Der Ölpreis steigt. Während US-Finanzminister Bessent einen Preisrutsch prophezeit, warnt Goldman Sachs vor den Folgen einer weiteren Eskalation des Iran-Konflikts.

Der Ölpreis ist am Montag erneut gestiegen. Die Nordseesorte Brent notierte am Morgen bei rund 97 US-Dollar je Barrel. Auslöser waren neue Angriffe auf Schiffe und Tanker in und nahe der Straße von Hormus, die für den internationalen Ölhandel von großer Bedeutung ist. Der seit Monaten andauernde Konflikt zwischen den USA und Iran scheint sich weiter zu verschärfen – das dürfte den Ölpreis zunächst weiter stützen.

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Bessent setzt auf ein Überangebot nach dem Konflikt

Für die US-Regierung ist das ein Problem: Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November steht sie wegen der steigenden Energiepreise unter hohem Druck.

In einem Interview mit dem ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon gab sich Finanzminister Scott Bessent am Freitag jedoch kämpferisch. „Wir werden diesen Iran-Konflikt hinter uns lassen, und ich erwarte, dass Öl billiger wird“, sagte er. Und er fügte hinzu: „Danach werden wir am Ölmarkt ein sehr großes Überangebot haben. Rohöl könnte auf 50 oder möglicherweise sogar 40 US-Dollar je Barrel fallen, einfach weil so viel neues Angebot auf den Markt kommt.“

Das Problem bei Bessents Prognose: Bislang zeichnet sich kein Ende des Konflikts ab. Deshalb bleibt zunächst das gegenteilige Szenario dominant: Die Gefahr weiterer Angriffe und anhaltender Störungen im Schiffsverkehr sorgt für einen Risikoaufschlag beim Ölpreis.

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Weiterführende Links

Goldman Sachs warnt vor Brent bei 120 Dollar

So kommt die US-Investmentbank Goldman Sachs zu einer ganz anderen Einschätzung beim Ölpreis. Sie warnte am Montag, der Brent-Preis könne bei einer weiteren Verschärfung der Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten auf bis zu 120 US-Dollar je Barrel steigen.

Die Bank empfahl Anlegern, auf steigende Preise für Erdgas und Diesel zu setzen. Damit ist eine sogenannte Long-Position gemeint: Anleger würden auf steigende Preise setzen und von einem entsprechenden Kursanstieg profitieren. 

Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffanalyse von Goldman Sachs, sagte, das Risiko einer Verschärfung der Störungen im Schiffsverkehr dürfe nicht ignoriert werden. Am unteren Ende ihrer Prognose sieht Goldman Sachs den Brent-Preis bei 80 US-Dollar je Barrel, falls sich die regionalen Ölexporte wieder normalisieren.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Warum steigt der Ölpreis derzeit?

Der Ölpreis steigt vor allem wegen neuer Angriffe auf Schiffe und Tanker in und nahe der Straße von Hormus. Die wichtige Route für den Ölhandel könnte dadurch stärker beeinträchtigt werden. Die Sorge vor Lieferausfällen und längeren Transportstörungen treibt den Risikoaufschlag auf Brent.

Wie hoch könnte der Ölpreis laut Goldman Sachs steigen?

Goldman Sachs hält bei einer weiteren Eskalation der Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten einen Anstieg des Brent-Preises auf bis zu 120 US-Dollar je Barrel für möglich. Die Bank betont zugleich, dass eine Verschärfung der Transportstörungen nicht ausgeschlossen werden könne.

Warum erwartet US-Finanzminister Scott Bessent einen Ölpreis von 40 bis 50 Dollar?

Bessent bezieht sich auf ein Szenario nach dem Ende des Iran-Konflikts. Wenn sich die Transportwege und regionalen Ölexporte normalisieren, könnte zusätzliches Angebot auf den Weltmarkt gelangen. Ein dadurch entstehendes Überangebot könnte den Ölpreis laut Bessent auf 40 bis 50 US-Dollar je Barrel drücken.

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