So startet der DAX in die neue Woche und das bewegt den deutschen Leitindex. Im Fokus stehen unter anderem: Iran, Trump, Bezos, Nvidia, Bitcoin, SpaceX, BASF, RWE, Alphabet.
Der Dax dürfte etwas stärker in die neue Woche starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Montag vor dem Xetra-Handelsstart 0,2 Prozent höher auf 26.495 Punkte. Am vergangenen Mittwoch hatte er mit 26.573 Punkten seinen bisherigen Höchststand erreicht, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Über die Woche gesehen legte er dennoch knapp ein halbes Prozent auf 26.440 Punkte zu. Der Iran-Krieg bleibt zwar ungelöst, hatte aus Anlegersicht zuletzt aber seinen Schrecken ein Stück weit verloren.
Am US-Aktienmarkt haben am Freitag schwächere Wirtschaftsdaten die Anleger etwas skeptischer gestimmt. Die wichtigsten Indizes schlossen im Minus. Der Tech-Index Nasdaq 100 sank um 0,13 Prozent auf 30.046,14 Punkte. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,1 Prozent zu Buche. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor am Freitag 0,20 Prozent auf 53.732,41 Punkte. Daraus resultiert eine Wochenbilanz von minus 0,6 Prozent. Für den am Vortag auf ein Rekordhoch gekletterten marktbreiten S&P 500 ging es mit einem Abschlag von 0,17 Prozent auf 7.785,76 Zähler ins Wochenende, sodass sich auf die Woche gesehen ein Plus von 0,4 Prozent ergibt.
Die Börsen im asiatisch-pazifischen Raum haben am Montag keine gemeinsame Richtung gefunden. Am japanischen Markt ging es nach Daten zur Wirtschaftsentwicklung des Landes nur moderat nach oben. So hatte sich das Wachstum in den drei Monaten bis Ende Juni unerwartet verlangsamt. Der Nikkei 225 gewann im späten Handel 0,3 Prozent. Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen stieg um 0,8 Prozent und der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong gewann 1,6 Prozent. Der australische Verluste gab es hingegen in Australien und Indien.
Nachrichten Deutschland
'HB': Aerospacelab erhält Auftrag für viele Iris2-Satelliten - Verlierer Airbus
Das belgische Start-up Aerospacelab hat laut eines Presseberichts bei einem Auftrag fu?r den Bau des Großteils der Satelliten für das geplante Netzwerk Iris2 gegen Airbus durchgesetzt. Aerospacelab soll bis zu 264 der insgesamt 348 Satelliten bauen, wie das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen schreibt. Der Auftragswert betrage mindestens 1,8 Milliarden Euro. Aus Deutschland sei zudem der Satellitenhersteller OHB an Bord, führt die Zeitung unter Berufung auf einer Bestätigung der EU weiter aus. Das SDax-Unternehmen werde die 18 sogenannten MEO-Satelliten herstellen, die in einer höheren Erdumlaufbahn kreisen und größer und entsprechend teurer sind; Auftragswert wohl knapp einer Milliarde Euro. Airbus gehe aber nicht komplett leer aus.
Der im Dax gelistete Luft- und Raumfahrkonzern Airbus baut für Iris2 66 sogenannte Mil-Ka-Satelliten für militärische Satellitenkommunikation. Eutelsat, das im Konsortium von Iris2 für das LEO-Segment zuständig ist, habe den Auftrag an Airbus bestätigt, so das "HB". Airbus habe eine Anfrage mit Blick auf die Leo-Satelitten mit Verweis auf noch laufenden Verhandlungen nicht beantwortet.
