Das bewegt den DAX am Mittwoch und diese Marke ist jetzt wichtig. Außerdem im Fokus: Nike, Adidas, Bitcoin, Russland, Anthropic, Trump und Taiwan.
Nach dem starken Dienstag tut sich beim Dax zur Wochenmitte zunächst wohl wenig. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran um ein Rahmenabkommen stocken, das dürfte auch die Aktienmärkte bremsen. Der frühbörsliche Indikator X-Dax signalisierte knapp vor Handelsbeginn mit gut 25.000 Punkten einen nahezu unbewegten Dax.
Seit Mitte Juni pendelt der Dax in einer Spanne von etwa 24.600 bis 25.200 Punkten auf und ab, ohne klaren Trend. "Der Markt bleibt in einer Phase, in der positive Impulse zwar kurzfristig stützen, aber noch nicht ausreichen, um eine neue Trendbewegung einzuleiten", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Broker Robomarkets. Der Dax zeige sich weiterhin "lethargisch".
Im vorbörslichen Handel auf Tradegate tat sich am Morgen ebenfalls wenig. Aktien von Adidas und Puma gaben leicht nach im Vergleich zu ihren Xetra-Schlusskursen am Vortag. Hier belasteten vorsichtige Aussagen des US-Kontrahenten Nike zum erwarteten Umsatz in den kommenden Quartalen.
In der zweiten Reihe setzten die Papiere von Siltronic mit plus 3,5 Prozent die am Vortag begonnene Stabilisierung fort. Die Aktien des Wafer-Herstellers für die Chip-Industrie hatten zuvor stark nachgegeben.
LEG Immobilien gaben leicht nach, belastet von einer negativen Analyse des französischen Investmenthauses Exane BNP.
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Taiwan und Korruption - Xi spricht zu 105 Jahre KP China
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat die Kommunistische Partei (KP) zum 105. Jahrestag ihrer Gründung zur Lösung der "Taiwan-Frage" und zum Kampf gegen Korruption aufgefordert. Die Partei werde die "taiwanischen Mitbürger" vereinen, entschlossen gegen die "separatistischen Kräfte" einer Unabhängigkeit Taiwans vorgehen, und sich gegen Einmischungen von außen wehren, sagte Xi beim Festakt in der Großen Halle des Volkes in Peking.
In der von Peking als "Taiwan-Frage" bezeichneten Spannungslage geht es darum, die unabhängig und demokratisch regierte Insel an die Volksrepublik zu binden. Die Kommunistische Partei zählt Taiwan, das offiziell Republik China heißt, zum chinesischen Staatsgebiet. Peking spricht dabei immer wieder vom "Ein-China-Prinzip", also der Annahme, dass es nur ein China geben kann.
In Taiwan regiert seit 2016 die Demokratische Fortschrittspartei, die Peking als Separatisten ansieht, weil sie für eine Unabhängigkeit der Inselrepublik steht. Präsident Lai Ching-te strebt eine formelle Unabhängigkeit bislang nicht an.
Ökonomen: Russlands Wirtschaft in der Krise
Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen wegen hoher Zinsen, ukrainischer Angriffe und Internetsperren in einer Krise. Laut der jüngsten Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent - nach jeweils 4,9 Prozent und 1 Prozent in den Jahren 2024 und 2025.
Schuld an der aktuellen Lage sei vor allem die zu restriktive Geldpolitik der Notenbank in Moskau, "die die Wirtschaft abwürgt", weil sie Kredite zu teuer mache, sagte wiiw-Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach demnach im ersten Quartal um 14 Prozent ein.
Nike sieht Verbraucher weltweit unter Druck
Der Adidas-Rivale Nike sieht trotz eines Geschäfts-Schubs durch die Fußball-WM insgesamt eine trübe Stimmung am Sportartikel-Markt. "Unsere Kunden sind rund um die Welt unter Druck" - und das bekomme man im Sportartikel-Geschäft zu spüren, sagte Finanzchef Matthew Friend in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Schon vor drei Monaten hatte Nike unter anderem Risiken durch den Iran-Krieg gesehen, der zu "ungeplanten Schwankungen" im Verbraucherverhalten etwa durch steigende Ölpreise führen könne. Jetzt hieß es, Nike rechne für die nächsten sechs Monate nicht mit einer Verbesserung der Stimmung.
US-Regierung hebt Blockade von Anthropics KI-Modellen auf
Die US-Regierung hat ihre Exportsperren für die neuesten KI-Modelle des OpenAI-Rivalen Anthropic nach mehr als zwei Wochen aufgehoben. Man werde heute damit anfangen, den Zugang zu den Programmen Mythos 5 und Fable 5 wiederherzustellen, teilte Anthropic mit. Die Regierung hatte verfügt, dass nur Amerikaner Zugriff auf die KI-Modelle haben durften - was auch für Mitarbeiter der Firma galt. Anthropic blockierte daraufhin beide Modelle komplett, um die Forderung erfüllen zu können.
