Der Chipkonzern Nvidia macht am Montag mit einer unerwarteten Maßnahme Schlagzeilen, die seine Kunden teuer zu stehen kommen wird.
Stark steigende Preise für Speicherchips haben in den vergangenen Monaten schon so manche Kalkulation in der Techbranche über den Haufen geworfen. Apple kündigte sogar deftige Preiserhöhungen für seine Modelle an, weil die gestiegenen Kosten mittlerweile zu stark auf die Margen drücken.
Kostenschock für Hyperscaler - und Endkunden?
Auch die KI-Chips und Server von Nvidia sind teuer. Deshalb konnte der KI-Platzhirsch dafür schon in der Vergangenheit Knappheitspreise verlangen.
Doch nun wird bekannt, dass es für die Kunden noch einmal empfindlich teurer wird. Denn Nvidia hebt die Preise für seine KI-Server zum Jahreswechsel um 15 Prozent an. Dies hätten Unternehmen, die die Chips in Server verbauen, ihren Kunden Ende der Woche mitgeteilt, berichten US-Medien wie Fortune.
Für Hyperscaler wie Alphabet, Amazon oder Microsoft bedeutet das, dass sie zum gleichen Preis künftig weniger Server erhalten – oder ihre Investitionspläne noch einmal aufstocken müssen.
Auch für die Nutzer der KI-Tools könnte es nun wieder teurer werden, weil sich die Investitionen in KI-Rechenzentren auch rechnen müssen.
Für Nvidia ist der Schritt nicht ohne Risiko
Auch für Nvidia ist der Schritt riskant: Konkurrenten wie AMD und Intel haben mittlerweile eigene KI-Chips entwickelt, die sie als Alternative zu den Nvidia-Racks positionieren. Experten sagen allerdings, dass Nvidia sein Geschäftsmodell gut abgesichert habe; etwa über die Programmiersprache CUDA, über die die Chips angesteuert werden und die unter KI-Entwicklern als Standard gilt.
Offenbar scheint sich auch Nvidia seiner Sache sicher zu sein, sonst würde man so eine heftige Preiserhöhung nicht wagen.
Für Anleger bedeutet sie die Aussicht auf noch höhere Umsätze und entsprechend höhere Margen und Gewinne. Denn Nvidia ruft Knappheitspreise auf. Die eigenen Kosten dürften nicht entsprechend gestiegen sein.
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Häufige Fragen
Warum erhöht Nvidia die Preise?
Die Beschleunigerprozessoren von Nvidia (GPU) bilden das Herzstück von Computern, auf denen KI-Software entwickelt und ausgeführt wird. Deshalb waren die Kunden schon in der Vergangenheit bereit, dafür fast jeden Preis zu zahlen. Obwohl auch Nvidia seine Produktion zusammen mit dem Auftragsfertiger TSMC gesteigert hat, kann das Angebot mit der steigenden Nachfrage noch immer nicht Schritt halten. Das treibt die Preise in die Höhe.
Warum ist die Preiserhöhung für Nvidia trotzdem riskant?
Anfangs gab es keine Alternatve zu den KI-Chips von Nvidia. Konkurrenten wie AMD und Intel haben mittlerweile aber eigene KI-Chips entwickelt, die sie als Alternative zu den Nvidia-Racks positionieren.
Was bedeutet die Preiserhöhung für die Nvidia-Aktie?
Wenn Nvidia die Preiserhöhung durchsetzen kann, ohne dass sich die Absatzzahlen verändern, steigen Umsatz und Gewinn praktisch automatisch noch einmal um 15 Prozent. Das würde den Aktienkurs weiter anschieben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.