Mai in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 21/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Mit Josh D’Amaro hat Walt Disney nicht nur einen neuen Chef, sondern einen, der dem Konzern eine neue Identität verschaffen möchte: Disney+ soll nämlich zum digitalen Herzstück des gesamten Disney-Universums werden, flankiert von einer Offensive im Bereich Themenparks und Kreuzfahrten. Und das geht schneller als gedacht: Die jüngsten Quartalszahlen liefern den Beweis, dass dieser Umbau funktioniert, was der Aktie weiteren Auftrieb geben dürfte.

Die entscheidende Nachricht aus dem zweiten Quartal: Walt Disney hat im Bereich Streaming erstmals eine zweistellige operative Marge erzielt. Gleichzeitig kletterte der Gewinn in diesem Bereich um 88 Prozent auf rund 530 Millionen Euro. Das ist ein echter Wendepunkt, waren die Dienste Disney+, Hulu und ESPN+ doch jahrelang nur ein Verlustgeschäft, das Investoren zermürbt hat. Jetzt wirft das Segment Gewinne ab — bei inzwischen mehr als 200 Millionen Abonnenten —, und das Margenziel von zehn Prozent für das Gesamtjahr ist greifbar. Wer Disney bislang kritisch sieht, sollte sich neu orientieren. Denn die Gesamtzahlen überzeugen: Der Umsatz stieg um 6,6 Prozent auf umgerechnet 22,9 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie legte auf 1,43 Euro zu und übertraf damit die Erwartungen der Analysten klar. Noch wichtiger: Das Management hob die Gewinnprognose für 2026 auf rund 16 Prozent Gewinnwachstum an, während der Konsens lediglich elf Prozent erwartet hatte. Für 2027 ist weiteres zweistelliges Wachstum angekündigt.

Das größte Geschäft des Konzerns, die Experiences-Sparte mit Parks und Kreuzfahrten, lieferte Rekordeinnahmen von 8,6 Milliarden Euro und macht nach wie vor rund 60 Prozent des Konzerngewinns aus. Getragen wird das Wachstum von höheren Ausgaben pro Parkbesucher sowie dem neuen Kreuzfahrtschiff „Disney Adventure“, das in Asien in See gestochen ist. Die Flotte wächst von heute sechs auf künftig 13 Schiffe bis 2031 — ein struktureller Wachstumstreiber, der noch kaum eingepreist ist. Insgesamt investiert Disney bis 2034 rund 55 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Erlebniswelten.

Als zusätzliches Signal an die Aktionäre weitete der Konzern das Aktienrückkaufprogramm von 6,4 auf 7,3 Milliarden Euro aus. Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 123 und 126 Euro — gemessen am aktuellen Kurs ergibt sich damit ein Aufwärtspotenzial von bis zu 38 Prozent.

Fazit

Nachdem die Aktie im März unglücklich unter den Stopp gerutscht ist, nehmen wir eine Neubewertung vor und empfehlen sie erneut zum Kauf. Strategie und Zahlen sind vielversprechend.

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