Der Absturz von VW scheint sich zu beschleunigen: Im 3. Quartal 2026 verkaufte Europas größter Autohersteller erneut weniger Fahrzeuge als im Jahr zuvor. Auch wohlmeinende Analysten verlieren jetzt die Geduld.

Der VW-Konzern verliert im Automarkt weiter an Boden: Nach eigenen Angaben lieferte Volkswagen über alle Marken hinweg von Juli bis September weltweit nur noch 1,89 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal hatte der Rückgang noch bei 8,6 Prozent gelegen, zu Jahresbeginn bei 4,0 Prozent.

In den ersten neun Monaten des Jahres kam Volkswagen damit noch auf gut sechs Millionen Fahrzeuge, das waren 9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Durchhalteparolen für China

Zwar weist VW für Europa und Südamerika sogar Zuwächse aus. Doch die konnten den Einbruch vor allem in China nicht kompensieren. Dort brach der VW-Absatz dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge ein. In den ersten neun Monaten sanken die Auslieferungen in der Volksrepublik damit um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen Wagen. Volkswagen kämpft in China in einem allgemein rückläufigen Gesamtmarkt zusätzlich mit starkem Preisdruck durch die einheimischen Hersteller.

„Der deutlich rückläufige Gesamtmarkt in China bleibt eine branchenweite Herausforderung. Gleichzeitig beginnen unsere neuen, lokal entwickelten Elektromodelle ihre Wirkung zu entfalten“, teilte Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander mit, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. Gegenüber dem Vorjahresquartal habe man in der Volksrepublik im dritten Quartal rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge übergeben können. Dazu zählen neben reinen E-Autos auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender.

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In Europa steigt die Nachfrage nach E-Autos

Ein kleiner Lichtblick in den verheerenden Zahlen ist das Geschäft mit Elektroautos in Europa. „In unserem Heimatmarkt sehen wir einen deutlich beschleunigten Trend zu vollelektrischen Fahrzeugen. Hauptgründe dafür sind die derzeit hohen Kraftstoffpreise und das größere Angebot an Einstiegsmodellen“, sagte Sander laut der Mitteilung. Für den ID. Polo und seine Schwestermodelle VW ID.Cross, Skoda Epiq und Cupra Raval lägen inzwischen fast 150.000 Bestellungen vor. Das sei ein toller Erfolg, der zeige, dass man mit den vier Modellen den Zeitgeist getroffen habe, sagte Sander.

In Europa war von Januar bis September schon jedes fünfte ausgelieferte Modell ein reiner Stromer; insgesamt gut 586.000 von rund 2,96 Millionen Fahrzeugen. Die Auftragseingänge für Elektroautos stiegen in Europa im dritten Quartal sogar um mehr als die Hälfte. Damit liege der E-Anteil am Auftragsbestand bei rund 40 Prozent, sagte Sander.

Weltweit war die Nachfrage nach VW-Stromern allerdings rückläufig. Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen um 4,7 Prozent auf gut 240.000. In China gingen sie um heftige 30,1 Prozent zurück, in den USA sogar um 86,4 Prozent. Anders gesagt: Dort ist VW als Elektroautohersteller kaum noch existent. Von Januar bis September hat Volkswagen insgesamt rund 679.000 E-Autos ausgeliefert. Auch das ist ein Minus von 5,4 Prozent.

Marken VW, Audi und Porsche verlieren zweistellig

Abgesehen von Skoda verloren alle Konzernmarken dick zweistellig: Die Kernmarke Volkswagen Pkw lieferte im dritten Quartal 19,3 Prozent weniger Fahrzeuge aus als ein Jahr zuvor. Bei Audi beläuft sich das Minus auf 19,7 Prozent. Auch Porsche verlor deutlich: Im dritten Quartal setzten die Stuttgarter nur noch etwas mehr als 56.000 Sport- und Geländewagen ab; ein Minus von 15 Prozent Minus. Lediglich die Nutzfahrzeugholding Traton, zu der unter anderem Scania und MAN gehören, steigerte ihre Verkäufe um 10,5 Prozent auf rund 78.900 Fahrzeuge.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Analysten sind skeptisch

