Wer 2026 in Aktien, ETFs oder Fonds investieren möchte, braucht zuerst eines: das passende Depot. Für unseren Broker-Vergleich haben wir 27 Aktiendepots und Online-Broker anhand von 80 Kriterien getestet. Dabei zeigt sich, dass die Wahl des Depots maßgeblich beeinflusst, wie viel Rendite am Ende des Jahres tatsächlich bei Ihnen ankommt.
Stellen Sie mit dem Slider Ihr typisches Ordervolumen ein – die Orderkosten je Anbieter berechnen wir live. Über die Testquelle wechseln Sie zwischen unserem laufenden Online-Test und der Bewertung aus dem €uro-am-Sonntag-Magazin. Wie wir testen und worauf es bei der Depotwahl ankommt, lesen Sie unterhalb des Vergleichs.
So haben wir für unseren Depot-Vergleich getestet
In der Börse Online testen wir regelmäßig verschiedene Depots. Für unseren Online-Depot-Vergleich haben wir mit der Redaktion von €uro Finanzwissen ein Testverfahren für Depots herausgearbeitet. Im Rahmen dieser Tests werden alle Depotmodelle anhand von 80 Einzelkriterien in sechs Kategorien bewertet. Anschließend erfolgt eine Gewichtung der Teilnoten zur Ermittlung unserer Gesamtbewertung.
Hinweis: Die Bewertungen, die Sie aus unserer Zeitschrift kennen, weichen von den hier aufgeführten Bewertungen ab. Hintergrund ist, dass wir für unseren Broker-Vergleich einen stereotypischen Anleger definiert haben, um eine Gewichtung festzulegen. Möchten Sie die Testergebnisse unserer letzten Ausgaben einsehen, können Sie dies direkt im Vergleich über die Filter tun.
Unser digitaler Broker-Vergleich bietet Ihnen zudem den Vorteil, dass wir stets auf aktuelle Daten und Promotionen setzen. Gerade die stetige Weiterentwicklung und das Wettbewerbsumfeld sorgen dafür, dass unsere Bewertungen dynamisch sind – hier kann es also zu Schwankungen kommen.
Zudem unterscheiden wir die Geschäftsmodelle der Broker. Das bedeutet, wir berücksichtigen, dass ein Neobroker und ein klassischer Online-Broker andere Schwerpunkte im eigenen Produktangebot legen. Folgende Gewichtungen beeinflussen die Gesamtnoten:
- Bei Neobrokern haben die Gebühren die höchste Gewichtung (30 %), gefolgt von Funktionen (20 %) sowie Anlageuniversum und Sparplan-Angebot (je 17,5 %). Handel (10 %) und Service (5 %) fallen weniger ins Gewicht. Wer zum Neobroker wechselt, will vor allem günstig handeln.
- Bei Online-Brokern dreht sich das Bild: Hier wiegt das Anlageuniversum am schwersten (30 %), dazu kommt ein hohes Gewicht für den Handel (20 %). Die Gebühren fallen mit nur 10 % ins Gewicht – denn zum klassischen Online-Broker geht man nicht für den letzten gesparten Cent, sondern für Auswahl und Handelsmöglichkeiten.
So landen am Ende beide Typen auf einer Liste, ohne den einen am Maßstab des anderen zu messen.
schwächerstärker · Werte in % je Kategorie
Wie ein Blick auf die Matrix zeigt, holen die Neobroker ihren Vorsprung fast komplett über die Gebühren – die obere Reihe leuchtet bei ihnen durchgehend kräftig. Klassische Online-Broker wie Comdirect oder Consorsbank drehen das Bild: Bei Handel und Anlageuniversum fahren sie Spitzenwerte ein, bei den Kosten können sie aber nicht mithalten. Unterm Strich entscheidet nicht eine einzelne Kategorie, sondern die sauberste Gesamtbilanz im jeweiligen Schema.
Welches ist das beste Depot für Sie?
Das beste Depot im Test ist nicht automatisch das beste Depot für Sie. Kaufen Sie nur einmal jährlich Wertpapiere, werden Sie andere Anforderungen haben als Anleger, die regelmäßig Sparpläne auf Aktien oder ETFs ausführen.