Mit Blick auf die Aufträge für Aerospacelab und OHB schreibt das "HB" weiter, Ziel sei es, 2029 die ersten Satelliten in den Orbit zu bringen. Ein Jahr später sollen dann die ersten Regierungsbehörden in der EU Iris2 nutzen können, später dann auch Privatpersonen. Seit fast sechs Jahren arbeitet die EU-Kommission an dem Vorhaben. Iris2 soll Europa von Starlink, dem Satellitennetzwerk von Elon Musks SpaceX, unabhängig machen und ein für Militär oder Geheimdienste sicheres Internet aus dem All bieten.
Bundesverkehrsminister und BASF-Chef Kamieth bei Ausbau von Verkehrsterminal
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und BASF-Vorstandschef Markus Kamieth geben am Montag (13.00) in Ludwigshafen den Startschuss für den Ausbau eines Kombiverkehrsterminals. Die Anlage ist ein wichtiger Umschlagplatz für die Güter des weltgrößten Chemiekonzerns. Sie soll erweitert werden, um Straße und Schiene leistungsfähiger zu machen. Für die Modernisierung sind 51 Millionen Euro Fördermittel zugesagt.
Dem kombinierten Verkehr kommt in Zeiten von Niedrigwasser besondere Bedeutung zu. BASF transportiert 40 Prozent seiner Produktion im Stammwerk Ludwigshafen über den Rhein. Durch eine Verlagerung bestimmter Mengen etwa auf Lastwagen und Schiene stützt das Unternehmen die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen. Zu dem Spatenstich werden ebenfalls der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf und Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) erwartet.
Jefferies hebt Ziel für Rheinmetall auf 1350 Euro - 'Buy'
Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Rheinmetall von 1300 auf 1350 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Analystin Chloe Lemarie passte am Freitag ihre Bewertungsmodelle für die Rüstungskonzerne CSG und Rheinmetall an die Ergebnisse des zweiten Quartals an. Die Stimmung verbessere sich. Auftragslage und deren Umsetzung seien entscheidend.
UBS belässt RWE auf 'Buy' - Ziel 68 Euro
Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für RWE mit einem Kursziel von 68 Euro auf "Buy" belassen. Wanda Serwinowska hält laut einer Einschätzung vom Freitag bei den bevorstehenden Auktionen für Gas- und-Dampf-Kombikraftwerke (CCGT) zweistellige Renditen für den Versorger für durchaus möglich.
Internationale Nachrichten
Ölpreise kaum bewegt
Die Ölpreise haben sich am Montag im frühen Handel kaum von der Stelle bewegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im Oktober kostete am Morgen mehr oder weniger unverändert 88,46 US-Dollar. Die Brent-Notierungen bewegten sich zuletzt weitgehend im Band von rund 87 bis 89 US-Dollar.
Auch rund zwei Monate nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen Teheran und Washington scheint ein Ende des Iran-Krieges in weiter Ferne. Statt wie geplant Fortschritte in der Frage des iranischen Atomprogramms zu erzielen, provozierte US-Präsident Donald Trump am Wochenende mit der Ankündigung einer Übernahme der Straße von Hormus. Der Iran weist die Pläne zurück und stellt die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA offen infrage.
In der Straße von Hormus wurden gegen Ende der vergangenen Woche weitere Schiffe attackiert, darunter Tanker mit Verbindungen zur Abu Dhabi National Oil Co. (Adnoc). Dennoch verschiffen Öl-Produzenten aus dem Nahen Osten weiterhin große Mengen Rohöl aus dem Persischen Golf. Die Exporte liegen laut Kreisen über den Marktschätzungen von vier Millionen Barrel pro Tag, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt.
Der Krieg der USA gegen Iran dauert inzwischen seit sechs Monaten an und umfasst eine vollständige Seeblockade der iranischen Häfen. US-Präsident Donald Trump hat signalisiert, die Regierung wolle die iranische Wirtschaft noch stärker treffen und es sei ihm egal, ob der Konflikt vor den Zwischenwahlen im November beendet werde. US-Finanzminister Scott Bessent stellte laut Bloomberg neue Sanktionen noch für diese Woche in Aussicht.
