Gold zählt für viele Anleger weiterhin zu den wichtigsten Bausteinen einer ausgewogenen Vermögensanlage. Doch wer bei Rohstoffen auf langfristiges Wachstum setzt, sollte den Blick nach Einschätzung einer Analystin von FTSE Russell deutlich erweitern. 

Vor allem Metalle, die von den Megatrends Künstliche Intelligenz und Energiewende profitieren, könnten in den kommenden Jahren ein größeres Kurspotenzial entfalten als das Edelmetall.

Goldpreis zwischen Zinssorgen und Krisenabsicherung

Dass Gold trotz seines starken langfristigen Wertzuwachses derzeit nicht uneingeschränkt Rückenwind genießt, hat mehrere Gründe. Positiv wirken nach wie vor die anhaltenden Käufe vieler Zentralbanken, geopolitische Spannungen sowie der Trend zahlreicher Staaten, ihre Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Diese Faktoren sorgen bei dem Edelmetall seit Jahren für eine stabile strukturelle Nachfrage.

Gleichzeitig steht Gold jedoch unter Druck. Ursache sind vor allem die gestiegenen Realzinsen. Hält die US-Notenbank an ihrer relativ straffen Geldpolitik fest, steigen die Opportunitätskosten einer Goldanlage, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft. Nach Einschätzung von Indrani De, Leiterin der globalen Investmentforschung bei FTSE Russell, halten sich diese positiven und negativen Einflussfaktoren derzeit weitgehend die Waage. Gold bleibe deshalb ein wichtiger strategischer Bestandteil eines Portfolios, kurzfristig seien die Perspektiven jedoch deutlich ausgeglichener als in den vergangenen Jahren.

Gerade deshalb richtet sich der Blick der Expertin verstärkt auf andere Rohstoffe. Ihrer Ansicht nach beginnt der Rohstoffsektor eine neue langfristige Entwicklungsphase, die von zwei strukturellen Megatrends geprägt wird: dem weltweiten Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz sowie der Transformation der Energieversorgung hin zu mehr Versorgungssicherheit und klimafreundlicheren Technologien. Beide Entwicklungen dürften den Bedarf an zahlreichen Industriemetallen nachhaltig erhöhen.

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Kupfer (ISIN: AF0000COPPER)

Kupfer und Silber profitieren von KI und Energiewende

Ein zentraler Gewinner könnte dabei Kupfer sein. Das Metall gilt als unverzichtbar für Stromnetze, Rechenzentren, Elektromobilität und moderne Energietechnik. KI-Anwendungen benötigen immer leistungsfähigere Rechenzentren mit hohem Stromverbrauch, was umfangreiche Investitionen in Leitungen, Transformatoren und elektrische Infrastruktur erforderlich macht. Gleichzeitig treiben der Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Stromnetze den Kupferbedarf zusätzlich an.

Darüber hinaus hebt die Analystin Silber hervor. Das Edelmetall besitzt nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel Bedeutung, sondern wird zugleich in zahlreichen Zukunftstechnologien verwendet. Dazu zählen unter anderem Photovoltaikanlagen, elektronische Bauteile sowie Hochleistungselektronik. Dadurch verbindet Silber Eigenschaften eines Edelmetalls mit denen eines Industriemetalls und könnte von beiden Nachfragetreibern profitieren.

Für Anleger bedeutet dies jedoch nicht, Gold aus dem Depot zu streichen. Vielmehr spricht nach Ansicht der Expertin vieles dafür, Gold weiterhin als stabilisierenden Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios zu halten. Seine Funktion als Absicherung gegen geopolitische Risiken, Unsicherheit an den Finanzmärkten und strukturelle Veränderungen im internationalen Währungssystem habe nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Wer darüber hinaus gezielt auf langfristige Wachstumstrends setzen möchte, sollte nach Ansicht von FTSE Russell den Rohstoffanteil jedoch breiter aufstellen und in Kupfer und Silber investieren. Während Gold vor allem Stabilität in das Portfolio bringen kann, eröffnen diese beiden Metalle aus Sicht der Analystin derzeit die größeren langfristigen Renditechancen.

Silber (ISIN: AF0000SILVER)

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