Der britische Vermögensverwalter Baillie Gifford verfolgt seit Jahrzehnten erfolgreich die Strategie, sich vorbörslich an aussichtsreichen Unternehmen zu beteiligen – vor allem im Tech-Bereich. Welche Werte dabei zusammenkommen, zeigt das jüngste 13F-Filing.

Dass der Vermögensverwalter Baillie Gifford direkt und über börsennotierte Investment-Vehikel wie den Scottish Mortgage Fund an SpaceX beteiligt ist, war bekannt. Überraschend ist jedoch die Dimension dieses Investments, das jetzt bekannt wurde.

Größte Portfolioposition: SpaceX

Im 13F-Bericht für das zweite Quartal 2026 meldet Baillie Gifford, dass die Vermögensverwaltung per 30. Juni 51.397.806 SpaceX-Aktien im Portfolio hielt. Ihr Wert: 8,8 Milliarden US-Dollar, das entspricht knapp acht Prozent des gesamten Portfolios im Wert von 110,2 Milliarden Dollar.

Besonders beeindruckend erscheint die Zahl im Vergleich zum ersten Quartal. Denn da meldete Baillie Gifford null Aktien. Allerdings stimmt das wohl nicht ganz: Im 13F werden nämlich vor allem börsennotierte Unternehmen aufgeführt. Hinzu kommt: Der Tochterfonds Scottish Mortgage Fund besaß bisher SpaceX-Aktien, meldete per 30. Juni aber einen Bestand von null. Offenbar hat Baillie Gifford also alle SpaceX-Aktien bei der Muttergesellschaft zusammengezogen. Ob – und wenn ja, wie viele – SpaceX-Aktien zugekauft wurden, lässt sich so schwer bestimmen.

Für die bisherigen SpaceX-Aktien galt zudem eine Lock-up-Frist, die zum Teil am 6. August auslief (mehr dazu hier).

SpaceX (WKN: A42D4F)

Weiterführende Links

Das passierte mit den Nvidia-Aktien

Unstrittig ist, dass Baillie Gifford bei seiner zweitgrößten Position aufgestockt hat. Die Zahl der Nvidia-Aktien stieg um 1,15 Millionen an. Mit knapp 8,4 Milliarden US-Dollar Portfoliowert ist der KI-Chipriese damit die Nummer zwei im Portfolio vor Amazon mit einem Portfoliowert von 6,4 Milliarden US-Dollar und MercadoLibre mit 5,16 Milliarden US-Dollar. Die beiden letztgenannten Positionen hat Baillie Gifford im zweiten Quartal leicht reduziert – bei Amazon immerhin um 1,17 Millionen Aktien. Da der Kurs von Amazon aber stieg, wurde die Position dennoch mehr wert.

Nvidia (WKN: 918422)

Diese Position stieß Baillie Gifford ab

Der größte Verkauf erfolgte bei Shopify, dessen Anteil am Portfolio Baillie Gifford fast auf null senkte. Dafür flogen 29 Millionen Aktien im Wert von 3,44 Milliarden US-Dollar raus. Shopify galt lange Zeit als eines der Top-Investments der Schotten, dessen Börsengang ihnen Millionen einspielte. Zuletzt sank die Begeisterung für Shopify allerdings kontinuierlich. Zuletzt sahnte Gifford beim Börsengang von Bending Spoons ab.  

Auch eine größere Position an Netflix wurde im zweiten Quartal abgestoßen. Scheinbar stieg Baillie Gifford auch bei Ferrari aus – doch das stimmt nicht. Dort wurden 1,3 Milliarden US-Dollar aus ADRs lediglich in die echten Stammaktien transferiert.

Hier gibt es die einzigartige Analyse der 13F-Berichte

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie die großen Vermögensverwalter im zweiten Quartal ihre Portfolios umgeschichtet haben und welche Aktien sie jetzt favorisieren, dann empfehlen wir Ihnen ein Abonnement der 13F-Berichte, eine exklusive Publikation der Börsenmedien AG, die auch Eigentümer von BÖRSE ONLINE ist. Diese Publikation gibt es nur im Direktvertrieb und nicht am Kiosk.

Achtung: Noch bis zum 12. August 2026, 11 Uhr, gibt es das 13F-Abo mit 20 Prozent Rabatt.

Hier 13F-Berichte abonnieren

Auf den Börsenbrief zu den 13F-Berichten gibt es bis 12. August 2026, 11 Uhr Rabatt
Foto: Börsenmedien AG
Auf den Börsenbrief zu den 13F-Berichten gibt es bis 12. August 2026, 11 Uhr Rabatt

Häufige Fragen zum Thema

Was sind die 13F-Berichte?

Die 13F-Berichte sind Pflichtformulare der US-Börsenaufsicht SEC, in denen große institutionelle Investoren mit einem verwalteten Vermögen von mindestens 100 Millionen US-Dollar jedes Quartal die von ihnen gehaltenen Aktien und Wertpapiere offenlegen müssen. Die 13F-Filings erscheinen vierteljährlich, spätestens 45 Tage nach Quartalsende, und bieten damit exklusive Einblicke in die Portfolios der Starinvestoren. Auch Unternehmen wie Nvidia müssen ihre Finanzbeteiligungen im Rahmen eines 13F-Berichts offenlegen, wenn sie die genannte Anlagesumme überschreiten.

Wo finde ich Informationen über die 13F-Berichte?

Die Börsenmedien AG stellt jedes Quartal in einer exklusiven Sonderpublikation die wichtigsten Erkenntnisse aus den 13F-Berichten für Investoren zusammen. Diese Publikation gibt es jeweils einmal pro Quartal nur im Direktvertrieb und nicht am Kiosk. (hier bestellen)

Wer ist Baillie Gifford?

Baillie Gifford ist eine unabhängige schottische Investmentmanagementgesellschaft mit Hauptsitz in Edinburgh, die schon 1908 gegründet wurde. Das Unternehmen befindet sich vollständig im Besitz seiner aktiven Partner und verwaltet über vier Tochtergesellschaften weltweit ein Vermögen von umgerechnet über 200 Milliarden Euro. Eine dieser Gesellschaften ist der börsennotierte Scottish Mortgage Fund. Bekannt ist die Gesellschaft vor allem für ihren sehr langfristigen, geduldigen Investmentansatz und für ihre vorbörslichen Investments im Technologiesektor. In den vergangenen Jahren hatte sich Baillie Gifford mehrfach frühzeitig an späteren Börsenstars beteiligt, darunter Shopify, Zoom und zuletzt SpaceX.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX, Nvidia.