Ein asiatischer Autohersteller wächst in den USA gegen den Trend. Der Konzern baut Marktanteile aus und dreht das Tempo sogar hoch. Was die Asiaten anders machen - und wie die Börse reagiert.

Das, woran sich Volkswagen seit dem Diesel-Skandal vergeblich versucht und was auch BMW und Mercedes zunehmend Schwieirigkeiten bereitet, gelingt nun ausgerechnet einem koreanichen Hersteller: Hyundai ist in den USA die Automarke der Stunde, berichtet CNBC:Die Marke aus Südkorea hat in den USA seit Beginn des Jahrzehnts so stark zugelegt wie kein anderer großer Autobauer. Nur Tesla kommt beim Marktanteilszuwachs noch näher heran, hat aber als E-Auto-Spezialist ein ganz anderesd Profil - und geringeer absolute Absatzzahlen. Hyundais Wachstum ist breiter und stabiler: Die Koreaner bieten von Einstiegsmodellen über Hybride bis zur Luxusmarke Genesis die komplette Bandbreite - samt E-Autos..

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Laut CNBC hat die Hyundai Motor Group mit ihren Marken Hyundai, Kia und Genesis ihren Marktanteil in den USA seit 2020 von 8,4 Prozent auf 11,2 Prozent gesteigert. Im ersten Halbjahr 2026 waren es sogar 11,8 Prozent. Gleichzeitig legten die absoluten US-Verkaufszahlen seit 2020 um rund 50 Prozent zu. Das ist in einem insgesamt schwächelnden Markt eine Hausnummer.

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Dabei setzt Hyundai jetzt alles daran, dieses Wachstum nicht nur zu halten, sondern zu beschleunigen. In Georgia wird gerade eine neue Produktion hochgefahren. Das 7,6 Milliarden US-Dollar teure Werk soll zum zentralen Hebel für weiteres Volumen werden und bis 2028 eine zusätzliche Kapazität von 700.000 bis 800.000 Fahrzeugen bieten.

Zum Vergleich: Die Marke Volkswagen verkaufte in den USA 2025 330.00 Fahrzeuge.

José Muñoz, der erste nichtkoreanische Konzernchef, erklärte gegenüber dem US-Sender CNBC im Brustton der Überzeugung: „Meine drei Top-Prioritäten sind U-S-A.“

Von günstig zu begehrt

Lange war Hyundai in den USA die Adresse für günstige, vernünftige Autos. Heute verkauft der Konzern Modelle von Kia für 20.000-Dollar bis hin zu Luxuswagen der Marke Genesis, die über 100.000 Dollar kosten können. Hyundai gewinnt mitlerweile offenbar nicht mehr nur über den Preis Kunden, sondern als Marke.

Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen die Koreaner rund 80 Prozent der in den USA verkauften Fahrzeuge auch vor Ort produzieren. Bisher sind es etwa 40 Prozent. Tarife und Handelskonflikte beschleunigen diesen Kurs.

Die Aktie ist schon angelaufen

Die Investoren haben das längst registriert. Die Aktie ist an der Börse in Südkorea seit 2020 um fast 250 Prozent gestiegen. Analystenseitig bleibt das Bild freundlich. Laut Investing.com liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel aktuell bei 676.843 Won, die Spanne reicht bis 900.000 Won. Andere Datenquellen sehen ein mittleres Ziel um 730.165 Won bei einem klaren Buy-Rating. Die Botschaft der Analysten ist damit klar: Hyundai ist trotz des Kursanstiegs noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.  

Die Fantasie liegt nicht nur im US-Geschäft, sondern auch in der nächsten Produktwelle. Hyundai will in den USA mittelfristig auch neue Segmente wie Pickups besetzen. Genau dort ist in Amerika noch Geld zu verdienen. 

Leider kann die Aktie in Deutschland seit Ende 2024 nicht mehr gehandelt werden. Damals wurde das zugrundeliegende Programm für Hinterlegungsscheine (GDR) beendet und die Notierung daraufhin eingestellt. Da diese Hinterlegungsscheine als Brücke für den Handel an europäischen Börsen dienten, entfiel mit dem Delisting auch die Handelbarkeit hierzulande. Deshalb kann man die Aktie derzeit nur an der südkoreansichen Börse selbst kaufen oder in sie als Bestandteil eines Fonds doer ETFs investieren. Zu den günstigen Südkorea-ETFs gehört etwa der Franklin FTSE Korea UCITS ETF mit der WKN A2PB5X.  

Das die Aktie für deutsche Anleger derzeit nicht direkt investierbar ist, ist schade, denn Hyundai könnte einer der spannendsten Autobauer der kommenden Jahre sein - gerade weil er nicht wie Tesla ist.

FRANK.LIB.KOREA ETF DLA (WKN: A2PB5X)

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.