"Die Drohung beispielloser US-Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolation Irans, eine unbefristete Seeblockade und erneute Angriffe auf Tanker erhöhen das Risiko weiterer Angebotsausfälle", sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets. Allerdings begrenzten eine schwache Nachfrage und Öl-Exporte aus dem Golf die Preis-Rally beim Öl.
Amazon-Gründer Bezos steigt beim FC Liverpool ein
Amazon-Gründer Jeff Bezos steigt beim englischen Spitzenclub FC Liverpool ein. Der 62 Jahre alte US-Amerikaner, einer der reichsten Männer der Welt, ist Teil eines Konsortiums, das sich eine Minderheitsbeteiligung am englischen Spitzenclub gesichert hat. Das teilte der FC Liverpool mit.
Das Konsortium wird angeführt von Amit Bhatia, dem Schwiegersohn des milliardenschweren Stahlunternehmers Lakshmi Mittal. Für 30 Prozent der Anteile kassieren die amerikanischen Liverpool-Besitzer der Fenway Sports Group (FSG) der BBC zufolge zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro. FSG bleibt Hauptanteilseigner der Reds.
"Der FC Liverpool ist immer ein Club gewesen, der über eine Saison hinausschaut und Entscheidungen trifft, die die langfristigen Interessen des Vereins im Sinn haben", sagte FSG-Präsident Mike Gordon.
Alphabet hält SpaceX-Anteil im Wert von 94 Milliarden Dollar
Alphabet ist nach dem Börsengang von SpaceX mit einem Anteil im Wert von rund 94 Milliarden Dollar der größte bekannte institutionelle Investor. Die ursprüngliche Investition von 900 Millionen Dollar aus dem Jahr 2015 hat sich damit mehr als verhundertfacht. Neue Beteiligungen meldeten unter anderem Saudi-Arabiens Staatsfonds, D1 Capital, Nvidia und AMD, wobei die Quartalsdaten mögliche Verkäufe seit Ende Juni nicht erfassen.
Nvidia erwägt Milliardeninvestment in SB Energy
Nvidia verhandelt laut Medienberichten über eine Investition von bis zu drei Milliarden Dollar in SB Energy, eine Tochter des SoftBank-Konzerns. SB Energy entwickelt in Ohio ein großes Rechenzentrum für OpenAI und strebt bereits im kommenden Monat einen Börsengang mit einem Volumen von mindestens fünf Milliarden Dollar an. Nvidia soll zudem an einer Kreditabsicherung für das Projekt beteiligt sein, deren zunächst diskutiertes Volumen inzwischen unter 120 Milliarden Dollar liegen dürfte.
Stripe will OpenRouter für mehr als sieben Milliarden Dollar übernehmen
Stripe hat sich laut Bloomberg auf die Übernahme der KI-Plattform OpenRouter für mehr als sieben Milliarden Dollar verständigt. OpenRouter ermöglicht Entwicklern den Vergleich und die Nutzung von mehr als 400 KI-Modellen und bedient nach eigenen Angaben rund acht Millionen Entwickler. Die Transaktion würde Stripe neben dem Zahlungsverkehr eine strategische Position in der KI-Infrastruktur verschaffen und OpenRouters Bewertung binnen weniger Monate deutlich steigern.
Bitcoin startet mit leichten Gewinnen über 63.000 Dollar
Bitcoin notiert zum Wochenstart bei rund 63.410 Dollar und legt binnen 24 Stunden um 0,69 Prozent zu, während auch Ethereum und Solana Gewinne verbuchen. Im Fokus der Anleger steht am Mittwoch das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, nachdem die Bitcoin-Spot-ETFs in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von rund 390 Millionen Dollar verzeichneten. Zusätzlich bleibt die geopolitische Entwicklung zwischen den USA und Iran, insbesondere an der Straße von Hormus, ein Unsicherheitsfaktor.
Enthält Material von dpa-AFX