Der VW-Konzern hat im dritten Quartal erneut einen Milliardenverlust eingefahren. Dass der Cashflow gleichzeitig stieg, schürt Hoffnungen, dass die Wolfsburger ihre Talfahrt bremsen können. Und noch ein Detail überrascht positiv.
Die Lage im Volkswagen-Konzern wird immer dramatischer. Im dritten Quartal vergrößerte sich der operative Verlust auf 5,8 Milliarden Euro und fiel damit sogar noch etwas schlechter aus als die Erwartungen der Analysten, die bei 5,7 Milliarden Euro gelegen hatten. Vor einem Jahr hatte der Wolfsburger Konzern ebenfalls rote Zahlen gemeldet. Allerdings war das Minus damals mit 1,1 Milliarden Euro deutlich geringer ausgefallen.
Gleichzeitig bestätigte der Konzern die bereits im September gesenkten Umsatz- und Gewinnziele. Damals hatte Konzernchef Oliver Blume angekündigt, dass die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern nur noch einen Wert von „bis zu einem Prozent“ erzielen werde. 2025 waren es noch 2,8 Prozent. Der Umsatz werde voraussichtlich rund 315 Milliarden Euro betragen, das wären in der Mitte der Spanne von minus drei Prozent zum Vorjahr. Trotzdem sollte der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile - ohne die Finanzdienstleistungen - bei drei bis sechs Milliarden Euro liegen.
Im frühen Handel auf Tradegate fiel die VW-Vorzugsaktie um 1,2 Prozent auf 68,28 Euro (Stand 8:08 Uhr).
Ergebnismarge leicht verbessert
Positiv fällt auf, dass sich die Ergebnismarge offenbar verbessert hat: Vor Sondereffekten habe die Umsatzrendite bei 3,8 Prozent gelegen, teilte Volkswagen am Morgen mit. Dabei rechnet der Konezrn zahlungswirksame Abschreibungen auf den Firmenwert von Porsche in Höhe von 6,4 Milliarden Euro ebenso heraus wie Wertberichtigungen auf vollkonsolidierte Gesellschaften in China in Höhe von einer Milliarde Euro sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Werks in Osnabrück GmbH. So kommt dann ein bereinigter Gewinn von 8,8 Milliarden Euro zustande.
Etwas überraschend ist der Cashflow im Bereich Automobile um 145 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen.
Im dritten Quartal hat der VW-Konzern einen Umsatz von 75,3 Milliarden Euro erzielt, das war gegenüber dem Vorjahr (80,3 Milliarden) ein Rückgang um 6,2 Prozent und lag ebenfalls unter den Erwartungen. Die von Bloomberg erfassten Analysten hatten den Quartalsumsatz auf 78,2 Milliarden Euro geschätzt.
Grund für die schlechten Zahlen ist einmal mehr der wegbrechende Markt in China. Im dritten Quartal waren die Auslieferungen des VW-Konzerns weltweit um gut 14 Prozent auf 1,89 Millionen Fahrzeuge eingebrochen, in China stürzten sie um fast 39 Prozent ab. Dort setzt VW auf eigens neu entwickelte Elektroautos, aber auch auf elektrifizierte Antriebe wie Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer (Range Extender). In China verdient Volkswagen unter dem Strich derzeit kein Geld mehr. Man erreiche "vor Abschreibungen" die Gewinnschwelle heißt es.
Audi-Profitabilität sinkt, Skoda rettet die Marge
Innerhalb der Markengruppen weist "Luxury", zu der vor allem Porsche gehört, mit einer operariven Umsatzrendite von 6,7 Prozent die höchste Marge auf. Dagegen kommt die Guppe "Progressive", die vor allem aus Audi besteht, nur auf 2,7 Prozent - das sind weniger als die Gruppe Core mit VW, Škoda und Seat/Cupra. Letztere kommt auf eine Marge von 4,1 Prozent nach 4,4 Prozent im Jahr zuvor. Dort gleiche "eine Starke Performance von Škoda" ein "schwaches operatives Ergebnis der Marke Volkswagen" aus, schreibt VW.
Sie suchen Aktien, die Sie nie mehr hergeben müssen?
Solche Titel finden Sie im „Aktien für die Ewigkeit“-Index von BÖRSE ONLINE. Wie Sie mit drei verschieden gewichteten Zertifikaten auf einen Schlag in den kompletten Index investieren können, erfahren Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor und der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, sind unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.