Um Sie bei der Wahl zu unterstützen, haben wir vier klassische Nutzerprofile definiert und unsere jeweilige Broker-Empfehlung angegeben.
Das beste Depot für Einsteiger: Traders Place
Wer mit der Geldanlage anfängt, ist mit einem günstigen und unkomplizierten Broker gut beraten. Und genau hier überzeugen die unterschiedlichen Neobroker in unserem Vergleich – insbesondere unser Testsieger Traders Place.
Warum können wir Traders Place empfehlen? Hier treffen Sie auf günstige Gebühren, ein umfangreiches Handelsangebot, unterschiedliche Handelsplätze und zahlreiche Sparpläne. Zudem ist die App modern und intuitiv gestaltet. Ab einem Ordervolumen von 500 € handeln Sie auch bei Einzelkäufen gebührenfrei. Wie sich der Broker im Alltag schlägt, zeigen die Traders Place Erfahrungen der Finanzwissen-Community.
Scalable Capital ist einer der besten Broker für ETF-Sparer
In unserem ETF-Sparplan-Vergleich ist Scalable Capital unser favorisierter Anbieter – aus zwei Gründen. Erstens lassen sich über die Prime-Mitgliedschaft viele ETFs dauerhaft kostenlos besparen und handeln. Zweitens hat Scalable mit dem Scalable MSCI AC World Xtrackers UCITS ETF einen eigenen, sehr günstigen Welt-ETF im Angebot. Er bildet den MSCI ACWI ab und deckt damit über 2.600 Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern ab – günstiger und breiter aufgestellt als ein klassischer MSCI World ETF. Mit einem Fondsvolumen von 669 Millionen Euro ist der Fonds inzwischen auch ausreichend groß, sodass eine Einstellung unwahrscheinlich ist.
Neben dem hauseigenen ETF können Sie bei Scalable Capital auch über 2.800 ETFs handeln und kostenlos besparen. Einen Eindruck aus der Praxis vermitteln die Scalable Capital Erfahrungen der Finanzwissen-Community.
Flatex ist der beste Broker für aktive Trader
Wer viel und selbst handelt, braucht keine Sparplan-Flatrate, sondern faire Ordergebühren, viele Handelsplätze und verlässlichen Support. Hier ist aus unserer Sicht Flatex einen Blick wert. Im Test überzeugt der Broker genau in den Disziplinen, die für aktive Anleger relevant sind. Die zahlreichen Handelsoptionen sowie das umfangreiche Handelsangebot gehören zu den stärksten Angeboten im Vergleich. Ergänzend dazu gibt es Sparpläne, die für Trader aber eher eine untergeordnete Rolle einnehmen.
Eine Einschränkung gehört dazu: Bei den reinen Gebühren spielt Flatex nicht in der Liga der Neobroker – wer nur möglichst günstig handeln will, ist woanders besser aufgehoben. Der Vorteil liegt in der Breite des Angebots, nicht im niedrigsten Preis.
Scalable Capital hat das beste Kinderdepot
Für den Nachwuchs gelten eigene Regeln – ein Kinder- oder Juniordepot läuft auf den Namen des Kindes und bringt steuerliche Vorteile mit. Welches Depot sich dafür am besten eignet, haben wir separat getestet – die Ergebnisse finden Sie in unserem Junior-Depot-Vergleich. So viel vorweg: Unser Gesamtsieger ist hier Scalable Capital.
Was kostet ein Depot?
Erfahrungsgemäß achten viele Anleger nur auf die Ordergebühr – dabei kann ein Depot an gleich drei Stellen Kosten verursachen. Wie hoch die Rechnung ausfällt, hängt stark vom jeweiligen Anbieter ab: Neobroker und klassische Online-Broker verfolgen eine grundverschiedene Preislogik.
1. Fixe Kosten beim Depot
Die offensichtlichsten Kosten sind fixe Kosten, etwa die Depotführung. Hierbei handelt es sich um den laufenden Grundpreis, der immer anfällt – egal, ob Sie handeln oder nicht.
