An den ETF-Märkten ist weiter viel Bewegung: Neue Daten aus den USA zeigen, dass Anleger zuletzt erneut Kapital zwischen verschiedenen S&P-500-Sektoren verschoben haben. Dabei gibt es innerhalb der Branchen einen großen Sieger.

ETF-Anleger setzen im Mai ganz offensichtlich noch stärker als bisher auf eine breite Streuung. Das zeigen die Zuflüsse in den nach Anlagesumme weltgrößten Indexfonds, den SPDR S&P 500 ETF auf den gleichnamigen US-Börsenindex. Er verzeichnete in der vergangenen Woche Zuflüsse in Höhe von 4,51 Milliarden Dollar. Auch bei Gold, Silber und Bitcoin gab es klare Tendenzen.

Auch große, bekannte Investoren haben diesen ETF regelmäßig als Basisinvestment in ihrem Portfolio, wie die 13F-Filings zeigen, die Golo Kirchhoff regelmäßig in seinem 13F-Report auswertet.

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In diese Sektoren schichten Anleger jetzt um

Wie stark die Rotation in der Woche bis zum 1. Mai ausfiel, zeigen die Mittelzu- und -abflüsse in die Sektor-ETFs auf den S&P 500. Insgesamt zogen Anleger aus den 11 Sektor-ETFs beim Vermögensverwalter SPDR unterm Strich rund 1,93 Milliarden Dollar ab.

Die Top 3 mit den höchsten Zuflüssen sind:

• Finanzen (XLF): +363,89 Mio. US-Dollar

• Energie (XLE): +38,76 Mio. US-Dollar

• Materialien (XLB): +36,32 Mio. US-Dollar

Abflüsse waren dagegen in diesen Sektoren zu beobachten:

• Kommunikationsdienste (XLC): -76,38 Mio. US-Dollar

• Immobilien (XLRE): -176,47 Mio. US-Dollar

• Basiskonsumgüter (XLP): -233,11 Mio. US-Dollar

• Zyklische Konsumgüter (XLY): -239,03 Mio. US-Dollar

• Industrie (XLI): -270,60 Mio. US-Dollar

• Versorger (XLU): -333,31 Mio. US-Dollar

• Technologie (XLK): -511,35 Mio. US-Dollar

• Gesundheitswesen (XLV): -527,75 Mio. US-Dollar

Gerade die hohen Abflüsse aus Gesundheit und Technologie stechen heraus – und zeigen, dass Anleger zuletzt eher selektiv vorgingen, statt breit auf „risk-on“ zu spielen.

Was hinter den Bewegungen steckt

Die Gründe für solche Kapitalflüsse sind erfahrungsgemäß vielschichtig, doch für Anleger lassen sich aus der Statistik drei klare Trends herauslesen:

• Finanzwerte gefragt: Dass ausgerechnet der Finanzsektor Zuflüsse anzieht, deutet auf Positionierungen rund um Zinsen, Konjunktur und steigende Margen im Kreditgeschäft hin. Möglich ist auch, dass Anleger hier bewusster auf Bewertungen und Gewinnstabilität schauen als in stärker gelaufenen Segmenten.

• Technologie und Gesundheit unter Druck: Die Abflüsse sind ein erstes Anzeichen für Gewinnmitnahme. Hinzu kommt eine taktische Umschichtung in Bereiche, die stärker von den steigenden Rohstoff – und Energiepreisen profitieren.

• Defensive Sektoren: Auch Versorger und Basiskonsumgüter standen auf der Abgabeseite. Das passt zu dem Bild, dass Investoren aktuell eher Sektorwetten eingehen als klassisch „defensiv“ umzuschichten.

Abflüsse bei Gold, Silber und Bitcoin

Nicht nur die Sektor-ETFs waren in Bewegung. Der Gold-ETF (Kürzel: GLD) verzeichnete Abflüsse in Höhe von 1,61 Milliarden US-Dollar, auch der Silber-ETF (Kürzel: SLV) verlor 264,87 Millionen US-Dollar an Anlegergeldern. Allerdings fielen die Abflüsse damit dennoch weniger stark aus als zuvor.

Aus dem iShares Bitcoin Trust (IBIT) zogen Anleger in einer Woche 125,04 Millionen US-Dollar ab, obwohl der Bitcoin im selben Zeitraum um drei Prozent zulegen konnte.

Dass der Bitcoin steigt, die Anleger aber trotzdem Geld aus dem ETF abziehen, ist ein mögliches Indiz dafür, dass sie Gewinne mitnehmen und Risiko reduzieren möchten.

Fazit

Die vergangene Woche zeigt, dass die Sektorrotation am Markt weiterhin dominiert. Während viele Sektoren im S&P 500 Mittelabflüsse hinnehmen mussten, sticht die Finanzbranche klar als Gewinner heraus.

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