MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der neue Tankrabatt kommt inzwischen besser bei den Autofahrern an. Vor allem bei Benzin ist die Weitergabe des Steuernachlasses von knapp 17 Cent nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts inzwischen praktisch vollständig. Die Experten errechneten bei der häufigsten Sorte Super E5 für die Woche vom 14. bis 20. Oktober eine Weitergabe der vollen rund 17 Cent, bei der günstigsten gängigen Sorte E10 von 16 Cent. Dazu dürfte auch beitragen, dass der Preis für Superbenzin zuletzt deutlich nachgegeben hat.
Bei Diesel bleibe die Weitergabe dagegen unvollständig. "Hier wurden von den 17 Cent nur rund 14 Cent an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergereicht", sagte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft.
Damit wiederhole sich die Erfahrung des letzten Tankrabatts, sagte Neumeier. Im Mai und Juni blieb demnach die Weitergabe bei Diesel ebenfalls hinter den von der Regierung in Aussicht gestellten 17 Cent zurück. Neumeier weist auch darauf hin, dass es seit Beginn des Tankrabatts am 1. Oktober deutliche Lücken in der Weitergabe gibt. In der ersten Zeit waren diese noch etwas größer, auf die gesamte Dauer kommt er auf eine Weitergabe von 16 Cent bei E5 und je 14 bei Diesel und E10. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt für die Zeit vom 1. bis 21. Oktober auf noch niedrigere Weitergaben von je rund zwei Drittel.
Spritpreis sinkt
Aktuell sinken die Spritpreise - vor allem bei Benzin. Laut ADAC kostete ein Liter E10 am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,088 Euro und damit 5,8 Cent weniger als eine Woche zuvor. Das ist zudem der niedrigste Tagespreis seit Mitte Juli. Diesel gab auf Wochensicht dagegen nur um 0,9 Cent nach und kostete im bundesweiten Tagesschnitt 2,246 Euro.
Auch der ADAC geht inzwischen davon aus, dass bei Benzin ein Großteil des Tankrabatts an den Zapfsäulen ankommt. Bei Diesel könnte inzwischen zudem die saisonale Nachfrage nach dem ähnlichen Heizöl eine Rolle spielen.
Teurer Sprit heizt Inflation an
Für seine Auswertung vergleicht das Ifo Benzinpreise aus Deutschland mit denen aus Frankreich, wo ein solcher Tankrabatt nicht eingeführt wurde. Die Experten nutzen dazu Daten der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts und des französischen Wirtschaftsministeriums. Die Referenzperiode erstreckt sich über die drei Wochen vor Einführung des Tankrabatts. Das DIW geht ähnlich vor, weicht in Details aber ab, was zu leichten Abweichungen der Ergebnisse führt.
Die Bundesregierung hat den neuen Tankrabatt als Reaktion auf die stark gestiegenen Ölpreise wegen des Iran-Kriegs eingeführt, er gilt bis Jahresende. Im September hatte der Krieg zu Rekordpreisen an den Tankstellen geführt. In der Folge stieg die Inflationsrate in dem Monat auf 3,3 Prozent, das ist der höchste Stand seit fast drei Jahren. Die Bundesbank rechnet damit, dass die Inflation bis ins nächste Jahr hinein "merklich erhöht bleibt", wie sie zuletzt schrieb./als/ruc/DP/mis
Quelle: dpa-Afx