Neobroker verzichten hier praktisch durchweg auf Depotgebühren. Bei klassischen Online-Brokern lautet die Formel dagegen oft „kostenlos, aber…": Die Gebührenfreiheit ist an Vorgaben geknüpft – etwa an einen aktiven Sparplan, einen Mindestumsatz oder eine gewisse Zahl an Trades pro Jahr. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, zahlt eine Depotgebühr pro Quartal oder Jahr. In unserem Depot-Vergleich sehen Sie direkt, ob das Depot bedingungslos kostenlos ist.
2. Variable Kosten sind der primäre Kostentreiber
Langfristig haben die Ordergebühren den größten Einfluss auf die Kosten Ihrer Geldanlage – insbesondere, wenn Sie regelmäßig handeln.
Bei Neobrokern zahlen Sie pro Order nur eine kleine Fremdkostenpauschale und den Spread, der bereits im Kurs integriert ist. Der Spread ist während der Xetra-Öffnungszeiten an den Referenzkurs gebunden, sodass Sie keinen Aufschlag zahlen. Außerhalb der Öffnungszeiten fällt dieser höher aus. Auch die Xetra bietet nicht immer die besten Spreads, sodass Sie hier aufmerksam sein sollten.
Dahingegen setzen klassische Online-Broker auf fixe Orderentgelte. Oftmals ist es eine fixe Grundgebühr sowie ein variabler Anteil. Die gesamte Ordergebühr weist dann einen Mindest- und Höchstpreis auf. Gerade bei kleinen Ordervolumina ist dieser Ansatz teurer.
Tipp: Für kleine Beträge und Sparpläne ist die Neobroker-Logik fast immer günstiger. Wer selten, aber in großen Summen handelt, fährt mit einem gedeckelten Orderentgelt eines klassischen Online-Brokers unter Umständen sogar besser.
3. Servicekosten: die oft übersehene dritte Ebene
Der Posten, den kaum jemand auf dem Schirm hat, sind die Gebühren für Sonderleistungen. Dazu zählen etwa Dokumentenkopien, telefonisch aufgegebene Orders, die Teilnahme an einer Hauptversammlung, die Eintragung ins Namensregister oder der Umgang mit Kapitalmaßnahmen.
Auch hier trennen sich die Welten. Neobroker sind konsequent digital – was nicht per App funktioniert, gibt es oft nicht. Klassische Online-Broker bieten mehr persönlichen Service, lassen sich einzelne Leistungen aber teils bezahlen. Für die meisten Anleger sind das Randposten. Wer aber telefonisch ordert oder regelmäßig Belege anfordert, sollte einen Blick in das Preis-Leistungs-Verzeichnis werfen.
Tipp: Prüfen Sie vor allem die Depotübertragung. Wollen Sie später zu einem anderen Anbieter wechseln, ist das in Deutschland per Gesetz kostenlos. Sollten Sie aber ausländische Wertpapiere übertragen, können fremde Lagerstellen Kosten erheben, die Ihr Broker an Sie weiterreicht.
Zinsen aufs Verrechnungskonto
Inzwischen bietet ein Großteil der von uns getesteten Broker auch ein Tagesgeldkonto oder eine Verzinsung für das Verrechnungskonto an. Spannend ist dies insbesondere mit Blick auf das Verrechnungskonto, denn hier liegt nicht investiertes Geld. Bei Brokern wie Trade Republic wird genau dieses Geld verzinst und erwirtschaftet damit eine zusätzliche Rendite.
Gerade in der Hochzinsphase war dieser Ansatz spannend. Doch auch heute gibt es noch immer Zinsen, was bei größeren Depotvolumina interessant wird.
Depot eröffnen — in 4 Schritten zum eigenen Depot
Ein Depot ist heute in wenigen Minuten eröffnet – der eigentliche Aufwand steckt eher im Warten auf die Freischaltung als im Ausfüllen.
