Erstmals seit über acht Monaten schloss das Edelmetall wieder unter die Marke von 4.000 Dollar. Ein technischer Analyst der Bank of America meldete sich jüngst zu Wort und gab Anlegern einen konkreten Rat.

Belastet wurde der Markt vor allem durch die erneute Eskalation im Nahen Osten. Steigende Ölpreise schürten Inflationssorgen und erhöhten gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen in den USA. In einem solchen Umfeld geraten zinslose Anlagen wie Gold häufig unter Druck.

Bank of America erwartet längere Korrektur

Trotz der jüngsten Schwächephase bleibt die Bank of America (BofA) für Gold grundsätzlich optimistisch. In einer aktuellen Analyse weist der Analyst Paul Ciana, Chefstratege für technische Marktanalyse im FICC-Bereich der Bank of America, allerdings darauf hin, dass die laufende Korrektur noch nicht abgeschlossen sein dürfte. Seiner Einschätzung nach könnte sich die Abwärtsbewegung bis in den August oder sogar September hinein fortsetzen.

Als mögliche Unterstützungszone nennt Ciana den Bereich um 3.600 Dollar je Feinunze. Dort könnte der Goldpreis auf einen stabileren Boden treffen. Der Analyst begründet seine Einschätzung unter anderem damit, dass die aktuelle Korrektur im historischen Vergleich bislang noch relativ kurz ausgefallen sei. Der vorherige Aufwärtstrend hatte sich über mehr als zwei Jahre erstreckt, während die laufende Gegenbewegung erst seit wenigen Monaten andauere. Aus technischer Sicht sei eine längere Konsolidierungsphase daher durchaus nachvollziehbar.

Zusätzliche Vorsicht leitet Ciana aus einem charttechnischen Warnsignal ab. Ende Juni kam es bei Gold zu einem sogenannten „Death Cross“, bei dem der 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt gefallen ist. Historische Auswertungen der Bank zeigen, dass der Goldpreis nach einem solchen Signal in vielen Fällen zunächst weiter nachgab. Eine unmittelbare Trendwende lasse sich daraus daher derzeit nicht ableiten.

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„Buy the Dip“: Gestaffelte Käufe statt hektischer Entscheidungen

Trotz des kurzfristig zurückhaltenden Ausblicks spricht die Bank of America keine Verkaufsempfehlung aus. Im Gegenteil: Sinkende Kurse betrachtet sie als Gelegenheit, Positionen schrittweise auszubauen. Anleger sollten nach Ansicht der Analysten nicht versuchen, den exakten Tiefpunkt zu treffen, sondern mögliche Rücksetzer für einen gestaffelten Einstieg nutzen.

Unterhalb von 4.000 Dollar hält Ciana erste Zukäufe für sinnvoll. Sollte der Goldpreis weiter in Richtung 3.700 bis 3.600 Dollar nachgeben, könne die Position schrittweise erweitert werden. Für den Fall einer noch stärkeren Korrektur sieht die Bank im Bereich zwischen 3.450 und 3.250 Dollar eine attraktive Zone für den Abschluss des Positionsaufbaus. Mit dieser Strategie sollen Anleger das Risiko reduzieren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt vollständig zu investieren.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Langfristiger Ausblick bleibt positiv

Die vorsichtige Einschätzung für die kommenden Wochen ändert nichts am langfristigen Optimismus der Bank of America. Erst vor wenigen Wochen senkte das Institut zwar seine durchschnittliche Goldpreisprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich auf 4.360 Dollar je Feinunze. Gleichzeitig hält die Bank jedoch unverändert an ihrem langfristigen Szenario fest, wonach Gold bis 2027 die Marke von 6.000 Dollar erreichen könnte.

Fazit: Für Privatanleger ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Kurzfristig dürfte der Goldpreis angesichts geopolitischer Risiken, hoher Energiepreise und der Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen volatil bleiben. Wer jedoch langfristig investiert, findet in der aktuellen Analyse der Bank of America eine Bestätigung dafür, dass Rückschläge nicht zwangsläufig als Warnsignal verstanden werden müssen. Vielmehr könnten sie nach Einschätzung der Analysten eine Gelegenheit bieten, Goldpositionen über mehrere Kaufzeitpunkte hinweg schrittweise auszubauen.

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