Der Goldpreis hat am Mittwoch zeitweise die wichtige Marke von 4.000 US-Dollar unterschritten. Das belastet das Edelmetall jetzt, und so geht es mit dem angeschlagenen Kurs weiter.
Der Goldpreis hat am Mittwoch weiter schwer zu kämpfen. Gegen Nachmittag fiel das Edelmetall zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar. Diese wurde bereits am 11. Juni erstmals innerhalb der aktuellen Korrekturbewegung angetestet.
Goldpreis verliert 4.000-Dollar-Marke
Der Rückgang beim Goldpreis erfolgte zeitgleich mit einer allgemeinen Dollar-Stärke. Die US-Währung gewinnt seit Tagen zu allen anderen wichtigen Währungen an Wert. Der Kurs des Euro ist im Gegenzug am Mittwoch bis auf 1,1325 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Da Gold in Dollar gehandelt wird, macht ein starker Dollar das Edelmetall teurer, was die Nachfrage bremst und den Preis belastet.
Neben Gold ist auch Silber unter Druck geraten. Auch hier fiel der Preisrückgang deutlich aus. Eine Feinunze wurde zuletzt bei 58,48 Dollar gehandelt und damit etwa fünf Prozent niedriger als am Vortag. Seit Beginn des Monats hat Silber bereits mehr als 20 Prozent an Wert verloren.
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Notierungen von Edelmetallen wie Gold ist eine deutliche Neubewertung der Zinserwartungen, sagte Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei der ING Bank. US-Notenbankchef Kevin Warsh hatte bei seinem ersten Auftritt als Vorsitzender der Fed die Bedeutung der Preisstabilität besonders hervorgehoben. An den Finanzmärkten wurde dies als Hinweis für eine mögliche Zinserhöhung im weiteren Verlauf des Jahres gedeutet, was dem Dollar Auftrieb gab (mehr zur Entwicklung des Dollarkurses hier).
Zu beachten sind außerdem die zahlreichen Positions-Liquidationen bei spekulativen Titeln, Halbleiter- und KI-Werten seit Dienstag. Hierdurch auftretende Margin-Calls oder notwendige Rebalancings könnten Marktteilnehmer ebenfalls zum Verkauf von Gold veranlasst haben.
Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?
Aufgrudn der genannten Faktoren sieht es für den Goldpreis kurzfristig nicht allzu gut aus, vor allem dann, wenn das Edelmetall die Unterstützung bei 4.000 US-Dollar nachhaltig unterschreitet.
In den Einschätzungen der Experten zum Goldpreis zeigt sich derweil ein gemischtes Bild. Während die Deutsche Bank ihr Kursziel gesenkt hat (mehr dazu hier), hielt die Bank of America kürzlich an ihrer sehr optimistischen Einschätzung fest (mehr dazu hier).
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Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Was belastet den Goldpreis?
Der Goldpreis fällt am Mittwoch aufgrund eines stärkeren US-Dollars, höherer Zinserwartungen und Liquidationen im Bereich spekulativer Anlagen, die möglicherweise Margin-Calls ausgelöst haben.
Was sagen die Analysten zur weiteren Entwicklung des Goldpreises?
Bei den Einschätzungen der Experten zum Goldpreis zeigt sich ein gemischtes Bild. Während die Deutsche Bank ihr Kursziel gesenkt hat, hielt die Bank of America kürzlich an ihrer sehr optimistischen Einschätzung fest.
Warum steigen die Zinserwartungen und der US-Dollar?
US-Notenbankchef Kevin Warsh hatte bei seinem ersten Auftritt als Vorsitzender der Fed die Bedeutung der Preisstabilität besonders hervorgehoben. An den Finanzmärkten wurde dies als Hinweis für eine mögliche Zinserhöhung im weiteren Verlauf des Jahres gedeutet, was dem Dollar Auftrieb gab.