Die Künstliche Intelligenz hinter Anthropics KI-Modell Mythos ist besonders gut darin, zum Teil auch über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen aufzuspüren. Diese Fähigkeit wurde bisher von US-Behörden und ausgewählten Unternehmen eingesetzt, um die Sicherheitslücken zu stopfen. Eine Sorge war von Anfang an, dass eine solche KI in den falschen Händen zu einer gefährlichen Cyberwaffe werden könnte.
Das Mitte Juni veröffentlichte Modell Fable 5 basiert auf der Mythos-Technologie - bei ihm werden aber die Cybersicherheits- und Biotechnologie-Fähigkeiten blockiert. Mythos 5 unterdessen ist die nicht-öffentliche volle Version, die nur Behörden und ausgewählten Unternehmen zur Verfügung stehen soll, damit sie damit Sicherheitslücken in ihren Systemen schließen können.
Die Sperre hatte auch Sorgen in Europa ausgelöst. Nach dem Vorgehen gegen Anthropic gewährte der ChatGPT-Entwickler OpenAI Zugang zu seinem neuesten KI-Modell nur für mit der US-Regierung abgestimmte Partner.
SpaceX fehlt regulatorischer Hebel für eigenes Mobilfunknetz – BNP Paribas
Eine von BNP Paribas durchgeführte Analyse mit einem ehemaligen FCC-Anwalt kommt zu dem Schluss, dass SpaceX kaum regulatorische Handhabe hat, um Verizon, AT&T oder T-Mobile zu einer Netzwerkkooperation zu zwingen – weder über Roaming-Regeln, die nur eingeschränkt für Datendienste gelten, noch über MVNO-Verpflichtungen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten ausgelaufen sind. Die realistischsten Wege für SpaceX bleiben freiwillige Partnerschaften, Übernahmen oder der eigene Aufbau eines Netzes, der nach Einschätzung der Analysten über 100 Milliarden Dollar kosten und Jahre dauern würde. Für Investoren in Telekommunikationskonzerne bedeutet dies laut BNP, dass Befürchtungen über einen schnellen regulatorischen Kurzschluss durch SpaceX übertrieben erscheinen – wenngleich die strategische Unsicherheit weiter als Belastungsfaktor im Sektor wirkt.
Trump verdiente 2025 mehr mit Krypto als mit Immobilien
Laut den frisch veröffentlichten Vermögensdispositionsberichten von US-Präsident Trump haben seine Krypto-Aktivitäten im Jahr 2025 über 1,4 Milliarden Dollar eingebracht – mehr als alle seine Golfclubs und Immobilienprojekte zusammen. Den größten Anteil machten Lizenzgebühren aus dem Trump-Memecoin mit rund 635 Millionen Dollar sowie Token-Verkäufe der DeFi-Plattform World Liberty Financial mit 588 Millionen Dollar aus. Kritiker wie die Verbraucherschutzorganisation Public Citizen bezeichnen dies als eklatanten Interessenkonflikt, da Trumps Administration gleichzeitig eine aktiv Krypto-freundliche Regulierungspolitik betreibt.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Das bewegt den DAX am Mittwoch: Ist die lethargische Phase bei 25.000 Punkten jetzt vorbei?
Nach einem starken Vortag verharrt der DAX zur Wochenmitte fast unbewegt um die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Belastet wird die Stimmung vor allem durch die stockenden Verhandlungen um ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Da dem Markt ein klarer Trend fehlt, pendelt der Index weiterhin in seiner bekannten Spanne zwischen 24.600 und 25.200 Punkten. Anleger zeigen sich vorsichtig, zumal die schwachen Umsatzprognosen des US-Riesen Nike auch die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma leicht ins Minus ziehen.
Zins-Schock, Drohnenangriffe und Netzsperren: Rutscht Russland in eine unaufhaltsame Wirtschaftskrise?
Wirtschaftsökonomen schlagen Alarm: Laut Berechnungen des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das russische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei mageren 0,6 Prozent. Haupttreiber der Krise ist die extrem restriktive Geldpolitik der Moskauer Zentralbank, deren hohe Zinsen Kredite unbezahlbar machen und die Investitionen im ersten Quartal um 14 Prozent einbrechen ließen. Zusätzlicher Druck entsteht durch anhaltende ukrainische Angriffe und großflächige Internetsperren, die die heimische Industrie massiv lähmen.
Milliarden-Segen im Weißen Haus: Wie wurde Donald Trump durch Memecoins zum Krypto-König?
Die frisch veröffentlichten Vermögensberichte offenbaren ein historisches Novum: US-Präsident Donald Trump hat im Jahr 2025 mit Krypto-Aktivitäten über 1,4 Milliarden Dollar verdient – mehr als mit all seinen Golfplätzen und Immobilien zusammen. Den Löwenanteil spülten Lizenzgebühren des Trump-Memecoins (635 Millionen Dollar) sowie Token-Verkäufe seiner DeFi-Plattform World Liberty Financial (588 Millionen Dollar) in seine Kassen. Verbraucherschützer kritisieren dies scharf als eklatanten Interessenkonflikt, da Trumps Administration gleichzeitig eine betont krypto-freundliche Regulierung vorantreibt.