Schritt 1: Broker auswählen und Antrag ausfüllen
Zuerst entscheiden Sie sich für einen Broker – idealerweise nutzen Sie hierfür einen Depot-Vergleich, um das beste Depot für Ihre Anforderungen zu finden. Der Antrag läuft komplett online: Sie geben persönliche Daten, Steuer-ID und ein Referenzkonto an. Das Referenzkonto ist Ihr normales Girokonto, auf das später Auszahlungen erfolgen.
Schritt 2: Identität bestätigen
Bevor ein Depot freigeschaltet wird, muss Ihre Identität geprüft werden. Hierbei haben Sie folgende Möglichkeiten:
- POSTIDENT: Sie legitimieren sich mit dem QR-Code oder dem ausgedruckten POSTIDENT-Schreiben Ihrer Bank in einer Postfiliale. Sie benötigen einen Personalausweis oder Reisepass.
- Video-Ident: Sie weisen sich per Videochat mit Ausweis aus, direkt von zu Hause. Beachten Sie, dass eine stabile Internetverbindung, gute Lichtverhältnisse und im besten Fall ein Smartphone erforderlich sind.
- eID: Mit einem neuen Personalausweis und einem Passwort legitimieren Sie sich binnen weniger Sekunden. Hierfür ist ein Smartphone mit NFC-Schnittstelle (Standard bei neueren Geräten) erforderlich.
Schritt 3: Depot freischalten und Zugangsdaten erhalten
Nach erfolgreicher Legitimation richtet der Anbieter Ihr Depot ein. Je nach Broker geht das sofort oder dauert ein bis zwei Werktage. Die Zugangsdaten erhalten Sie digital oder per klassischer Post. Richten Sie nach dem ersten Login die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, um Ihr Konto vor fremdem Zugriff zu schützen.
Schritt 4: Geld einzahlen und loslegen
Zum Schluss überweisen Sie Geld von Ihrem Referenzkonto auf das Verrechnungskonto des Depots – oder richten direkt einen Sparplan ein, der die Zahlung automatisiert. Sobald das Guthaben da ist, können Sie Ihre erste Order oder Ihren ersten Sparplan aufsetzen.
Tipp: Denken Sie früh an den Freistellungsauftrag. Damit stellen Sie Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei – aktuell 1.000 Euro pro Person und Jahr. Ohne diesen Auftrag führt der Broker automatisch Steuern ab, die Sie sich sonst erst über die Steuererklärung zurückholen müssten. Mehr dazu im Steuer-Kapitel weiter unten.
Wie sicher ist ein Depot?
Die gute Nachricht vorweg: Ein Depot bei einem regulierten Anbieter ist sicherer, als viele denken – und zwar aus einem Grund, den kaum jemand kennt. Ihre Wertpapiere gehören nämlich rechtlich Ihnen, nicht der Bank. Wichtig ist trotzdem, die einzelnen Schutzmechanismen auseinanderzuhalten, denn sie greifen an unterschiedlichen Stellen.
Wertpapiere sind Sondervermögen
Aktien, ETFs und Fondsanteile in Ihrem Depot sind Sondervermögen. Das bedeutet: Geht der Broker oder die Bank pleite, fällt dieses Vermögen nicht in die Insolvenzmasse – es kann also nicht zur Begleichung der Schulden des Instituts herangezogen werden. Ihre Papiere bleiben Ihr Eigentum. Im Insolvenzfall können Sie die Herausgabe Ihrer Wertpapiere verlangen oder Ihr Depot auf ein anderes Institut übertragen.
Das ist der zentrale Punkt: Der Schutz Ihrer Investments hängt nicht an einer betragsmäßigen Obergrenze. Ob Sie 5.000 oder 500.000 Euro in Wertpapieren halten, spielt für den Sondervermögensschutz keine Rolle.
Einlagensicherung — für das Geld auf dem Verrechnungskonto
Anders sieht es beim Bargeld aus, das auf Ihrem Verrechnungskonto liegt und noch nicht investiert ist. Dieses Guthaben ist eine Einlage und fällt damit unter die gesetzliche Einlagensicherung. Sollte Ihr Broker in die Insolvenz gehen, sind in der EU 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt – und damit auch das Geld auf Ihrem Verrechnungskonto.