Die VW-Aktie war bereits Mitte September wieder auf Talfahrt gegangen, nachdem der Vorstand die Jahresprognose gesenkt hatte. Als Gründe nannte VW damals eine milliardenschwere Abschreibung auf den Sportwagenbauer Porsche AG, schwache Geschäfte in China und weitere Kosten für den Konzernumbau. Der Autobauer rechnet deshalb nur noch mit einer Umsatzrendite von einem Prozent im laufenden Jahr. Zuvor waren 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet worden, im Jahr 2025 lag die operative Umsatzrendite noch bei 2,8 Prozent.

Auch Analysten verlieren zunehmend die Hoffnung, dass VW die Trendwende noch gelingen könnte: Der Vorstand müsse noch quantitative Angaben zur Restrukturierung machen, mahnte Analyst Philippe Houchois von Jefferies. Angesicht dessen überrascht, dass er sein Kursziel für die Aktie bei 120 Euro beließ. Das entspricht einem Kurspotenzial von 76 Prozent.

Andere schätzen die Chancen der Wolfsburger weniger optimistisch ein: Die DZ Bank hatte noch im August ein Kursziel von 85 Euro errechnet. Mittlerweile sind es nur noch 73 Euro gesenkt. Auch Analyst Patrick Hummel von der UBS hat vor allem wegen des anhaltenden Absatz- und Preisdrucks in China seine Gewinnschätzungen und Kursziele reduziert. Hummel nahm sein Kursziel deshalb von 80 auf 70 Euro zurück.

Die VW-Aktie gab am Montag überraschend wenig nach und notiert nun knapp über 68 Euro. So tief stand sie zuletzt End e2009. Selbst auf der Höhe des Dieselskandals war der Volkswagen-Konzern an der Börse ein Drittel mehr wert.

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Häufige Fragen zum Thema Volkswagen

Wie viele Fahrzeuge hat der VW-Konzern im 3. Quartal 2026 verkauft?

Nach eigenen Angaben lieferte Volkswagen über alle Marken hinweg von Juli bis September 2026 weltweit 1,89 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In den ersten neun Monaten des Jahres kam Volkswagen damit noch auf gut sechs Millionen Fahrzeuge, das waren 9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Warum fällt der Absatzrückgang so heftig aus?

Während die Absatzzahlen in Europa und Südamerika sogar leicht stiegen, schlug vor allem der chinesische Markt erneut ins Kontor. Dort brach der Konzernabsatz um um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge ein. In den ersten neun Monaten sanken die Auslieferungen in der Volksrepublik damit um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen Wagen.

Wie schlug sich der VW-Konzern im 3. Quartal 2026 bei Elektroautos?

Das Geschäft mit Elektroautos in Europa gehört zu den wenigen Lichtblicken in den Zahlen. In Europa war von Januar bis September schon jedes fünfte ausgelieferte Modell ein reines E-Auto, insgesamt gut 586.000 von rund 2,96 Millionen Fahrzeugen. Die Auftragseingänge für Elektroautos stiegen in Europa im dritten Quartal sogar um mehr als die Hälfte. Damit liege der E-Anteil am Auftragsbestand bei rund 40 Prozent. Für den ID. Polo und seine Schwestermodelle VW ID.Cross, Skoda Epiq und Cupra Raval lägen inzwischen fast 150.000 Bestellungen vor, meldete VW. 

Weltweit war die Nachfrage nach E-Autos von VW allerdings rückläufig. Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen um 4,7 Prozent auf gut 240.000. In den USA gingen sie sogar um 86,4 Prozent zurück. Von Januar bis September hat Volkswagen insgesamt rund 679.000 E-Autos ausgeliefert. Auch das ist ein Minus von 5,4 Prozent.

Enthält Material von dpa-AFX

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