Gold notiert derzeit mehr als 20 Prozent unter seinem diesjährigen Allzeithoch, Silber hat sogar über 50 Prozent eingebüßt. Beide Edelmetalle wirken damit aus antizyklischer Sicht deutlich günstiger als noch vor wenigen Monaten. Doch welches besitzt jetzt das größere Aufwärtspotenzial?

Die kräftigen Korrekturen der vergangenen Monate verdeutlichen einmal mehr den wichtigsten Unterschied zwischen beiden Edelmetallen: Silber reagiert deutlich stärker auf Marktbewegungen als Gold. Während Gold in erster Linie als Krisenmetall und Wertspeicher gefragt ist, spielt bei Silber zusätzlich die Industrienachfrage eine wichtige Rolle. Schwächelt die Weltwirtschaft oder wichtige Industriesektoren, gerät Silber deshalb häufig stärker unter Druck. Umgekehrt kann das Edelmetall in Aufschwungphasen oder während einer Edelmetallhausse den Goldpreis deutlich übertreffen.

Genau dieser Zusammenhang spiegelt sich auch in den meisten Analystenkommentaren wider. Die Mehrheit der großen Investmentbanken bevorzugt derzeit Gold. So verweist HSBC auf die anhaltend hohen Käufe der Zentralbanken, die strategische Nachfrage aus China und Indien sowie die wichtige Rolle des Edelmetalls als Diversifikationsbaustein in gemischten Portfolios. Ähnlich argumentieren auch Institute wie J.P. Morgan, Goldman Sachs oder Bank of America. Sie sehen in geopolitischen Unsicherheiten, einer hohen Staatsverschuldung vieler Industrieländer und der robusten Nachfrage der Notenbanken die wichtigsten Argumente für Gold.

Silber erhält Unterstützung von Rohstoffexperten

Bei Spezialisten für Rohstoffe und Edelmetalle fällt das Bild differenzierter aus. Als Silber-Optimistin ist derzeit Indrani De von FTSE Russell anzusehen. Sie hält Silber aufgrund seiner Doppelrolle als Edel- und Industriemetall langfristig für besonders interessant. Neben der klassischen Funktion als Wertspeicher profitiert Silber aus ihrer Sicht zusätzlich von strukturellen Megatrends wie Solarenergie, Elektrifizierung und Digitalisierung (KI). Sollte sich die Weltkonjunktur stabilisieren, könnte diese Kombination für eine überdurchschnittliche Preisentwicklung sorgen.

Auch andere Rohstoffexperten sehen Silber derzeit im Vorteil. Ole Hansen von der Saxo Bank weist seit Längerem darauf hin, dass Silber nach starken Rückschlägen häufig überdurchschnittliche Erholungen zeigt. Voraussetzung sei allerdings ein freundlicheres Konjunkturumfeld sowie nachlassender Druck durch hohe Realzinsen. Ähnlich argumentieren Edelmetallspezialisten von Heraeus, die auf das seit Jahren bestehende strukturelle Angebotsdefizit verweisen. Die Nachfrage aus Zukunftsbranchen wie Photovoltaik, Elektromobilität und Elektronik trifft auf ein begrenztes Minenangebot – ein Umfeld, das Silber mittelfristig Rückenwind verleihen könnte.

Damit ergibt sich ein klares Muster: Wer in erster Linie Stabilität sucht und sein Vermögen gegen geopolitische oder finanzielle Risiken absichern möchte, findet bei Gold derzeit die größere Unterstützung durch die großen Investmentbanken. Wer dagegen bereit ist, deutlich höhere Kursschwankungen auszuhalten und auf eine markante Erholung der Weltwirtschaft setzen möchte, findet unter Rohstoffanalysten zahlreiche Stimmen, die Silber das größere Aufwärtspotenzial zutrauen.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Gold und Silber kombinieren, statt alles auf eine Karte zu setzen

Die unterschiedlichen Analystenmeinungen zeigen: Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage „Gold oder Silber?“ gibt es nicht. Das Edelmetallhaus pro aurum setzt deshalb seit seiner Gründung (20023) nicht auf ein Entweder-oder-Strategie, sondern auf eine abgestufte Gewichtung. Zunächst empfiehlt das Unternehmen, insgesamt fünf bis 25 Prozent des Vermögens in physische Edelmetalle zu investieren. Für sicherheitsorientierte Anleger wird ein reines Goldinvestment vorgeschlagen. Wachstumsorientierte Anleger können Gold und Silber im Verhältnis 80:20 kombinieren, chancenorientierte Investoren 70:30. Der höhere Silberanteil erhöht zwar die Kursschwankungen, bietet langfristig aber auch größere Renditechancen. Angesichts der aktuellen Rückgänge von über 20 Prozent bei Gold und mehr als 50 Prozent bei Silber spricht vieles dafür, die Mischung am persönlichen Risikoprofil auszurichten. 

Silber (ISIN: AF0000SILVER)

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