Insgesamt empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die Konstruktion Ihres Anbieters – gerade bei Neobrokern. Bei ihnen liegt das Cash-Guthaben oft auf Treuhand-Sammelkonten bei Partnerbanken, und die 100.000-Euro-Grenze gilt dann pro Partnerbank. Ebenfalls relevant: Teilweise wird das Geld in Geldmarktfonds investiert. Damit ist das Kapital zwar geschützt, aber die Rückerstattung erfolgt nicht binnen der gesetzlich vorgeschriebenen 7 Tage, die bei der Einlagensicherung gelten.
Tipp: Parken Sie keine sehr großen Bargeldbeträge dauerhaft auf dem Verrechnungskonto. Für Cash oberhalb von 100.000 Euro sollten Sie auf mehrere Banken verteilen – oder das Geld schlicht investieren, wo ohnehin der Sondervermögensschutz greift.
Anlegerentschädigung — das Auffangnetz für Forderungen
Es gibt noch eine dritte Ebene, die selten erklärt wird: die Anlegerentschädigung. Sie greift nicht für Ihre Wertpapiere selbst, sondern für offene Forderungen aus Wertpapiergeschäften – etwa einen Verkaufserlös oder eine Dividende, die der Broker Ihnen schuldet, aber im Pleitefall nicht mehr auszahlen kann. Hier sind maximal 20.000 Euro pro Person geschützt und höchstens 90 Prozent der fehlenden Summe.
Das klingt niedrig – ist in der Praxis aber Nebensache, weil dieser Fall nur eine kurze Zeitspanne zwischen zwei Transaktionen betrifft. Ihr eigentliches Vermögen steckt in den Wertpapieren, und diese sind über das Sondervermögen geschützt.
Technische Sicherheit — der Schutz Ihres Zugangs
Die rechtlichen Schutzmechanismen greifen im Pleitefall. Im Alltag entscheidet aber etwas anderes über Ihre Sicherheit: wie gut der Anbieter Ihren Zugang gegen Missbrauch absichert. Denn das größere Risiko ist selten die Insolvenz des Brokers – sondern der unbefugte Zugriff auf Ihr Konto.
Darauf sollten Sie achten:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist in der Praxis der wichtigste Schutz. Neben dem Passwort brauchen Sie einen zweiten Faktor – etwa eine App-Bestätigung oder einen Code. Ein gutes Depot macht 2FA zur Pflicht, nicht zur freiwilligen Option.
- Gebundenes Referenzkonto: Auszahlungen laufen ausschließlich auf Ihr hinterlegtes Girokonto. Selbst wer sich Zugang zu Ihrem Depot verschafft, kann so kein Geld auf ein fremdes Konto abziehen.
- Biometrie in der App: Login per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung ist bequem und sicherer als ein kurzes Passwort – vorausgesetzt, das Gerät selbst ist geschützt.
- Sichere Kommunikation: Ein seriöser Anbieter fragt Sie nie per E-Mail oder Telefon nach Passwort, TAN oder 2FA-Code. Jede solche Aufforderung ist ein Phishing-Versuch.
Tipp: Nutzen Sie für jedes Depot ein eigenes, langes Passwort und speichern Sie es in einem Passwort-Manager. Die meisten Kontoübernahmen gelingen nicht durch geknackte Bank-Software, sondern durch wiederverwendete Passwörter aus anderen, längst gehackten Diensten.
Woran Sie einen seriösen Broker erkennen
Die Basis ist Regulierung: Ein seriöser Broker steht unter Aufsicht der BaFin oder einer vergleichbaren EU-Behörde und weist seine Zugehörigkeit zu einem Sicherungssystem transparent aus. Dazu können Sie die Verwahrstellen für Ihre Wertpapiere einsehen und erhalten Informationen zum Sicherheitskonzept. Fehlt eine dieser Angaben oder findet sich keine klare BaFin-Zulassung, ist das ein deutliches Warnsignal.
