Ein junger Chinese bekam 2020 von seinem Vater ein Aktienpaket geschenkt – und ist nun mit gerade einmal 25 Jahren Milliardär. Die gute Nachricht. Der Kurs steigt weiter – und auch Sie könnten noch mitverdienen.
Es klingt wie ein modernes Märchen aus dem Rohstoffboom: Ein Vater schenkt seinem Sohn Anteile an einer Goldmine – und fünf Jahre später ist der Sohn Milliardär. Genau das ist laut der Nachrichtenagentur Bloombergdem Chinesen Wang Guanran passiert. Sein Vater übertrug ihm 2020 einen Anteil von 31 Prozent an der Lingbao Gold Group, einem chinesischen Goldproduzenten. Seitdem hat sich das Leben von Wang Ganran verändert. Denn das Timing war geradezu perfekt: 2023 begann die Aktie mit dem Gold-Boom zu steigen: von weniger als einem auf mittlerweile 27 Yuan. Alleine in den vergangenen zwölf Monaten stiegen die Lingbao-Papiere um mehr als 400 Prozent. Damit bringt es Wang, heute 25, laut Bloomberg zufolge auf ein Vermögen von umgerechnet mindestens 1,2 Milliarden Dollar. Der Großteil davon hängt an Lingbao Gold.
Das steckt hinter Lingbao Gold
Dass der Goldpreis seit nunmehr drei Jahren kein Halten mehr kennt, dürfte keinem Anleger entgangen sein. Lingbao Gold konnte davon offenbar besonders stark profitieren: Das Unternehmen hat seine Geschäfte in den vergangenen Jahren gezielt durch Übernahmen ausgebaut: Es beteiligte sich an der Simberi-Goldmine in Papua-Neuguinea und erschloss sich über eine Beteiligung von 9,9 Prozent an Titan Minerals den Zugang zu einem Goldprojekt in Ecuador.
Trotzdem ist Lingbao ist in China – gemessen an den Giganten der Branche – eher klein. Das Unternehmen fördert weniger als zehn Tonnen Gold pro Jahr. Der heimische Marktführer Zijin Mining schafft rund 90 Tonnen.
Top-Ausbildung - und Reise-Blogger
Der Jung-Milliardär selbst wollte nicht mit Bloomberg sprechen. Dem Bericht zufolge wurde er im Mai 2000 geboren und studierte Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften an der George Washington University School of Business, bevor er aufgrund der Pandemie im Jahr 2020 sein Studium abbrach und in das Familienunternehmen seines Vaters zurückkehrte.
Laut seinem LinkedIn-Profil ist er als Reiseblogger unter dem Pseudonym „Dominicus” tätig. Im Jahr 2019 wurde ein Wang Guanran von AFP mit der Aussage zitiert, er habe First-Class-Flüge mit Cathay Pacific zu einem enormen Preisnachlass ergattert.
Vater baute ein kleins Private-Equity-Imperium auf
Doch ganz unbeleckt in Sachen Minen ist Wang natürlich nicht: Sein Vater, Wang Weidong, 56, ist laut Bloomberg chinesischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Singapur. Der heute 56-Jährige gehörte zu den ersten Beamten der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde, die für Börsengänge und IPOs von chinesischen Unternehmen im Ausland zuständig waren. Im Laufe seiner Karriere war Wang Senior unter anderem in der Investmentbanking-Abteilung der China International Capital Corp tätig und leitete bei Beijing Securities sowohl das Brokerage- als auch das Investmentbanking-Geschäft.
Im Jahr 2007 gründete der umtriebige Ex-Kader die Beijing Jiesi Haneng Asset Management, eine der ersten professionellen Private-Equity-Firmen des Landes, und im Jahr 2010 die D&R Asset Management Group. Über sie erfolgte im Dezember 2016 der erste große Schritt ins Goldminengeschäft: D&R Investment übernahm einen Anteil von 24 Prozent an Lingbao Gold für rund 72,5 Millionen US-Dollar.
Der Auslöser für die Schenkung
In den folgenden Jahren geriet die D&R allerdings mehrfach in Konflikt mit der Wertpapieraufsicht, weil sie gegen diverse Regeln verstieß. So hatte die Beteiligungsgesellschaft auf ihrer Website öffentlich für private Fondsprodukte geworben – was gegen die Vorschriften zur Eignung für Privatanleger verstieß. Das Unternehmen erhielt eine öffentliche Rüge und musste mitansehen, wie die Asset Management Association of China in der Folge den Großteil seiner rund 20 Fonds liquidieren ließ.
Zu dieser Zeit begann Wang Senior, sein Imperium neu zu ordnen und Teile von Lingbao an seinen Sohn zu übertragen. Der wurde schon mit 20 Jahren Vorsitzender und Präsident einer familiengeführten Muttergesellschaft für das Metallgeschäft. Seit 2021 ist er nicht-geschäftsführender Direktor bei Lingbao Gold und laut Unterlagen weiterhin der Mehrheitsaktionär des Unternehmens.
In Lingbao investieren oder nicht?
Auch wenn sich der Kurs von Lingbao vom gegenwärtigen Niveau aus nicht noch einmal verzigfachen wird: der Aufwärtstrend der Aktie ist unverändert intakt. Allerdings wird das Papier trotz einer Marktkapitalisierung von 2,2 Milliarden Euro im deutschen Freiverkehr nur selten gehandelt, ist also extrem markteng. Privatanleger gehen damit ein hohes Risiko ein, dass sie aus dem Wert nicht wieder herauskommen, wenn Lingbao einmal schlechte Nachrichten liefern sollte. Wer sich dessen bewusst ist und an dem Märchen vom Jungspund, der Milliardär wurde, teilhaben möchte, findet den aktuellen Aktienkurs hier.
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Häufige Fragen zu Goldminen-Aktie
Wie kann es sein, dass die Aktie einer Goldmine stärker steigt als der Goldpreis?
Gut ausgebaute Goldminen können derzeit eine Unze Gold laut Experten für circa 1900 Dollar fördern, auf dem Markt kostet die Feinunze aber mehr als 5000 Dollar. Diese Marge ist in vielen Goldminen-Aktien noch nicht voll eingepreist, weshalb ihre Kurse zuletzt stärker stiegen als der Goldpreis.
Warum wird Lingbao Gold in Deutschland so wenig gehandelt?
Das Unternehmen ist einer der kleineren Minenbetreiber und selbst unter den chinesischen Konkurrenten allenfalls mittelgroß. An US-Börsen wird Lingbao gar nicht gehandelt, deshalb ist die Liquidität sehr eingeschränkt, was zu hohen Spreads führt, weil ein Handel mit der Aktie aus Sicht der Market Maker nicht sehr attraktiv ist.
Welche aussichtsreichen Goldminenaktien gibt es noch?
Zu den größten Goldminen-Aktien gehören Barrick Gold und Newmont. Weitere aussichtsreiche Kandidaten aus dem Sektor stellt der Goldexperte Markus Bussler regelmäßig im Goldfolio-Report vor. Hier geht es zur Anmeldung.