WER HAT BITCOIN ERFUNDEN?



Bitcoin wurde 2008 von einer Person oder Gruppe mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelt und Anfang 2009 erstmals öffentlich in einem akademischen Aufsatz erwähnt. Der Australier Craig Wright gab sich 2016 als der Erfinder aus, allerdings wurde dies bislang nie zweifelsfrei bestätigt.

WIE ENTSTEHEN BITCOIN?



Neue Bitcoin werden durch sogenanntes "Mining" erzeugt. Alle Transaktionen mit der Cyberwährung werden verschlüsselt und in eine Datenbank, die sogenannte Blockchain, geschrieben. Hierfür müssen hochkomplexe mathematische Formeln berechnet werden. Der Teilnehmer, der dieses Puzzle als erster gelöst hat, erhält Bitcoin als Belohnung. Etwa alle zehn Minuten werden den Minern 12,5 Bitocin zugeteilt. Die zugeteilte Menge halbiert sich alle vier Jahre, bis die maximale Menge von 21 Millionen Stück erreicht ist. Damit wollten der oder die Erfinder eine Inflation verhindern. Aktuell sind etwa 17 Millionen Bitcoin im Wert von derzeit rund 280 Milliarden Dollar bereits entstanden. Je mehr Bitcoin im Umlauf sind, desto aufwendiger wird der Prozess des "Schürfens".

Anfangs reichte ein handelsüblicher PC aus, mittlerweile ist der Prozess so umfangreich, dass nur noch Hochleistungsrechner dazu in der Lage sind. Diese stehen meistens in Rechenzentren in Island, Norwegen oder China, weil das Berechnen viel Strom frisst und dieser dort vergleichweise günstig zu haben ist.

WER KONTROLLIERT BITCOIN?



Hinter Bitcoin stehen keine übergeordneten Instanzen wie Regierungen, Aufsichtsbehörden oder Zentralbanken. Sie werden von allen Nutzern kontrolliert und geschaffen. Den Wechselkurs bestimmen allein Angebot und Nachfrage. Viele Zentralbanken arbeiten daran, eine passende Regulierung für Kryptowährungen zu finden.

Für Schlagzeilen sorgte vor ein paar Jahren die japanische Bitcoin-Börse Mt.Gox. Weil ihr bei einem Hackerangriff Bitcoin im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar gestohlen wurden, schlitterte sie 2014 in die Pleite.

WELCHE DIGITALEN WÄHRUNGEN GIBT ES NOCH?



Der Website Coinmarketcap.com zufolge gibt es inzwischen mehr als 1300 Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 440 Milliarden Dollar. Bitcoin ist mit Abstand die größte und bekannteste. Auf Platz zwei steht Ethereum mit einem Börsenwert von 45 Milliarden Dollar, danach folgt Bitcoin Cash mit knapp 24 Milliarden Dollar. Bitcoin wird oft als Einstieg in andere Cyberwährungen benutzt. Das bedeutet, wer etwa Ethereum oder Ripple kaufen will, muss zuerst Bitcoin erwerben, um diese dann in die gewünschte Währung zu tauschen.

WIE KANN MAN BITCOIN ERWERBEN?



Bitcoin werden an speziellen Online-Börsen wie BitStamp, BitPoint oder ItBit gehandelt. Die Kurse auf den verschiedenen Handelsplattformen weichen teilweise stark voneinander ab. Investoren können über Smartphone-Apps ein Depot eröffnen, Bitcoin kaufen und damit im Internet bezahlen. Weltweit gibt es rund 1900 Geldautomaten, an denen Anleger ihre Bitcoin gegen eine Gebühr in bar "abheben" können. In Europa bieten das unter anderem Länder wie die Schweiz, Österreich, Niederlande, Spanien und Italien an. In Deutschland gibt es bislang keinen einzigen Bitcoin-Geldautomaten. Einer Studie der Deutschen Bank zufolge akzeptieren derzeit etwa 180 Unternehmen Bitcoin als Zahlungsmethode (Stand Juni 2017).

WIE HAT SICH DER KURS ENTWICKELT?



An der Börse BitStamp setzte der Bitcoin-Hype Anfang 2013 ein. Damals stieg der Kurs binnen zwölf Monaten von etwa 20 auf zeitweise mehr als 1200 Dollar. Bis Mitte 2015 ging er dann wieder auf etwa 200 Dollar zurück. Seither geht es fast ununterbrochen aufwärts. Analysten warnen vor den starken Schwankungen, ein Auf und Ab im zweistelligen Prozentbereich an nur einem Tag ist nicht ungewöhnlich. Auslöser für die jüngste Kursrally war der Start von Bitcoin-Futures, von denen sich Beobachter einen Durchbruch des Internetgeldes versprechen.

IST BITCOIN LEGAL?



Ja. Jeder darf Bitcoin kaufen und damit bezahlen. Sie sind im größten Teil der Welt aber kein gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, dass es Firmen und Organisationen freigestellt ist, die Währung zu akzeptieren. Japan hat die Cyberwährung als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt.

rtr