Steuern auf Kapitalerträge — was Anleger 2026 wissen müssen
Auf Gewinne aus dem Wertpapierhandel erhebt der Staat Steuern. Bei einem deutschen Broker läuft das meiste automatisch und die Steuern werden direkt an das Finanzamt abgeführt. Ein paar Stellschrauben sollten Sie 2026 aber kennen, denn sie entscheiden darüber, wie viel von Ihrer Rendite netto übrig bleibt.
Die Abgeltungsteuer: 25 Prozent plus Zuschläge
Auf Kapitalerträge – also Kursgewinne, Dividenden und Zinsen – fällt die Abgeltungsteuer an. Sie beträgt 25 Prozent, dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Unterm Strich landen Sie damit bei rund 26,375 Prozent ohne Kirchensteuer, mit Kirchensteuer bei etwa 28 Prozent.
Der Satz ist pauschal – egal, wie hoch Ihr Einkommen ist. Bei einem deutschen Broker wird die Steuer direkt an der Quelle einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Sie müssen dafür in der Regel nichts tun und Ihre Erträge auch nicht in der Steuererklärung angeben. Beachten Sie bei ausländischen Aktien die Quellensteuern sowie die teilweise Doppelbesteuerung.
Der Sparerpauschbetrag — Ihre ersten 1.000 Euro sind steuerfrei
Bevor Sie überhaupt Steuern zahlen, sollten Sie den Sparerpauschbetrag ausreizen. Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr bleiben steuerfrei – bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern sind es 2.000 Euro. Erst Beträge oberhalb dieses Freibetrags werden besteuert.
Damit die Bank den Freibetrag berücksichtigt, müssen Sie einen Freistellungsauftrag erteilen. Das können Sie direkt in der App oder im Online-Banking Ihres Brokers erledigen. Ohne diesen Auftrag führt die Bank die Steuer ungeachtet des Sparerpauschbetrags sofort ab. Zurückholen können Sie sich das zwar über die Steuererklärung, aber das ist unnötiger Aufwand.
Tipp: Haben Sie mehrere Depots, können Sie den Freibetrag aufteilen – etwa 700 Euro beim einen, 300 Euro beim anderen Anbieter. Die Summe aller Freistellungsaufträge darf den Freibetrag aber nicht überschreiten.
Die Teilfreistellung — 30 Prozent geschenkt bei Aktien-ETFs
Ein echter Vorteil für ETF-Anleger, den viele übersehen: die Teilfreistellung. Wer einen Aktien-ETF hält, bekommt 30 Prozent der Erträge steuerfrei gestellt – das gilt sowohl für Ausschüttungen als auch für Verkaufsgewinne. Grund ist, dass Fonds bereits auf Fondsebene besteuert werden; die Teilfreistellung gleicht diese Vorbelastung aus.
Praktisch heißt das: Erzielen Sie aus einem Aktien-ETF 1.000 Euro Verkaufsgewinn, bleiben 300 Euro steuerfrei – versteuert wird nur der Rest. Voraussetzung ist eine Aktienquote von mindestens 51 Prozent, die jeder klassische Aktien-ETF erfüllt. Die Bank wendet die Teilfreistellung automatisch an; Sie müssen nichts beantragen.
Die Vorabpauschale — der Posten, der im Januar überrascht
Wer thesaurierende ETFs bespart – also solche, die Erträge automatisch wieder anlegen –, trifft auf die Vorabpauschale. Sie sorgt dafür, dass der Staat auch dann jährlich etwas Steuer bekommt, wenn der ETF gar nicht ausschüttet.
Zwei Dinge sind für 2026 wichtig. Erstens: Der Basiszins zur Berechnung wurde für 2026 auf 3,20 Prozent festgesetzt – etwas höher als die 2,53 Prozent des Vorjahres, die Vorabpauschale fällt also tendenziell größer aus. Zweitens: Die Steuer wird automatisch Anfang des Folgejahres vom Verrechnungskonto abgebucht – für 2026 also Anfang 2027.
