Die Magnificent 7 haben im Juni mehr Börsenwert verloren als das halbe deutsche BIP. Der Grund: Zweifel an den enormen KI-Investitionen – doch einige Branchen profitieren davon.

Im Juni wurden rund 2,3 Billionen US-Dollar Börsenwert bei den Magnificent 7 vernichtet. Das entspricht mehr als der Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Besonders schwach entwickelte sich Microsoft mit einem Minus von 20 Prozent. Der Microsoft-Aktie haben wir uns in diesem Artikel bereits ausführlich gewidmet. Auch Nvidia geriet deutlich unter Druck und verlor rund 13 Prozent. Apple und Amazon gaben jeweils um etwa acht Prozent nach.

Noch vor wenigen Jahren brachen die Magnificent 7, bestehend aus Nvidia, Alphabet, Meta, Amazon, Apple, Microsoft und Tesla, an der Börse einen Rekord nach dem anderen. Umsätze und Gewinne explodierten durch die rasant voranschreitende Digitalisierung und die Aktienkurse kletterten von Allzeithoch zu Allzeithoch. Inzwischen hat sich die Stimmung jedoch deutlich eingetrübt.

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Warum laufen die Magnificent 7 aktuell so schlecht?

Der Hauptgrund für die schwache Kursentwicklung ist schnell gefunden: CapEx, also Investitionsausgaben. Vor allem der massive Ausbau der KI-Recheninfrastruktur verschlingt inzwischen hunderte Milliarden Dollar pro Jahr.

Das bedeutet eine deutliche Veränderung des Geschäftsmodells. Früher galten viele dieser Unternehmen als kapitalleichte Cashflow-Maschinen. Inzwischen werden sie jedoch deutlich kapitalintensiver. Dadurch bleibt weniger Geld für Ausschüttungen an die Aktionäre übrig. Das kommt am Markt nicht überall gut an, zumal die Rentabilität dieser gewaltigen KI-Investitionen noch nicht abschließend bewiesen ist.

Tom Lee von Fundstrat Global Advisors sieht diese Entwicklung langfristig jedoch positiver. Er argumentiert, dass die Bilanz der großen Tech-Konzerne künftig als eine Art „Arbeitskraft“ verstanden werden sollte: Die hohen Investitionen sollen menschliche Arbeit teilweise durch KI ersetzen und später attraktive Renditen erwirtschaften. Aus seiner Sicht befindet sich der Markt derzeit in einer Übergangsphase, in der diese neue Erzählung erst noch akzeptiert werden muss.

Die Gewinner der KI-Investitionen

Auf der anderen Seite der Medaille stehen jene Unternehmen, die die benötigte KI-Hardware entwickeln, produzieren oder in Betrieb nehmen. Viele Zulieferer verdienen an der KI-Investitionswelle so gut wie nie zuvor.

Besonders stark entwickelten sich Speicherchipaktien wie Micron, SK Hynix und Samsung. Sie profitieren vom enormen Speicherbedarf der Rechenzentren, der die Preise für Speicherchips und damit auch die Margen und Gewinne dieser Unternehmen kräftig nach oben treibt. Aber auch Anbieter von Komponenten für die Datenübertragung, etwa Lumentum oder Coherent, konnten zuletzt deutliche Kursgewinne verzeichnen.

Fazit: Die KI-Rally ist nicht zwingend vorbei. Sie hat sich vielmehr von den Hyperscalern hin zu den "Schaufelverkäufern" der KI-Infrastruktur verschoben. Gelingt es den großen Tech-Konzernen, die Rentabilität ihrer Investitionen überzeugend zu belegen, dürften auch ihre Aktien an der Börse wieder stärker honoriert werden.

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Häufig gestellte Fragen:

Warum laufen die Magnificent 7 aktuell so schlecht?

Anleger sorgen sich wegen der enormen KI-Investitionen. Die Ausgaben steigen stark, während der konkrete Return on Investment noch nicht bewiesen ist.

Warum investieren die Magnificent 7 so viel in KI?

Sie bauen Rechenzentren und KI-Infrastruktur aus, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Wachstumsquellen zu erschließen.

Welche Aktien profitieren von den KI-Investitionen?

Vor allem Speicherchiphersteller profitieren direkt vom KI-CapEx-Boom. Daneben zählen auch Anbieter von Netzwerktechnik, Datenübertragung, Kühlung, Stromversorgung und Rechenzentrumsinfrastruktur zu den Gewinnern.