Die Beträge bleiben überschaubar: Bei einem Aktien-ETF mit 10.000 Euro Wert liegt die Steuer auf die Vorabpauschale 2026 bei rund 41 Euro – und wird zuerst mit Ihrem Freistellungsauftrag verrechnet. Wer den vollen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro nutzt, deckt damit bei Aktien-ETFs ein Fondsvolumen von rund 63.800 Euro ab, bevor überhaupt etwas fällig wird.
Tipp: Sorgen Sie zum Jahreswechsel für ausreichend Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Bucht die Bank die Vorabpauschale ab und das Konto ist leer, kann es Ärger geben. Ein eingerichteter Freistellungsauftrag verhindert das in den meisten Fällen ohnehin.
Sonderfall: NV-Bescheinigung für Geringverdiener
Wer sehr wenig verdient – etwa Studierende oder Kinder mit eigenem Depot –, kann statt des Freistellungsauftrags eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt beantragen. Damit führt die Bank gar keine Abgeltungsteuer ab, unabhängig von der Höhe der Erträge; die Bescheinigung gilt für drei Jahre. Für Familien mit Kinderdepot ist das oft die bessere Wahl als ein reiner Freistellungsauftrag.
Dieser Beitrag stellt keine Steuerberatung dar.
Häufig gestellte Fragen zum Depot-Vergleich
Was ist ein Depot – und was ein Broker?
Ein Depot (ausführlich: Wertpapierdepot) ist ein spezielles Konto, in dem Ihre Wertpapiere liegen – Aktien, ETFs und Fonds. Es ist das Gegenstück zum Girokonto: Dort liegt Geld, im Depot liegen Wertpapiere. Der Broker ist der Anbieter, bei dem Sie dieses Depot führen und über den Sie kaufen und verkaufen; er leitet Ihre Order an die Börse weiter. Kurz: Den Broker brauchen Sie zum Handeln, das Depot zum Verwahren. Beides gehört zusammen und wird meist in einem Schritt eröffnet.
Was ist das beste Depot?
Das beste Depot 2026 ist in unserem Test Traders Place (96,4 Prozent), vor Smartbroker+ und Scalable Capital. „Das Beste" hängt aber vom Anlegertyp ab – für ETF-Sparer kann ein anderer Anbieter besser passen als für aktive Trader. Entscheidend sind vor allem Gebühren, Anlageuniversum und Sparplan-Angebot. Alle getesteten Anbieter finden Sie in der Vergleichstabelle weiter oben.
Was kostet ein Depot?
Die Depotführung ist bei den meisten Anbietern kostenlos – Geld kostet vor allem das Handeln. Bei Neobrokern zahlen Sie pro Order meist nur eine kleine Fremdkostenpauschale, klassische Online-Broker verlangen fixe Orderentgelte aus Grundgebühr plus prozentualem Anteil. Dazu können Servicekosten kommen, etwa für telefonische Orders. Ein günstiges Depot muss also nicht kostenlos sein – die Kosten sollten zu Ihrem Handelsverhalten passen.
Kann ich mein Depot wechseln?
Ja, jederzeit – und Ihre Wertpapiere müssen dafür nicht verkauft werden. Bei einem Depotübertrag wandern die Papiere direkt vom alten zum neuen Anbieter, steuerlich neutral und ohne dass Sie Kursgewinne realisieren. In Deutschland ist das in der Regel kostenlos, viele Broker locken Wechsler zusätzlich mit Prämien.
Wie viele Depots kann ich haben?
So viele Sie möchten – eine gesetzliche Obergrenze gibt es nicht. Mehrere Depots können sogar sinnvoll sein, etwa um Sparpläne und aktives Trading zu trennen. Beachten sollten Sie nur, dass Sie Ihren Sparerpauschbetrag über die Anbieter verteilen müssen und pro Depot ein eigener Freistellungsauftrag nötig ist.
Wie sicher ist ein Depot?
Ein Depot bei einem regulierten Anbieter ist sehr sicher. Ihre Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben auch bei einer Insolvenz des Brokers Ihr Eigentum – unabhängig von der Höhe. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Achten Sie auf eine BaFin-Zulassung und eine verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das Kursrisiko Ihrer Anlagen bleibt davon unberührt.